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Messerangriff, Schlägerei, Raub: Hat das Centro Oberhausen ein Sicherheitsproblem?

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In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Meldungen über Diebstähle und teils heftige Körperverletzungen im und am Centro Oberhausen. Was Betreiber und Polizei dazu sagen.

Oberhausen – Das Centro in der Neuen Mitte in Oberhausen ist mit über 250 Shops eine beliebte Anlaufstelle für ausgelassene Shoppingtrips. Zuletzt mehrten sich jedoch Meldungen von schwerwiegenden Straftaten, die im Umkreis des Einkaufszentrums passiert sind. Ein echtes, oder nur ein gefühltes Sicherheitsproblem? Immerhin: Die Verantwortlichen des Shoppingcenters haben bereits auf die Vorfälle reagiert.

Was am Centro Oberhausen zuletzt passiert war:

  • 16. November 2022: Zwei Personen schlagen einem 18-Jährigen mehrfach ins Gesicht. Das Opfer ist in der Folge auf einem Auge blind.
  • 28. November 2022: Zwei Gruppen gehen auf dem Weihnachtsmarkt am Centro Oberhausen aufeinander los. Mindestens eine Person greift einen spitzen Gegenstand und verletzt zwei Menschen.
  • 3. Dezember 2022: Ein 18-Jähriger greift zwei 15 und 17 Jahre alte Jungen mit einem Messer an. Ersterer zog sich leichte, der andere lebensgefährliche Verletzungen zu.
  • 31. Januar 2023: Jugendliche bedrohen und berauben einen 14-Jährigen.
  • 7. Februar 2023: Eine Gruppe von rund 20 Jugendlichen bedrängt einen 15-Jährigen und stehlen ihm seine Basecap. Als er sich diese zurückholen wollte, schlug ihm ein anderer Teenager ins Gesicht.

Centro Oberhausen: 18-Jähriger verliert nach brutaler Prügelattacke sein Augenlicht

Im Centro in Oberhausen kommt es immer häufiger zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. (Symbolbild/Archivbild/IDZRNW-Montage)

Besonders der Vorfall vom 16. November am Centro Oberhausen hat schwerwiegende Folgen: Zwei bislang unbekannte Personen griffen gegen 19 Uhr zwei 18-Jährige an und schlugen einem von ihnen unvermittelt mehrfach brutal ins Gesicht. Im Anschluss raubten die Täter sein Handy.

Mit den Folgen der Attacke wird das Opfer ein Leben lang kämpfen: Er erlitt schwere Verletzungen und wird auf einem Auge blind bleiben. Die Polizei fahndet aktuell mit Fotos nach den Tätern.

Weihnachtsmarkt am Centro Oberhausen: Gleich zwei bewaffnete Angriffe in einer Woche

Nur wenige Tage später dann die nächsten Vorfälle: Auf dem Weihnachtsmarkt kam es vergangenes Jahr gleich zweimal innerhalb weniger Tage zu besorgniserregenden Szenen. Der erste Fall: Am 28. November 2022 gingen zwei Gruppen aufeinander los. Ein Streit war eskaliert. Mindestens einer der Beteiligten griff einen spitzen Gegenstand und verletzte zwei Menschen. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung.

Noch in der gleichen Woche: Zwei Gruppen geraten auf dem Weihnachtsmarkt aneinander. Ein 18-Jähriger aus Duisburg soll zwei 17 und 15 Jahre alte Jugendliche mit einem Messer angegriffen haben. Das jüngere der beiden Opfer wurde dabei durch Stichwunden leicht verletzt. Der 17-Jährige zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu, ist mittlerweile aber wieder stabil.

Centro Oberhausen: Gruppen schlagen und berauben Teenager

Ende Januar kam es erneut zu einem Zwischenfall. Dort griffen fünf Jugendliche einen 14-Jährigen und seinen Freund im Centro Oberhausen an. Die etwa gleichaltrigen Täter „bedrohten die Jungen massiv und raubten dem 14-Jährigen Bargeld“, heißt es im Bericht der Polizei.

Nur wenige Tage später war die Überzahl der Täter sogar noch größer. Eine Person aus einer Gruppe von rund 20 Jugendlichen beklaute einen 15-Jährigen im Centro Oberhausen. Als dieser versuchte, sein Hab und Gut zurückzubekommen, schlug eine andere Person aus der Gruppe auf ihn ein. Auch hier sucht die Polizei öffentlich nach den etwa 16 bis 17 Jahre alten Tätern.

Polizei Oberhausen: Centro und Umkreis ist „kein Brennpunkt“

Auffällig: In den meisten Fällen sind sowohl Täter als auch Opfer noch sehr jung, häufig sogar minderjährig. Das passt zu einem Trend in NRW: Die Gewalttaten von Kindern und Jugendlichen haben im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Gibt es ein Sicherheitsproblem in der Neuen Mitte in Oberhausen?

„In letzter Zeit kommt es dort leider vermehrt zu Vorfällen“, sagt ein Sprecher der Oberhausener Polizei gegenüber wa.de. Der Umkreis rund ums Center sei im Vergleich jedoch „nicht besonders auffällig“. Wenn sich größere Gruppen von Menschen an einem Ort treffen, komme es dort schneller zu solchen Handlungen. „Das Centro in Oberhausen ist da kein Brennpunkt“, so die Einschätzung des Sprechers.

Centro Oberhausen: Mehr Sicherheitspersonal vor allem an den Wochenenden

Dennoch hat das Centro, das von dem französischen Immobilien- und Investmentunternehmen Unibail Rodamco Westfield betrieben wird, auf die Entwicklungen reagiert, wie Center-Manager Andreas Ulmer auf Nachfrage von wa.de erklärt. „Die aktuelle Situation bezüglich. Übergriffen von Jugendlichen rund um die Coca-Cola Oase im Westfield Centro, die sich in der jüngsten Vergangenheit zugetragen haben, beobachten wir sehr genau“. Die Verantwortlichen haben bereits eine Analyse mit den örtlichen Behörden vorgenommen und entsprechende Maßnahmen abgestimmt.

„Im Rahmen unseres Sicherheitskonzepts sind wir in der Lage, unmittelbar Anpassungen vorzunehmen“, sagt Ulmer. So habe man als direkte Reaktion das Sicherheitspersonal vor allem an den Wochenenden verstärkt. Und der Center Manager wird deutlich: „Es muss klar sein, dass wir keinerlei Toleranz gegenüber Besucherinnen und Besuchern haben, die einen sicheren Aufenthalt im Westfield Centro gefährden“. (mg)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildebrandt/dpa & Marcel Kusch/dpa

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