Mittelalterliches Ausflugsziel

„Nicht einfach Ansammlung alter Gebäude“: Eine Besonderheit zeichnet historische Altstadt in NRW aus

  • schließen

Einen Schritt weg vom tristen Alltag und hinein ins Mittelalter: In Alt-Kaster ist dies nach wie vor realisierbar. Sogar Werwölfe sollen dort ihr Unwesen getrieben haben.

Alt-Kaster – Ein Schritt durch eines der Stadttore genügt, um in eine mittelalterliche Welt einzutauchen. Denn Alt-Kaster hat eine Besonderheit: Der Stadtteil von Bedburg im Rhein-Erft-Kreis ist einer der wenigen Orte im Rheinland, der noch „über einen komplett erhaltenen abgeschlossenen historischen Ortskern verfügt“, wie es auf der Stadt-Website heißt. Sie sei aber nicht bloß „einfach eine Art Museum, eine Ansammlung alter Gebäude, sondern eine nach wie vor bewohnte Stadt“.

Zwei Stadttore führen in den Ortskern – beide sind aus dem 14. Jahrhundert

In die Altstadt führen das St-Agatha-Tor und das Erfttor. Sie sind zugleich auch schon die ersten Sehenswürdigkeiten, denn auch um sie webt sich eine Geschichte, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Es handelt sich bei den Stadttoren um Turmbauten, die entlang der Stadtmauer zu finden sind, und zwar aus dem 14. Jahrhundert stammen, jedoch etwa vom Krieg nicht ganz verschont geblieben sind. Schäden wurden im Laufe der Jahre behoben.

Wer durch eines der Stadttore in Alt-Kaster tritt, findet sich in einer mittelalterlichen Welt wieder.

Im Ort selbst geht es mindestens genauso historisch weiter: Nennenswert ist an dieser Stelle vor allem die Burgruine, dem ehemaligen Schloss der Grafen von Jülich. Sie wurde im Laufe der Jahre sehr in Mitleidenschaft gezogen, im Jahr 1278 wieder aufgebaut und 1648 erneut zerstört. Darüber informiert die Stadt Bedburg in einem Info-Flyer über Alt-Kaster. Heute ist die ehemalige Burg im wahrsten Sinne eine Ruine – bewachsen vom umliegenden Grün macht sie einen geradezu mystischen Eindruck. Und auch etwa der runde Eulenturm, der aus Backstein besteht, besitzt noch einen mittelalterlichen Kern.

Von Mittelalter-Stadtführungen und Wanderwegen, die von Werwölfen erzählen

Wer sich für die weitreichende Geschichte des kleinen Mittelalter-Ortes interessiert, kann auch an einer Stadtführung teilnehmen. Die werden übrigens auch mit Mittelalter-Kostüm angeboten. Direkt angrenzend an das kleine Örtchen ist außerdem das Naherholungsgebiet Kasterer See. Hindurch führen verschiedene Wanderwege. Der bekannteste ist laut Website der Stadt Bedburg der sogenannte Werwolf-Wanderweg, der die Wanderer auf die Spuren des Werwolfs von Epprath führt. Dieser soll nämlich im 16. Jahrhundert sein Unwesen im Bedburger Raum getrieben haben.

Eine Geschichte, die sogar noch weiter in die Vergangenheit reicht, nämlich circa 370 Millionen Jahre, gibt es in Olsberg-Bruchhausen zu entdecken – dort ragen riesige Vulkanfelsen aus einem Berg. Ebenfalls für einen märchenhaften Ausflug geeignet ist das Schloss Nordkirchen – auch „Westfälische Versailles“ genannt.

Rubriklistenbild: © IMAGO / teutopress

Kommentare