VonJens Hippeschließen
Was sich aktuell im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes für die Innenstadt Warstein im Sanierungsgebiet nördliche Hauptstraße tut, erfuhren die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses.
Warstein – Parallel zur Planung der Sanierung der nördlichen Hauptstraße „gibt es auch hinter den Bordsteinen viele Aktivitäten“. So leitete Hubertus Jesse, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, am Mittwochabend den Sachstandsbericht von Oliver Engelhardt, Projektleiter der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH in Bielefeld, zur Umsetzung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) für die Warsteiner Innenstadt ein.
Engelhardt berichtete zunächst, dass man bei den Planungen etwas überrascht von der Novellierung der Städtebauförderrichtlinie durch das Land NRW gewesen sei. Doch zum 31. Oktober 2023 habe man den Grundförderantrag stellen können. Ein Folgeantrag mit konkretisierten Angaben zu den Fördergegenständen soll zum 30. September dieses Jahres eingereicht werden. Im Rahmen des Projektmanagements habe man auch mit der Bezirksregierung abgeklärt, dass man noch zwei weitere Antragsjahre für Förderungen im ISEK-Rahmen habe, für die Umsetzung habe man anschließend fünf Jahre Zeit.
Wichtiger Teil der Aktivitäten hinter den Bordsteinen sind Gespräche mit den Eigentümern der Immobilien entlang der Hauptstraße, um ihnen bestehende und neue Fördermöglichkeiten zur Sanierung oder Verschönerung ihrer Gebäude aufzuzeigen. „Wir haben eine Sanierungsdatenbank aufgebaut“, berichtete Oliver Engelhardt. Mit sieben Eigentümern habe man bereits Beratungstermine durchgeführt. „Ein Eigentümer ist bereits mit Fördermitteln bezuschusst, andere sind auf dem Weg“, so Engelhardt.
Zu den Immobilien „auf dem Weg“ gehört das ehemalige Feuerwehrgerätehaus gegenüber dem Bullerteich. Hier soll die Fassade mit Fördermitteln aus dem Hof- und Fassadenprogramm verschönert werden. Da der Eigentümer den Eigenanteil selbst nicht tragen kann, so Engelhardt, springen die Bullerteichfreunde mit finanziellen Mitteln ein. Vor einigen Jahren hatten die Bullerteichfreunde das Gebäude und das Grundstück bereits kaufen, wollen, um dort einen Parkplatz und Sitzgelegenheiten zu errichten, wegen Problemen mit der Felssicherung hatten sie aber davon Abstand genommen.
Für das Gebäude Hauptstraße 27, ehemals als Rustica oder Kino bekannt, hat die Stadt Warstein selbst eine Lösung gefunden. Sie hat die Immobilie gekauft, wird sie abreissen und dort „Quartiersparken“ ermöglichen. „Das ist ein Schandfleck weniger“, freut sich Engelhardt über diesen Fortschritt. Wobei Wolfgang Landfester (WAL/Grüne) auch hier Probleme mit der Felssicherung befürchtet. „Da müssen wir gucken. Das ist sicherlich eine Herausforderung, dessen sind wir uns bewusst“, erklärte Sabine Leitner, Fachbereitsleiterin Bauen und Wohnen.
Die Stadt könne ein Teil der Kosten refinanziert bekommen durch eine Maßnahme im umfangreichen „Werkzeugkasten“, so Engelhardt, an Fördermöglichkeiten. Beim ehemaligen „Rustica“ könnten die Arbeiten steuerlich begünstigt werden, weil das Gebäude in einem ausgewiesenen Sanierungsbereich liegt.
Für Besitzer von leer stehenden Ladenlokalen gibt es weiter die Möglichkeit einer Förderung, wenn sie die Räume in eine andere Nutzung – zum Beispiel Wohnungen oder Büros – umwandeln.
Durch die neue Städtebauförderrichtlinie können auch durchgreifende Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten oder der Rückbau von Gebäuden gefördert werden. Über den Kommunalen Entwicklungsfonds wird Städten die Möglichkeit gegeben, Immobilien zu erwerben und weiter zu verkaufen.
„Wir werden jetzt die Eigentümer kontaktieren und ihnen diesen großen Blumenstrauß an Fördermöglichkeiten präsentieren“, erklärte Engelhardt.
Auch im öffentlichen Raum geht die Planung weiter. So laufe bereits die Vergabe der Planungsleistungen für „Trockels Knäppchen“, das in einem „sanierungsbedürftigen Zustand“ ist. Eine attraktive Grünfläche mit hohem Wert soll der Wästergarten in einem Bereich werden, der derzeit sehr stark versiegelt ist. Die Planungsleistungen für die Renaturierung sind bereits vergeben, die für den Wästergarten sind in der Vergabe.
Im nächsten Schritt sollen nun eine konkretisierte Immobilienstrategie entwickelt sowie die Baukosten für das Quartiersparken, für die Sanierung von „Trockels Knäppchen“ und für die Neugestaltung der Fußgänger- und Grünbereiche ermittelt werden, um die entsprechenden Förderanträge auf den Weg bringen zu können. Ziel ist, „dass im Folgejahr diese Maßnahmen hintereinander weg umgesetzt werden können“, erklärte Oliver Engelhardt abschließend.

