Neues Konzept erarbeiten

Kehrtwende: Winterfest wird „nicht einfach so“ gestrichen

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Winterfest in Schalksmühle: Gut gelaunte Gäste waren immer die Regel. So soll es bestenfalls ab 2025 wieder sein.
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Wenn es nach der Schalksmühler Lokalpolitik geht, sollte das Winterfest der Gemeinde nicht gestrichen werden. Viel eher sollte sich um ein neues Konzept für die beliebte Veranstaltung bemüht werden.

Schalksmühle – Schalksmühles Politiker haben sich in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport am Mittwoch einstimmig dafür ausgesprochen, das bei vielen Schalksmühlern beliebte Winterfest nicht einfach so aus dem Veranstaltungskalender zu streichen. Im Gegenteil: Die von der Verwaltung vorgelegte Beschlussempfehlung wurde von allen Fraktionen zum Teil heftig kritisiert und führte zu einer langen und regen Debatte, an deren Ende zwei einstimmige Beschlussempfehlungen an den Rat formuliert wurden, um den Ortskern mit Veranstaltungen zu beleben.

Da klar war, dass in diesen Jahr kein Winterfest mehr auf die Beine gestellt werden kann, befürworteten die Politiker den Vorschlag der Verwaltung, mit den dafür bisher veranschlagten Haushaltsmitteln in Höhe von 20 000 Euro eine alternative Veranstaltung des Stadtmarketingvereins in der zweiten Jahreshälfte zu unterstützen. Gleichzeitig beschlossen sie, eine Entscheidung über ein mögliches Winterfest 2025 in den Spätsommer zu verschieben. Bis dahin sollen Gespräche geführt werden, wie das Konzept so verändert werden kann, dass die engen personellen Kapazitäten der Gemeindeverwaltung nicht mehr im bisherigen Umfang dafür eingebunden werden müssen.

Winterfest: Personelle Ressourcen fehlen

Damit trugen die Politiker den Erläuterungen von Bürgermeister Jörg Schönenberg Rechnung, dass in erster Linie die fehlenden personellen Ressourcen der Grund dafür waren, das Fest nicht mehr durchzuführen. Insbesondere könne nicht gewährleistet werden, dass das Team des Bauhofes im Winter, wenn jederzeit Einsätze wegen Schnee und Glätte erforderlich sein könnten, für die gesamte Logistik des Festes herangezogen werde – angefangen vom Auf- und Abbau der Hütten bis zum Betrieb eines Toilettenwagens. Auch sei es dem Team aus dem Bereich Kultur nicht zuzumuten, das gesamte Wochenende für das Fest im Einsatz zu sein. Wenn man das Winterfest weiterhin erhalten wolle, so Schönenberg, müssten entweder andere Akteure einspringen oder ein entsprechendes Budget zur Verfügung gestellt werden, um externe Dienstleister beauftragen zu können. Er sagte ganz klar, dass die Verwaltung das Winterfest nicht habe absagen wollen. Es sei schlicht personell nicht mehr zu leisten gewesen.

Kritik hatte es von allen Fraktionen gegeben, weil die Verwaltung eine bei vielen Schalksmühlern beliebte Veranstaltung mehr oder weniger unter den Tisch hat fallen lassen, nachdem zum Jahresende noch mitgeteilt worden sei, ein Termin für das Winterfest werde noch bekannt gegeben. Am deutlichsten wurde der CDU-Fraktionsvorsitzende André Krause. Er sei nicht glücklich damit, dass das Winterfest lediglich mit „Alkohol und Partymusik“ gleichgesetzt worden sei, wenn es doch vor allem um Geselligkeit und Begegnung gehe. Das müsste dann gleichermaßen für viele andere Events in der Region gelten. Er fragte, warum man die Beteiligten nicht an einen Tisch geholt habe, wenn es organisatorische Schwierigkeiten gegeben habe. Auch Enid Lal (UWG) äußerte sich skeptisch, dass die Verwaltung die Veranstaltung auf laute Musik und Partystimmung reduziert habe: „Ich fand die Atmosphäre immer sehr schön. Das war ein Familienfest mit allem drum und dran.“ Wenn der Gemeindesportverband kein Nachmittagsprogramm mehr stemmen könne, solle über Alternativen nachgedacht werden.

Michael Schaefer (FDP) kritisierte: „Alles was gut gelaufen ist, haben wir letztlich sein lassen.“ Lutz Schäfer (SPD) betonte, wenn man frühzeitig von den organisatorischen Problemen gewusst hätte, hätte man noch nach alternativen Lösungen suchen können. Für dieses Jahr sei es nun zu spät. Er sprach sich wie alle anderen für einen Neuanfang für 2025 aus, ohne ein neues Event in der zweiten Jahreshälfte in Frage zu stellen: „Eine zweite Veranstaltung tät uns gut.“

Zu viel Alkohol bei der „Apres-Ski-Party“

Fachbereichsleiterin Anja Wolf entschuldigte für die „missverständliche“ Vorlage der Verwaltung, die vor allem den Charakter einer „Après-Ski-Party“ mit „zunehmendem Alkoholkonsum der Party-Gäste“ als Begründung für die Absage angeführt hatte, wies aber darauf hin, dass auch der Stadtmarketingverein „Schalksmühle köstlich...“ wegen fehlender Kapazitäten nicht mehr habe stemmen können. Es sei schade, dass auch das nicht mehr habe stattfinden können. Daher sei die Intention entstanden, das beste aus beiden Veranstaltungen zusammenzubringen und die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen.

Die Politiker begrüßten ausdrücklich die Aussagen von Anja Wolf und Jorge Rodrigues, stellvertretender Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, dass man in intensiven Gesprächen für diese neue Veranstaltung im Ortskern sei, die an die Tradition von „Schalksmühle köstlich...“ anknüpfen soll. Es habe Interessenten gegeben, die in der Folge Details sollen in Kürze bekannt gegeben werden.

Mit ihrer Empfehlung stellten die Politiker die Weichen dafür, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen. Auch der Bürgermeister stellte sich hinter das Vorgehen zum Winterfest: „Wenn die Vereine es machen wollen, dann gerne.“ Ausschussvorsitzender Bernd Müller (UWG) zeigte sich erfreut über die rege Debatte: „Die lebendige Diskussion zeigt, wir müssen uns gegenseitig richtig zuhören.“ Das Thema der Veranstaltungsorganisation sei, so sagte er, erstmals in dieser Breite diskutiert worden.

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