Party auf dem Petrikirchplatz

Neue Deutsche Welle-Party in Soest lieferte perfekte Show

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Alexander Kerbst ist Co-Autor und Hauptdarsteller eines Musicals über Falco – bei seinem Auftritt durfte der Skandalsong „Jeanny“ nicht fehlen.

Die Neue Deutsche Welle-Party lieferte am Samstagabend, 20. Juli, eine perfekte Show. Die Stars der 80er gaben alles, das Publikum war begeistert.

Soest – Was hätte schlimmstenfalls passieren können? Dass eine Gruppe älterer Künstler, die vor 40 Jahren ihren Ruhm hatte, als Schatten ihres früheren Selbst eine traurige Show abliefern.

Neue Deutsche Welle-Party in Soest lieferte perfekte Show

Was ist tatsächlich passiert? Eine Gruppe springlebendiger Herrschaften in ihren Sechzigern liefert zwei Stunden lang eine energiegeladene Show mit moderat modernisierten Versionen ihrer Hits und denen ihrer Mitstreiter der Neuen Deutschen Welle ab – und das bei freiem Eintritt. Mit anderen Worten: WDR 4 hat der Stadt an einem der wärmsten Abende dieses Sommers eine der besten Partys des Jahres beschert.

Markus Mörl (links) hatte mit „Ich will Spaß“ 1982 seinen größten Hit. Nach seinem charismatischen Auftritt in Soest durfte man sich die Frage stellen, warum seine große Zeit schon vor 40 Jahren endete.

An den einzelnen Stationen der NRW-Radtour spendiert der Sender den 1400 Radlern und allen anderen Interessierten Konzerte. Da man am zweiten Tag eine große Runde um Dortmund fuhr, war der dortige Hansaplatz mit Auftritten der Spider Murphy Gang und Marquess zweimal Gastgeber, der Soester Petrikirchplatz konnte am letzten Abend in puncto Andrang und Stimmung locker mithalten.

Das ist nahezu allen Beteiligten auf der Bühne zu verdanken, allen voran dem Motor der Show. Markus Mörl, besser bekannt als Markus, hatte 1982 mit „Ich geb Gas, ich will Spaß“ seinen großen Hit. Heute, mit 64, wirkt er erstaunlich frisch und jugendlich, kommt ungemein natürlich, charismatisch und sympathisch daher, reißt das Publikum mit seiner Ausstrahlung und Spielfreude vom ersten Moment an mit. Seine Band setzt nicht auf Nostalgie, sondern kombiniert die Keyboard-Klänge der Achtziger gekonnt mit modernen, harten Gitarrensounds, sodass die Show eher rockig wird.

Neue Deutsche Welle-Party in Soest: Urlaubsvertretung bei „Geier Sturzflug“

Friedel Geratsch von „Geier Sturzflug“ mag zwar seine Urlaubs- und Krankheitsvertretung Rainer Hundsdoerfer vorgeschickt haben, der erst seit 2011 zur Band gehört, aber der klingt nicht viel anders, ihre „Pure Lust am Leben“ von 1984 ist die Hymne des Abends.

Peter Hubert von der kurzlebigen Band UKW („Sommersprossen“) ist vielleicht kein Caruso, dafür aber der Clown des Abends. Alexander Kerbst, Co-Autor und Hauptdarsteller eines Musicals über Falco, imitiert den exaltierten Österreicher perfekt und wird vom Publikum am stärksten bejubelt, allein Wörls Ehefrau Yvonne König geht als Nena-Ersatz stimmlich etwas unter. Die Hits anderer Bands und Künstler wie DÖF oder Peter Schilling teilen die Künstler unter sich auf. Gut zwei Stunden dauert die Show, selbst Teenager feiern begeistert direkt vor der Bühne mit.

Einen Tag nach der Party wurde in Soest eine ganz andere Art von Event angeboten: Beim Sattel-Fest gab es wieder an mehreren Stationen einiges zu erleben.

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