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Bei Kanalbauarbeiten an der Sedanstraße in Hamm sind Arbeiter auf Schadstoffe gestoßen. Der Lippeverband muss Erdreich austauschen.
Hamm - Hinterlassenschaften aus der Vergangenheit zwingen den Lippeverband zu Extraschichten: Bei Arbeiten der Stadtentwässerung zur Erneuerung von Abwasserkanälen an der Sedanstraße sind im Untergrund Kontaminierungen aufgetaucht. Das teilten Lippeverband und Stadt am Montag, 11. August, in einem Pressegespräch mit.
Labor-Untersuchungen belegen demnach unter anderem erhöhte Werte von Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Das verunreinigte Erdreich soll in dieser Woche ausgebaut und auf eine Deponie gebracht werden. Für die Bevölkerung gehe keine Gefahr davon aus, hieß es vom Lippeverband.
Sedanstraße: Kontaminierung geht wahrscheinlich auf Gaswerk zurück
Die Verunreinigungen haben laut Lippeverband-Projektleiter Thomas Drenks ein Ausmaß von circa 2,50 mal zehn Meter und eine Stärke von etwa einem Meter. Die „Linse“ befinde sich in etwa zwei Meter Tiefe. Die Kontaminierung geht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Gaswerk zurück, das sich einst auf dem Gelände des heutigen Museumsquartiers befand. Vor dem Bau der Wohnsiedlung war hier im großen Maße Boden saniert worden.
Zwar sei der Untergrund in dem betroffenen Abschnitt in Höhe des Südringcenters und der Commerzbank beprobt worden, erläuterte Drenks, allerdings wohl knapp neben dem verseuchten Erdreich. Bauarbeiter seien auf eine schlammige, dunkle bis schwarze, ätzend riechende Masse gestoßen. Die Baustelle sei wieder verschlossen worden. Daher gehe keine Gefahr von den verseuchten Erdmassen aus. Sie entsprächen einer mittleren Deponieklasse.
Erdreich an der Sedanstraße soll Ende der Woche ausgekoffert werden
Das Erdreich solle voraussichtlich am Donnerstag und Freitag ausgekoffert werden. Dazu wird der Baustellenbereich mit Bauzäunen abgesperrt. Arbeiter werden während des Prozesses Schutzanzüge und Masken tragen. Grundwasserabsenkungs- und Belüftungsanlagen kommen zum Einsatz. Eine Evakuierung der Bevölkerung sei nicht erforderlich.
Auch in der Straße „Am Stadtbad“ sei „auffälliges Material“ im Boden festgestellt worden. Die Laborergebnisse lägen noch nicht vor, würden aber diese Woche erwartet, so Drenks. Davon hänge das weitere Vorgehen ab. Auch in diesem Straßenabschnitt parallel zur Front des Mercure will der Lippeverband neue Abwasserkanäle verlegen.
Unerwartete Funde im Erdreich nicht ungewöhnlich
Die Kanäle, die der Lippeverband in diesem Bereich erneuert, haben eine Gesamtlänge von rund 160 Metern. Unerwartete Funde im Erdreich seien auch im Straßenbau nicht ungewöhnlich, sagte Stadtbaurat Andreas Mentz.
Für den Lippeverband als Bauherrin bedeutet die Sanierung des Untergrunds nach Schätzung des Projektleiters eine Verzögerung von drei bis vier Wochen. Ursprünglich sollte die Baustelle Mitte bis Ende November 2025 beendet sein. Der Verkehr sei kaum beeinträchtigt. Die Tiefgarage bleibe geöffnet, hieß es.
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