„GW3616m“

Neuer Wolf in Bottrop nachgewiesen: Doch woher er kommt, ist unklar

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In Bottrop – in der Nähe des Wolfsgebiets Schermbeck – wurde ein neuer Wolf nachgewiesen. Doch viel ist über „GW3616m“ nicht bekannt.

Bottrop – Eigentlich waren Wölfe in NRW nahezu ausgestorben, doch seit den letzten Jahren gibt es immer wieder Sichtungen und offizielle Nachweise im gesamten Bundesland. Darunter vor allem rund um Schermbeck (Kreis Wesel). Nun wurde hier vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) ein neuer Wolf nachgewiesen. Sein Name: „GW3616m“.

„GW3616m“: Neuer Wolf in Bottrop – doch woher er kommt, ist unklar

Zwei Wölfe werden in der Region am Schluchsee von einer Fotokamera aufgenommen (Symbolbild).

Der Wolf konnte nun erstmals in der Nähe des Schermbeck-Territorium nachgewiesen werden – genauer gesagt in Bottrop-Kirchhellen. „Über zwei Losungsfunde (Kot) vom 9. Juni 2023 konnte das Senckenberg Forschungsinstitut Gelnhausen den männlichen Wolf ‚GW3616m‘ im Kerngebiet des Schermbecker Rudels nachweisen“, heißt es vom LANUV weiter.

So entsteht der Name des jeweiligen Wolfs

► GW steht als Abkürzung für „Genetic Wolf“.

► Die Nummer ist die jeweilige und individuelle Nummer des Tieres.

► Der letzte Buchstabe steht dafür, ob es sich um ein Männchen (m) oder ein Weibchen (f) handelt.

Doch woher das Tier stammt, ist unklar. „Aufgrund genetischer Merkmale steht fest, dass es sich nicht um einen Nachkommen dieses Rudels handelt.“ Der Wolf wurde stattdessen in Bottrop-Kirchhellen erstmalig genetisch erfasst und kann keinem Herkunftsterritorium zugeordnet werden. Auch das Alter des Wolfes „GW3616m“ ist unklar, heißt es weiter. Klar ist nur: „Es entstammt der in Deutschland typischen mitteleuropäischen Flachlandpopulation.“

Neuer Wolf in Schermbeck entdeckt: Doch wo sind „GW1587m“ und „GW954f“?

Derzeit ist auch nicht bekannt, ob der Wolf „GW3616m“ nur Bottrop durchquerte oder ob das Tier tatsächlich dauerhaft im Gebiet lebt. Möglich sei, dass der neue – noch unbekannte – Wolf „GW3616m“ Teil des Rudel Schermbeck geworden ist. Immerhin stammt der letzte Nachweis des eigentlich territorialen Rüden „GW1587m“ vom 30. Januar 2022. Seitdem wurde dieser nicht mehr in der Region nachgewiesen. „Seither gilt GW1587m als verschollen.“ Grund könnte sein, dass der neue – nun nachgewiesene Wolf – das alte Tier abgelöst hat, erklärt das Landesamt weiter. „Das steht bislang jedoch noch nicht mit Gewissheit fest.“

Klar ist jedoch: Auch das Weibchen „GW954f“, das immer wieder im Bereich nachgewiesen wird, wurde „seit Monaten nicht mehr genetisch erfasst“. Zuletzt gab es im März einen Nachweis.

„In Nordrhein-Westfalen ist es im vergangenen Jahr zu mehreren Ausfällen territorialer Wölfe gekommen“, sagt LANUV. Nicht nur in Schermbeck, sondern auch im Wolfsgebiet Hohe Mark und Dämmerwald-Üfter Mark. „Die Gründe für diese Häufung von Ausfällen territorialer Wolfsindividuen sind nicht genau bekannt. Mögliche Ursachen könnten z. B. innerartliche Auseinandersetzungen oder natürliche Todesumstände (Geburtskomplikationen, Krankheiten wie Räude, etc.) sein“, so das Landesamt weiter. (jw)

Rubriklistenbild: © FVA BW/dpa

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