VonCedric Sporkertschließen
Die Revision im Hammer Freizeitbad Maximare ist beendet: Fliesen wurden ausgetauscht, viele Flächen erhielten einen neuen Anstrich.
Hamm – Das Maximare hat in den zurückliegenden zweieinhalb Wochen eine Frischzellenkur verpasst bekommen. Während der Revision waren die Aquawelt und das Sportbecken des beliebten Freizeitbads im Hammer Osten geschlossen. Seit dem 2. Weihnachtstag können Besucher wieder alle Angebote nutzen.
Überall im Bad werkelten zuletzt die Handwerker. 14 Firmen waren im Einsatz, um das Pensum in der veranschlagten Zeit zu schaffen. Die Renovierungsarbeiten waren diesmal vor allem kosmetischer Natur. Die Maler verpassten etlichen Flächen einen neuen Anstrich. Im Außenbereich des Solebeckens wurden die Bepflanzung und Steine ausgetauscht. Überlaufrinnen und Fugen wurden ebenfalls erneuert. Außerdem wurde die Beleuchtung auf LED umgerüstet. „Wir haben viele Dinge ausgebessert, vor allem hinter den Kulissen“, erklärt Bad-Sprecher Christian Fecke.
Fliesenleger mit Pressluftflasche
Den wohl spektakulärsten Revisionseinsatz hatte Volker Bartmann. Der Fliesenleger tauschte in den Becken beschädigte oder lose Fliesen aus – unter Wasser. Denn das wird auch während der Revision nicht abgelassen. Das wäre schlicht zu teuer und zu zeitaufwendig, so Fecke. Bartmann stammt aus dem Hammer Osten und ist selbstständiger Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister. Über 30 Jahre taucht er. Was erst ein Hobby war, wurde zu einem wichtigen Teil seines Berufs. Einen nennenswerten Teil seiner Arbeitszeit verbringt er inzwischen unter Wasser. Bartmann ist nicht nur im Maximare, sondern auch in etlichen anderen Bädern als sogenannter „Fliesentaucher“ unterwegs.
Anders als üblich kann Bartmann allerdings während der Revision zu eher gewöhnlichen Arbeitszeiten sein Werk verrichten. Tauscht er sonst kurzfristig kaputte Fliesen aus, muss er das außerhalb der Öffnungszeiten tun. Dann hat er zwischen 22 und 6 Uhr eine Nachtschicht.
Spezialkleber im Einsatz
Mit einem zum Teil selbst entwickelten Spezialkleber, der nicht auf Chemikalien reagiert und in Verbindung mit Wasser aushärtet, klebt Bartmann lose Fliesen wieder an. Eineinhalb Stunden hat er, bis der Klebstoff ausgehärtet ist.
Dass überhaupt immer wieder einige der vielen Tausend Fliesen ausgetauscht werden müssen, liegt an den extremen Bedingungen für das Material in den Becken. Durch Temperaturwechsel kommt es zu Spannungen, die die Fliesen brechen lassen. In älteren Becken verliert der Mörtel über die Jahre an Festigkeit. Nur durch den Wasserdruck werden manche Fliesen dann an der Beckenwand gehalten, fallen dann aber doch mal ab.
Hoher fünfstelliger Betrag
Die Revision lässt sich das Maximare einen hohen fünfstelligen Betrag kosten. Fortwährende Instandhaltung sei notwendig, um den Gästen immer wieder aufs Neue ein tolles Badeerlebnis bieten zu können, sagt Fecke. Das Maximare feierte unlängst seinen 20. Geburtstag, 30 Millionen Euro waren 2003 für den Neubau investiert worden. Viele weitere Millionen sind seitdem für Umbau und Modernisierung im Hammer Osten geflossen.
Besonders aufwendig war 2019 die Sanierung des Kinderbereichs für rund 650 000 Euro. Ein Teil der dortigen Fläche bleibt allerdings schon seit Jahren quasi ungenutzt. Eigentlich sollten Kinder an digital vernetzten Sportgeräten spielerisch sogenannte Kidcoins sammeln können und diese dann in der Gastro gegen gesunde Snacks einlösen können. Die vom HSHL-Startup Kidletics aufgestellten Geräte sind seit Anfang 2020 aber kaum zum Einsatz gekommen. Erst machte die Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Nun fehlt das Personal. „Das Konzept ist nach wie vor prima. Da glauben wir dran. Es muss aber betreut werden. Wir können die Kinder nicht einfach so da drauf jagen“, sagt Badleiter Oliver Garlepow. Mitarbeiter zu finden werde generell immer schwieriger und gerade für die Animation. Die finde eben mit Schwerpunkt am Wochenende statt.
Kidsclub muss wieder neu anlaufen
Der extra für den neuen Spielbereich gegründete „Kidsclub“ sei mit über 500 Anmeldungen zunächst ein Erfolg gewesen, sagt Fecke. Aber auch da habe die Pandemie ein Stück weit die Luft rausgenommen. Viele der Kinder, die direkt zum Start und damit kurz vor Beginn der Pandemie angemeldet wurden, seien nach Ende der einschneidenden Maßnahmen bereits aus der entsprechenden Altersgruppe „herausgewachsen“ gewesen und damit praktisch nicht mehr erreichbar. Langfristig sollen sowohl die Sportgeräte als auch der Kidsclub wiederbelebt werden, betont Fecke.
Schon am 2. Weihnachtstag waren wieder viele Kinder mit ihren Familien im Bad. „Dann werden wir praktisch immer überrannt. Offenbar müssen die Leute nach den Festtagen mal raus“, meint Fecke. Dass die Revision ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit stattfand, hat übrigens einen einfachen Grund. „In der Zeit haben wir den geringsten Besucherzustrom“, erklärt der Bad-Sprecher. Sobald die Weihnachtsmärkte öffneten und der festliche Trubel losginge, sei merklich weniger los im Maximare.
Öffnungszeiten
Für Ferienspaß ist aktuell und noch während der restlichen Weihnachtsferien im Sportbecken der 40-Meter-Aquatrack aufgebaut (geöffnet von 12 bis 17 Uhr). Am Silvestertag ist das Maximare geschlossen. An Neujahr (1. Januar) sind alle Bereiche ab 11 Uhr geöffnet.



