- VonFrank Osiewaczschließen
Zum Jahresende gibt das Traditionshaus Grüter & Schimpff seinen Standort in der Innenstadt von Hamm auf. Was passiert dann mit dem riesigen Ladenlokal?
Hamm – Was kommt nach Grüter & Schimpff? Zum Ende des Jahres schließt ein Urgestein des Hammer Einzelhandels sein Geschäft in der Weststraße 25. Das reißt nicht nur ein gewaltiges Loch in der Angebotspalette der Innenstadt, sondern bringt auch einen vorübergehenden Leerstand von etlichen Hundert Quadratmetern in zentralster Lage mit sich. Die Eigentümer und Vermieter wollen kreativ damit umgehen.
Grüter & Schimpff in Hamm schließt: Was passiert mit dem Ladenlokal?
Eine Eins-zu-eins-Nachvermietung im bestehenden Ladenlokal von Grüter & Schimpff wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben. „Eine Gesamtvermietung der bisherigen vier Etagen ist nicht vorgesehen.“ Das teilten die Eigentümer der Immobilie auf Nachfrage unserer Zeitung mit. 2025 seien im Gebäude – Stand jetzt – zunächst Umbaumaßnahmen geplant, um die einzelnen Etagen für eine Nachvermietung zu ertüchtigen. Zur Verfügung für potenzielle Nachmieter stehen einzelne Etagen zwischen 400 und 600 Quadratmetern. Grüter & Schimpff nutzt vier der fünf Geschosse im Haus.
Bisher seien Gespräche geführt worden mit Interessenten verschiedener Branchen. Darunter seien Textiler, Gastronomiebetriebe, Bildungseinrichtungen sowie Interessenten aus dem Rechtswesen und Gesundheitssektor gewesen. „Bei letzterem können wir uns verschiedene Anbieter vorstellen“, sagte eine Vertreterin der Eigentümer. Zu einem konkreten Abschluss sei es bisher nicht gekommen. Die Hammer Wirtschaftsförderung Impuls stehe mit großem Engagement beratend zur Seite.
Geschäftshaus in der Weststraße wurde 1987 eröffnet
Die Immobilie im jetzigen Zuschnitt samt Parkplatz zur Martin-Luther-Straße ist am 1. Oktober 1987 nach zehnmonatiger Bauzeit als Geschäftshaus eröffnet worden. Pächter war damals Hettlage aus Münster, mit dem Grüter & Schimpff seit 1978 zusammengearbeitet hatte. Über den Ladenflächen befindet sich noch eine fünfte Etage als ausgebautes Dachgeschoss.
Eine Gesamtvermietung der bisherigen vier Etagen ist nicht vorgesehen.
Nach Angaben von Grüter & Schimpff aus dem Jubiläumsjahr 2019 (100 Jahre) belief sich die Verkaufsfläche damals auf rund 2100 Quadratmeter. Damit zählt der Textiler nach Schließung der Kaufhäuser Kaufhof und TerVeen zu den flächenmäßig größten Handelsunternehmen in der Innenstadt. Zum Vergleich: Saturn im Allee-Center verfügt über eine Fläche von rund 2500 Quadratmetern.
Grüter & Schimpf 1919 in Hamm gegründet
Grüter & Schimpff wurde 1919 in der Weststraße 45 (damals Große Weststraße) gegründet. Nach Kriegszerstörung und Übergangsstandorten kehrte das Geschäft 1948 dorthin zurück. 1958 folgte der Umzug auf die Südseite des Westentors. Dort befindet sich heute eine Bäckereikette, die Sozialverwaltung und ein niederländischer Discounter. 1987 zog Grüter & Schimpff in die Weststraße 25.
Zu den Gründen für die Geschäftsaufgabe in Hamm wollte die Geschäftsführung bisher keine Stellungnahme abgeben.