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Nach Starkregen: Was Hammer zu Sperrmüll, Versicherungen und Schutzmaßnahmen wissen müssen

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An einigen Stellen steht das Wasser in Hamm noch. Doch auch dort, wo es weg ist, kommt auf die Betroffenen des Starkregens vom Sonntag noch einiges zu.

Hamm – Unbrauchbares muss entsorgt, Schäden beim Versicherer gemeldet werden. Und wer nicht selbst betroffen ist, macht sich in Hamm Gedanken über Schutzmaßnahmen und Versicherungen.

Keine eigene Sperrmüll-Tour für betroffene Gebiete

Vieles, was in den überfluteten Kellern stand, taugt nur noch für den Müll. Eine eigene Sperrmüll-Tour für die besonders betroffenen Stadtviertel wird es Stadtsprecher Tom Herberg zufolge nicht geben. Das Personal beim ASH sei aber aufgestockt worden, um Sperrmüll auf Anfrage abzuholen. Anträge können auf der ASH-Homepage gestellt werden, die Abfuhr kostet 20 Euro, die Wartezeit beträgt aktuell bis zu vier Wochen.

Eine Wasserstraße: Auf der Adenauerallee ist ein gut 100 Meter langer Abschnitt auf Höhe des Jahnstadions noch unpassierbar.

Wer nicht so lange warten will, kann den Sperrmüll auch selbst zum Recyclinghof fahren und dort für 10 Euro abladen. Herberg rät die Quittung aufzubewahren, dann könne man auch mehrmals täglich vorfahren. Zum Sperrmüll zähle alles, was zu groß für die Mülltonne ist, auch beschädigte Waschmaschinen und Gefriertruhen.

Einbau von Rückstauklappe kann teuer werden

Die Verschlüsse verhindern, dass Wasser aus der Kanalisation in den Keller hochgedrückt wird. Eingebaut werden sie von Sanitärbetrieben. Pauschale Lösungen gebe es dabei nicht, sagt Ulrich Grommes, Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Man schaue sich die Gebäude ganzheitlich an, um zu sehen, was machbar ist. Für die Klappe selbst müsse man mit 150 Euro rechnen, dazu kämen die Montagekosten. Werde der Boden aufgestemmt und zusätzliche Pumpen installiert, könnten das mehrere Tausend Euro sein.

Elementarversicherung noch lange kein „Vollkaskoschutz“

Elementarschadensversicherungen decken Schäden durch Hochwasser, Starkregen und Schneefall ab. Gebäude- und Hausratsversicherungen lassen sich in den meisten Fällen um einen Elementarschutz ergänzen, weiß die Rechtsanwältin Elke Weidenbach, die Versicherungsreferentin bei der Verbraucherzentrale NRW ist.

Knöcheltief oder schlimmer: Die Hammer kämpften mit den Wassermassen.

Sie hält die Elementarversicherung für sinnvoll, sieht darin aber keinen „Vollkaskoschutz“ fürs Haus. Werde Wasser trotz Rückstauklappe in den Keller hochgedrückt, zahle die Versicherung. Fließe es durch die Fenster in den Keller, gebe es kein Geld. Und bei eindringendem Grundwasser gehe der Versicherte ebenfalls leer aus. Die Kosten für eine Elementarversicherung beginnen Weidenbach zufolge bei gut 100 Euro im Jahr, steigen jedoch mit Alter, Größe und Gefährdungseinstufung des Gebäudes.

Schaden dokumentieren und dann schnell beseitigen

Im Fall der Fälle solle man den Schaden zunächst dokumentieren, sagt die Anwältin. Mit Fotos vom vollgelaufenen Keller und unbrauchbarem Mobiliar könne man später Ansprüche untermauern. Der Schaden solle dann so schnell wie möglich beseitigt werden – dazu sei man auch verpflichtet.

Die Versicherung müsse umgehend informiert werden. Schicke das Unternehmen keinen Mitarbeiter möge man sich Regulierungszusagen schriftlich bestätigen lassen und den Versicherer über Sanierungsmaßnahmen auf dem Laufenden halten.

Die Stadt zeigt auf einer „Gefahrenkarte“ übrigens für jedes einzelne Haus die Starkregengefährdung („Zusatzthemen“ oben rechts aktivieren).

Rubriklistenbild: © Funke

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