Bericht aus dem NRW-Innenministerium

Messerangriff an HSHL: Schizophrener Täter wollte „Clan-Mitglieder“ töten

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In den Wochen nach dem Vorfall wehte ein Trauerflor an der Fahne vor der Hochschule.

Im Fall des tödlichen Messerangriffs an der Hochschule in Hamm (HSHL) im Juni 2022 suchte der Beschuldigte den Campus gezielt auf, „um Angehörige der Hochschule umzubringen“.

Hamm/Düsseldorf - Der nicht vorbestrafte deutsche Staatsangehörige leide an einer paranoiden Schizophrenie und befand sich nach Einschätzung der Ermittler zum Tatzeitpunkt „im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit“, wie aus einer am Montag veröffentlichten Antwort des NRW-Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervorgeht. Seine Opfer hielt er den Angaben zufolge für Zugehörige eines „Clans“, der ihn verfolge, abhöre und töten wolle. (Viele weitere Angaben in dem Bericht sind allerdings nicht neu und wurden auch hier auf unserem Portal schon thematisiert.)

Vor rund fünf Wochen hatte der 34-Jährige vier Personen an der Hochschule im Osten der Stadt attackiert, eine Lehrbeauftragte (30) starb an ihren Verletzungen. Drei Studierende im Alter von 22 Jahren wurden schwer verletzt. Die Polizei hatte von einer „Amoktat“ gesprochen. Der Mann war seit geraumer Zeit Student an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL).

Messerangriff an HSHL in Hamm: in Klinik bedroht gefühlt

Laut Ministeriumsbericht hatte der Mann wenige Tage vor der Tat einen Suizidversuch unternommen, sich deswegen in stationäre ärztliche Behandlung begeben. Er habe die Klinik aber am Tattag wieder verlassen, weil er sich vom medizinischen Personal bedroht fühlte. Er kaufte zwei Küchenmesser und begab sich mit Tötungsabsicht zur Hochschule.

Er habe dort im Foyer einer Studentin in den Hals und in die Wange gestochen, danach einem Studenten eine Verletzungen am Hals zugefügt. Einer weiteren Studentin rammte er achtmal ein Messer in den Bauch, eine Not-Operation rettete ihr Leben. Mit den Worten „Jetzt bist du dran!“ stach er in einem Hörsaal danach auf die Lehrbeauftragte ein, die einen Tag später verstarb. Gegen den Beschuldigten werde wegen Mordes und versuchten Mordes in drei Fällen ermittelt.

Messerangriff an HSHL in Hamm: im Wohnheim überwacht gefühlt

In dem Bericht hieß es weiter, der 34-Jährige habe sich zuvor im April bei der Polizei in Hamm gemeldet, weil er sich von Mitstudierenden im Wohnheim überwacht fühle. Es habe sich aber damals kein Hinweis auf eine Eigen- oder Fremdgefährdung ergaben. Der Mann habe selbst reflektieren können, dass seine Schilderungen „nur schwer nachvollziehbar sind“. Er habe angegeben, in psychotherapeutischer Behandlung wegen Angst- und Zwangsstörungen zu sein.

Für die Opfer und Angehörigen der Getöteten sind laut Bericht unter Beteiligung der Opferschutzbeauftragten des Landes psychologische Betreuung und Versorgung sichergestellt. - dpa/WA

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