VonCedric Sporkertschließen
Eigentlich wollte sie nur für 25 Euro ein paar Kinderturnschuhe auf dem Online-Portal „Kleinanzeigen“ verkaufen. Kurz darauf war sie um fast 2.000 Euro ärmer. Eine 39-Jährige aus Hamm ist auf eine Online-Phishing-Masche hereingefallen.
Hamm - Auch der Polizei Hamm gibt die Art und Weise, wie die Betrüger an das Geld der Hammerin gekommen sind, noch Rätsel auf.
Was sich konkret ereignete? Die Hammerin hatte zunächst das Paar Turnschuhe auf der Verkaufsplattform im Internet inseriert. Innerhalb weniger Minuten habe sich eine Interessentin per Chat gemeldet, erklärte sie im Gespräch mit dem WA. Die vermeintliche Käuferin habe noch nach den Versandkosten und nach ihrer E-Mail-Adresse gefragt.
iPhone loggt sich in Konto ein, dann ist das Geld weg
In der Folge erhielt die Verkäuferin aus Hamm eine E-Mail, die augenscheinlich von den Betreibern der Internetplattform stammte. Sie sollte ihren Verkauf bestätigen und ihre Bank angeben. Weil das Kreditinstitut nicht unter den auszuwählenden Möglichkeiten aufgeführt war, schrieb die 39-Jährigen den vermeintlichen Support des Anbieters an.
Daraufhin habe sie eine SMS ihrer Bank mit einem fünfstelligen Code erhalten, den sie auf der Seite eingeben musste. Kurze Zeit später erhielt sie eine weitere Nachricht, dass von einem iPhone aus auf ihr Online-Konto bei der Bank zugegriffen wurde. Weil die Frau kein Apple-Smartphone besitzt, wurde sie stutzig und versuchte, ihr Konto zu sperren. Da waren aber schon 1.990 Euro auf ein Konto in Frankreich überwiesen worden.
Unsicher, ob Hammerin ihr Geld zurückerhält
Die Hammerin erstattete Anzeige bei der Polizei. Noch ist rätselhaft, wie genau die Betrüger Zugang zum Konto der Frau erlangten. Das ist Gegenstand von Ermittlungen. Mit ihrer Bank habe sie eine Rückholvereinbarung, erklärt die 39-Jährige. Ob sie ihr Geld zurückerhält ist allerdings ungewiss. In ähnlichen Fällen blieben die abgezweigten Beträge oftmals verschwunden.
Die Polizei warnt vor solchen Maschen. Häufig führten Links in Phishing-Nachrichten auf Seiten, die denen bekannter Marken oder Unternehmen nachempfunden sind. Auf solchen Seiten werde dann häufig nach Zahlungs- oder Zugangsdaten gefragt oder Opfer dazu verleitet, aktiv Zahlungen zu tätigen.
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