VonAlexander Schäferschließen
Meinungsbild der Bürger in Nordrhein-Westfalen: Selbst SPD-Anhänger sind mit Landeschef Wüst zufrieden. Aktuelle Zahlen im Überblick.
Hamm - Sie sind beide in der CDU, doch ihre Arbeit wird unterschiedlich bewertet und ihre Zustimmungswerte liegen deutlich auseinander. Laut NRW-Check steht NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst in der Gunst der Bürgerinnen und Bürger deutlich besser da als Bundeskanzler Friedrich Merz. Die SPD dagegen kann von solchen „Problemen“ nur träumen, sie liegt in NRW nur noch knapp vor der AfD.
Bundesregierung im Check: Wüst in NRW beliebt
Das Meinungsbild der Bürger in NRW zur neuen Bundesregierung und Kanzler Merz fällt knapp zwei Monate nach Amtsantritt der schwarz-roten Koalition mehrheitlich negativ aus. So sind mit der Arbeit der Bundesregierung 37 Prozent der Nordrhein-Westfalen zufrieden, 56 Prozent sind es nicht. Und auch mit der Arbeit von Merz ist nur eine Minderheit von 38 Prozent zufrieden, während 53 Prozent das Gegenteil angeben.
Anders sieht das bei Wüst und dessen schwarz-grüner Landesregierung aus. 49 Prozent – und damit unverändert zur Befragung im Dezember 2024 – sind mit der Arbeit der Landesregierung insgesamt zufrieden, 43 Prozent sind es nicht. Selbst von den SPD-Anhängern ist derzeit die Hälfte (50 Prozent) mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden.
54 Prozent mit Wüsts Arbeit zufrieden
Mit Wüsts Arbeit als Ministerpräsident sind 54 Prozent zufrieden. Unter den Anhängern der SPD liegt dieser Wert sogar bei 56 Prozent. 63 Prozent aller Befragten schätzen die Fähigkeiten des Politikers Wüst als gut ein. Das sind zwar fünf Prozentpunkte weniger als im Dezember, jedoch bleibt Wüst im Ranking des Landeskabinetts in dieser Kategorie auf dem zweiten Platz hinter Innenminister Herbert Reul.
Kein Wunder sind da diese Zahlen: Würde der Deutsche Bundestag neu gewählt, käme die CDU in Nordrhein-Westfalen zurzeit mit 30 Prozent auf ein ähnlich schwaches Ergebnis wie bei der Wahl im Februar. Ein deutlich besseres Ergebnis als bei einer Bundestagswahl würde die CDU in NRW bei einer Landtagswahl erzielen, nämlich 38 Prozent. Damit verfügt die NRW-CDU mit Hendrik Wüst gegenüber der Bundes-CDU weiterhin über einen deutlichen Landesbonus.
Von solchen Werten kann die momentan größte Opposition im Landtag nur träumen. Mit der Arbeit des SPD-Fraktionschefs Jochen Ott sind mehr Wahlberechtigte nicht zufrieden (27 Prozent) als zufrieden (13 Prozent). Allerdings trauen sich 60 Prozent aller Wahlberechtigten zur Arbeit des Mannes aus Köln im Landtag keine Einschätzung zu.
SPD nur knapp vor AfD
Dass es um die Landes-SPD nicht gut bestellt ist, zeigt auch diese Zahl. Sie käme bei der nächsten Landtagswahl nur auf 17 Prozent, das wäre sogar noch ein Prozentpunkt weniger als bei einer Bundestagswahl. Früher standen die Genossen an Rhein und Ruhr bis zu fünf Prozentpunkte besser als im Bund da.
Doch so sitzt der Sozialdemokratie in NRW die AfD im Nacken. Die Rechtsaußen-Partei, die Ott im Landtag immer wieder scharf angreift und als Nazi-Partei bezeichnet, kommt im NRW-Check auf 16 Prozent. Da die Grünen bei 13 Prozent liegen, ist es – Stand heute – nicht auszuschließen, dass die AfD bei der Landtagswahl 2027 zweitstärkste Kraft im bevölkerungsreichsten Bundesland wird. Die FDP (4 Prozent) wäre übrigens nicht mehr dabei.
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