- VonHolger Krahschließen
Am 27. Januar findet in der Musikschule in Hamm der 62. Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ statt. Im Vorfeld hat die Musikschule mit „Death Speaks“ ein beeindruckendes Video bei Youtube hochgeladen. Es ist der Abschluss eines Projekts, mit dem die Musikschule es im vergangenen Jahr in der neuen Kategorie „Jumu open“ bis in den Bundeswettbewerb geschafft hatte.
Hamm – „Death Speaks“ ist eine Komposition des kalifornischen Komponisten David Lang. Bernd Kortenkamp, der im Juni 2022 verstorbene Gitarrenlehrer der Musikschule, hatte das Werk Ende 2021 für ein Projekt auserkoren, das als Beitrag für den „Jugend musiziert“-Wettbewerb 2022 erarbeitet wurde.
Das Besondere daran: Hier wirken vier Musiker und vier Tänzer gemeinsam an einem Projekt mit, das mit vier Kameras aufgezeichnet wurde. Genau darum geht es bei „Jumu open“: dass verschiedene künstlerische Sparten mit einander verbunden werden.
Und genau das war die auch Idee von Bernd Kortenkamp: alle Bereiche, die die Musikschule abdeckt, zusammenzubringen – und zugleich einen engen Bezug zur Stadt Hamm herzustellen.
Gefilmt wurde vor allem in der beeindruckenden Kulisse des Creativ-Reviers Heinrich Robert. Der Hammerkopfturm taucht immer wieder auf. Und nicht nur das: Die vier Tänzer Luise Brinkmann, Melissa Weimer, Lukas Dirkes und Noah Hensel agieren im Lichthof sowie in der Direktions- und Mannschaftskaue. Die vier Musiker Lucy Hoppe (Gesang), Wolfgang Behrens (Geige), Jaden Morche (E-Gitarre) und Aleksander Labuda (Klavier) sind auch in der Direktionskaue zu sehen, haben ihren Beitrag aber in der Musikschule eingespielt. Aber auch bei ihnen ist der Bezug zum Bergbau unübersehbar, tragen sie doch das typische blaue Bergmannshemd.
Das Creativ-Revier haben Kortenkamp als musikalischer Leiter und die übrigen Beteiligten übrigens nicht nur wegen der schönen Bilder, die hier möglich sind, ausgewählt. Es hat auch einen inhaltlichen Bezug: Im Werk „Death Speaks“ des kalifornischen Komponisten David Lang gehe es um das Thema Tod und Vergänglichkeit, erläutert Stephan Wolke, der stellvertretende Musikschulleiter und Projektleiter. Und er ergänzt. „Es gibt keinen Ort, wo das Thema Vergänglichkeit so deutlich wird, wie in einer Zeche.“
Es gibt keinen Ort, wo das Thema Vergänglichkeit so deutlich wird, wie in einer Zeche.
Der Moment, wo zwei der Tänzer ihre Jacken in der Kaue ausziehen, sie an Haken aufhängen und mit einer Kette zur Decke hochziehen, ist nicht nur vielen Bergarbeitern noch vertraut. Doch im Bergwerk Ost wurde am 30. September 2010 die letzte Förderschicht gefahren und der Bergbau als Arbeitsstätte ist Vergangenheit.
Die im CreativRevier entstanden Videosequenzen wurden übrigens bei „Jugend musiziert“ nicht einfach nur abgespielt, sondern während die Filmsequenzen liefen, tanzten und spielten die acht Akteure dazu live. Auch bei der ExtraSchicht und beim Festival „h4“ wurden die „Death Speaks“ aufgeführt.
Das letzte Projekt von Bernd Kortenkamp
Neben Kortenkamp und Wolke haben noch weitere Musikschullehrer mitwirkt: Anke Lux hat mit den Tänzern die Choreografie einstudiert. Enrico Taubmann hat aus den Filmaufnahmen von Floris Wittkemper und weiteren später entstandenen Bild- und Tonaufnahmen den Film erstellt, der nun auf dem YouTube-Kanal der Städtischen Musikschule Hamm zu sehen ist: ein Video, das künstlerisch, bedrückend und berührend zugleich ist – auch vor dem Hintergrund, dass es das letzte Projekt ist, das Kortenkamp als langjähriger Gitarrenlehrer der Musikschule, umgesetzt hat.