Lebenslange Haft

Urteil im Mord-Prozess auf dem Send: Anwälte legen Revision ein

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Yevgeni A. ist nach der tödlichen Messer-Attacke auf dem Send in Münster zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden. Seine Anwälte legen Revision ein.

Update vom 7. November, 8.22 Uhr: Das Urteil im Mord-Prozess auf dem Send ist noch nicht rechtskräftig. Wie die Anwälte des zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilten Yevgeni A. bereits ankündigten, haben sie Revision eingelegt.

Sie haben nun nach der schriftlichen Begründung des Urteils einen Monat Zeit, um ihre Revision zu begründen. Anschließend geht der Fall zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Dort wird dann überprüft, ob das Landgericht Münster Fehler gemacht hat.

Mord auf dem Send in Münster: Urteil gegen Täter steht fest

[Erstmeldung] Münster - Es war ein Tod aus dem Nichts. Am 18. März 2023 starb ein 31-jähriger Familienvater auf dem Send in Münster. Er verblutete inmitten des bunten Volksfesttrubels vor einem Fahrgeschäft, nach einem Messerstich ins Herz. Der Täter, ein 21-jähriger Kasache, stellte sich nach viertägiger Flucht. Am Montag, 30. Oktober, wurde im Prozess vor dem Landgericht Münster das Urteil gesprochen: lebenslange Haft wegen Mordes.

Mord auf dem Send in Münster: Lebenslange Haft für 21-jährigen Täter

Yevgeni A. bat vor Gericht mit brüchiger Stimme um Entschuldigung. Was er getan habe, tue ihm „schrecklich leid“. Anschließend brach der Angeklagte in Tränen aus. Wie im Prozess vor dem Landgericht Münster deutlich wurde, war es offenbar nur eine Kleinigkeit, die zum Tode des 31-jährigen Vaters auf dem Frühjahrssend führte, wie wa.de schreibt.

An besagtem 18. März soll es um kurz vor 22 Uhr zu einer ersten Auseinandersetzung des Täters mit dem späteren Opfer gekommen sein. Dabei war der 21-Jährige zu Fall gekommen, wodurch seine Hose verschmutzt wurde.

Mord auf dem Send in Münster: Opfer verblutete vor den Augen seiner Familie

Bei einem erneuten Aufeinandertreffen einige Minuten später war der Angeklagte laut Urteil auf den 31-Jährigen losgegangen und hatte ihm ein Messer in die Brust gerammt. Dem WDR zufolge hatten Zeugen den Täter als besonders aggressiv und „wie im Rausch“ beschrieben. Das Opfer verblutete vor den Augen seiner Verlobten und dem gemeinsamen achtjährigen Sohn. Überwachungskameras zeichneten die Tat auf.

Nach der Gewalttat auf der Frühjahssend herrschten in Münster große Trauer und Bestürzung.

Das Entsetzen war nach der Tat in Münster groß. Die Stadt brach den Frühjahrssend ab. Recherchen zeigten, dass der Täter zum Tatzeitpunkt gar nicht in Münster hätte leben dürfen. Auch über größere Sicherheitsmaßnahmen für künftige Volksfeste wurde debattiert.

Mord statt Körperverletzung mit Todesfolge: Richter folgt Staatsanwaltschaft

Die Verteidigung des Angeklagten hatte eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge in einem minder schweren Fall gefordert. Mit dem Urteil folgten die Richter jedoch dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die hatte in ihrem Plädoyer eine Verurteilung wegen Mordes und damit eine lebenslange Haft gefordert.

Sie sah zwei Mordmerkmale als erfüllt an: Heimtücke und niedere Beweggründe. Das Opfer habe zum einen nicht mit dem Angriff rechnen können, zudem habe sich der Täter mit der Tat beweisen wollen. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig. (sst/dpa)

Rubriklistenbild: © David Poggemann/Nord-West-Media /dpa

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