VonMaximilian Gangschließen
Der Bagger 293 schaufelt seit 1995 unzählige Tonnen Abraum und Kohle pro Tag aus dem Tagebau in Hambach. Das riesige Fahrzeug ist zweifacher Rekordhalter.
Hambach – Im Südwesten von NRW steht ein Jahrhundertprojekt in den Startlöchern. Nach dem Braunkohleausstieg 2030 soll der Tagebau Hambach mit Wasser aus dem Rhein geflutet werden. Die Betreiber von RWE Power wollen so aus dem „größten Loch Europas“ den tiefsten See in ganz Deutschland formen. So entsteht ein neuer Rekordhalter im Westen Deutschlands – gleichzeitig geht ein anderer in Rente. Denn schon jetzt ist das größte und schwerste Landfahrzeug in der Grube im Einsatz.
Der größte Bagger der Welt ist in NRW im Einsatz
Über 14.000 Tonnen schwer, 220 Meter lang und knapp 95 Meter hoch: Der Schaufelradbagger mit dem unscheinbaren Namen 293 ist ein wahrer Koloss. Als größtes und schwerstes Landfahrzeug ist das Monstrum gleich zweimal im Gusinessbuch der Rekorde vertreten. Demnach kann der Bagger der Leipziger Firma TAKRAF bis zu 240.000 Kubikmeter pro Tag fördern. Insgesamt werden aus dem Tagebau laut RWE rund 23 Millionen Tonnen Kohle und 100 Millionen Kubikmeter Abraum pro Jahr ans Tageslicht gebracht.
Allein das Schaufelrad im vorderen Teil des Baggers ist laut Guinnessbuch so groß wie ein vierstöckiges Haus. An ihm sind 18 Schaufeln angebracht, die jeweils ein Volumen von 6.600 Litern haben. Zum Vergleich: In eine reguläre Badewanne passen circa 140 Liter, mit der Ladung aus einer Schaufel könnte man also fast 50 Wannen füllen. Setzt sich das Rad mit einem Durchmesser von mehr als 20 Metern in Bewegung, graben die Schaufeln tief in die Erde und lassen Abraum und Kohle auf ein Förderband fallen.
Arbeit auf dem Riesenbagger ist ein Knochenjob
Eigentlich heißt der Bagger MAN TAKRAF RB293, RWE Power verlieh der Maschine für ihre Zwecke den verkürzten Namen 293. Um das Gerät zu bedienen, werden fünf Personen benötigt, wie das Fachportal ingenieur.de berichtet. Das Personal arbeitet dabei rund um die Uhr im Schichtbetrieb. Das kann mitunter ein echter Knochenjob sein, denn: Allein 2.000 Stufen sind auf dem monumentalen Konstrukt verbaut. Die maximale Geschwindigkeit ist mit knapp 10 Metern pro Minute aber überschaubar.
Der riesige Bagger ist aber nicht der einzige Rekordträger aus NRW. So steht beispielsweise die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands im Bergischen Land. Und in Hamm „lebt“ der größte Elefant der Welt. (maga)
Rubriklistenbild: © Roland Scheidemann/dpa


