Niedriger Wasserstand

Besonderer Anblick: Rhein sinkt – und legt alte Schiffswracks frei

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Der Wasserstand des Rheins ist zuletzt immer weiter gesunken. Die Folge: Dinge, die längst vergessen sind, geraten wieder an die Oberfläche – auch Schiffswracks.

Köln – Wochenlange Trockenheit und Hitze führen dazu, dass der Rhein immer mehr verschwindet. In Köln ist der Rhein-Wasserstand derzeit nur einige Zentimeter vom bisherigen Rekordtief entfernt, in Emmerich wurde sogar ein Wert von unter Null erreicht. Durch den ausbleibenden Regen werden Ufer immer breiter – und legen Dinge und Gegenstände frei, die lange als verschollen galten.

Schiffswrack taucht plötzlich im Rhein auf – es ging schon 1895 unter

Schiffswrack am Rheinufer bei Emmerich.
In Emmerich tauchte das alte Wrack des 127-Jahre alten Schiffes „De Hoop“ wieder auf. (Bild vom 16. August 2022) © Christoph Reichwein/dpa
Ein altes Schiffswrack wird durch den extrem niedrigen Pegel am Ufer des Rheins freigelegt.
Das Schiffswrack bei Emmerich zog einige neugierige Besucher an. (Bild vom 17.08.2022) © Markus van Offern/Imago
Ein altes Schiffswrack liegt am Ufer des Rheins bei Kleve/Emmerich.
Das Schiffswrack am Ufer des Rheins sorgte für einen spektakulären Anblick. (Bild vom 17.08.2022) © Markus van Offern/Imago
Schiffswrack am Ufer des Rheins.
Das Schiffswrack in Emmerich ging im Jahr 1895 unter. (Bild vom 16. August 2022) © Christoph Reichwein/dpa
Schiffswrack in Ueedesheim bei Neuss.
Dieses Schiffswrack ist in Uedesheim bei Neuss entdeckt worden – es lag lange auf dem Grund des Rheins. (Bild vom 15. August 2022) © Federico Gambarini/dpa
Ein Frachtschiff fährt auf dem Rhein bei Uedesheim an einem Schiffwrack vorbei, das normalerweise unter Wasser liegt.
Durch den niedrigen Wasserstand des Rheins tauchen auch alte Schiffe wieder auf, die bereits gesunken waren. (Bild vom 15. August 2022) © Federico Gambarini/dpa
Am Ufer des Rhein in Emmerich sind Pfähle aus Holz zu sehen.
Am Ufer des Rheins treten Holzpfähle im Sand zum Vorschein. (Bild vom 20.08.2022) © Rüdiger Wölk/Imago
Auch in Kleve ist durch das Niedrigwasser ein altes Bootswrack an Land aufgetaucht.
Auch in Kleve ist durch das Niedrigwasser ein altes Bootswrack an Land aufgetaucht. © Markus van Offern/Imago
In Bingen (Rheinlandpfalz) liegt ein verrosteter Einkaufswagen am Rheinufer.
Auch ein Einkaufswagen ist am Ufer des Rheins aufgetaucht – er wurde in Bingen (Rheinland-Pfalz) entdeckt. (Bild vom 15. August 2022) © Boris Roessler/dpa
Boote und angeschwemmte Tasche zwischen Bad Honnef und der Rheininsel Grafenwerth.
Boote liegen im Rheinarm zwischen Bad Honnef und der Rheininsel Grafenwerth auf dem Trockenen – zudem tauchte dort eine versunkene Tasche auf. (Bild vom 16. August 2022) © Henning Kaiser/dpa
An der Insel Grafenwerth in Bad Honnef liegt ein Boot nahezu auf dem Trockenen.
An der Insel Grafenwerth in Bad Honnef liegt ein Boot nahezu auf dem Trockenen (Bild vom 17. August 2022) © Marc John/Imago
Gegenstände am Ufer des Rheins in Emmerich.
Einige Gegenstände, die lange im Rhein lagen, lassen sich nur schwer erraten. (Bild vom 16. August 2022) © Jochen Tack/Imago
Ein Gegenstand liegt bei Niedrigwasser am Rhein.
Das Niedrigwasser hat auch einen Safe freigelegt, der zuvor unter Wasser im Rhein lag. Der Fund wurde in Bad Honnef gemacht (Bild vom 17. August 2022). © Marc John/Imago
Niedriger Wasserstand im Rhein bei Köln.
Die Stadt Köln warnt Spaziergänger derzeit davor, das Rheinufer zu betreten – denn auch Kampfmittel aus dem Weltkrieg wurden dort am Ufer gefunden. (Bild vom 15. August 2022) © Rolf Vennenbernd/dpa

NRW: Schiff, Granate, Einkaufswagen – Niedriger Rheinpegel bringt verschollene Dinge an Oberfläche

Ein versunkenes Schiffswrack, ein verrosteter Einkaufswagen, Kampfmittel aus den beiden Weltkriegen – auf dem Grund des Rheins ist so einiges zu finden, das man normalerweise nicht sehen würde. Aufgrund des niedrigen Wasserstands kommen alle diese Dinge nun aber plötzlich an die Oberfläche.

Am Rheinufer bei Schenkenschanz (Kreis Kleve) ist so zum Beispiel das Wrack des gesunkenen Holz-Frachtschiffes „De Hoop“ aufgetaucht. 1895 hatte sich beim Umladen von Dynamit eine katastrophale Explosion ereignet, bei der 16 Menschen starben und das Schiff zerstört wurde. Die Umrisse des Schiffes sind noch deutlich erkennbar und zu einem beliebten Fotomotiv geworden – einige Menschen sitzen auf Campingstühlen neben dem Wrack und machen davon Bilder.

Ein altes Schiffswrack liegt linksrheinisch am Ufer des Rheins in Emmerich. (Bild vom 16. August 2022)

In Köln haben Spaziergänger zuletzt eine Granate aus dem Ersten Weltkrieg am Rheinufer in Köln-Poll gefunden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst transportierte die Granate noch am selben Abend ab. Da solche gefährlichen Funde aufgrund des niedrigen Wasserstands derzeit häufiger vorkommen könnten, warnte die Stadt Spaziergänger deshalb davor, „den Uferbereich des Rheins derzeit nicht zu betreten“. Sollten Menschen auf einen verdächtigen Gegenstand stoßen, sollte dieser auf keinen Fall berührt, mitgenommen oder bewegt werden, heißt es weiter. Stattdessen ist in diesem Fall die Polizei (110), die Feuerwehr (112) oder der Ordnungsdienst (0221/221-32000) zu kontaktieren.

Der Spaziergang am Rheinufer könnte also derzeit gefährlich werden – denn man weiß nie, was man dort findet. Aber wer weiß, vielleicht kommen so nun wieder ein paar E-Scooter an die Oberfläche, nach denen in Köln zuletzt sogar getaucht wurde? Trotz des niedrigen Wasserstands kann übrigens derzeit noch nicht in Köln durch den Rhein laufen. Die Fahrrinne wäre nämlich immer noch zu tief.

NRW: Niedriger Wasserstand wegen Trockenheit – Fotos zeigen, wie Rhein verschwindet

Rhein, wo bist Du? Fotos, die das dramatische Niedrigwasser in NRW zeigen

Ein Schiff fährt über den Rhein bei Duisburg, der niedrige Wasserstand des Rheins ist im Vordergrund zu erkennen.
Breite Ufer, Verfärbungen an den Steinen: Das Niedrigwasser des Rhein hat Spuren hinterlassen, wie hier in Duisburg. (Bild vom 22.08.2022) © Ying Tang/NurPhoto/Imago
Ein Schiff fährt in Köln über den Rhein in Köln.
Der Regen der vergangenen Tage in Teilen des Rheineinzugsgebiets lässt das Wasser im Rhein etwas steigen – wie hier in Köln. (Bild vom 22.08.2022) © Oliver Berg/dpa
Der Rhein bei Bonn bei Niedrigwasser, ein Schiff liegt am Ufer.
Ein Schiff liegt im Niedrigwasser des Rheins in Bonn. (Bild vom 21.08.2022) © Kai Dambach/Imago
Der Rheinpegel in Düsseldorf liegt aktuell bei 47 cm. Schiffe dürfen nur sehr langsam fahren.
Der Rhein zwischen Düsseldorf und Neuss liegt aktuell bei 47 Zentimeter (Stand 12.08.). Frachter und Binnenschiffe dürfen mit nur sehr reduzierter Ladung fahren. (Bild vom 11.08.2022) © Jochen Tack/IMAGO
Ein Frachtschiff fährt auf dem Rhein bei Bonn, im Hintergrund ist das Stadtpanorama zu sehen.
Auch in Bonn sind die Auswirkungen deutlich zu sehen: Breite Ufer, niedriger Pegel. (Bild von 21.08.2022) © Thomas Banneyer/dpa
Boote im Düsseldorfer Medienhafen liegen auf dem Trockenen.
Im Düsseldorfer Medienhafen liegen durch das Niedrigwasser Boote auf dem Trockenen (Bild vom 20. August 2022). © R. Stoffels/Future Image/Imago
Den niedrigen Rheinpegel kann man in zahlreichen Städten in NRW beobachten, er liegt bereits bei unter einem Meter.
Der Rhein ist im Bereich des Medienhafens in Düsseldorf an manchen Stellen fast ausgetrocknet (Bild vom 20. August 2022). © R. Stoffels/Future Image/Imago
Am Ufer des Rhein in Emmerich sind Pfähle aus Holz zu sehen.
Am Ufer des Rheins treten Holzpfähle im Sand zum Vorschein. (Bild vom 20.08.2022) © Rüdiger Wölk/Imago
Der Pegel in Köln steuert auf einen neuen Rekord-Tiefstwert zu: Am Datum der Aufnahme (13. August 2022) lag er noch bei 80 Zentimetern
Der Pegel in Köln steuert auf einen neuen Rekord-Tiefstwert zu: Am Datum der Aufnahme (13. August 2022) lag er noch bei 80 Zentimetern, am Tag darauf waren es schon 4 weniger. © Eibner / Imago
Das freigelegte Schiff „Aalschokker Aranka“ mitten im ausgetrocknetem Rhein in Bad Honnef.
Das freigelegte Schiff „Aalschokker Aranka“ – dort, wo normalerweise der Rhein durchfließt. Der Rheinpegel liegt zurzeit bei 0,88 Metern (Stand 14.08.2022). (Bild vom 14.08.2022) © Marc John/IMAGO
Der Rhein zog sich in Emmerich deutlich zurück: Der Rheinpegel ist so niedrig wie schon lange nicht mehr.
Emmerich am Rhein: Schon im Juli hatte die Stadt mit einem extrem niedrigen Rheinpegel zu kämpfen. Das hat sich leider nicht gebessert, zurzeit liegt der Pegel bei nur 12 Zentimetern (Stand 12.08.). (Bild vom 08.08.2022) © Jonathan Raa/IMAGO
Niedrigwasser am Rheinufer von Duisburg: Die Schifffahrt kann nur mit verringerter Ladung und Geschwindigkeit fortgeführt werden.
Am Rhein in Duisburg: Der Wasserstand sinkt wegen der anhaltenden Trockenheit weiter. Trotzdem liegt er noch höher als in anderen Städten. (Bild vom 02.08.2022) © Jochen Tack/IMAGO
Frachtschiffe auf dem Rhein bei Niedrigwasser.
Zwischen Duisburg und Krefeld sind mehrere Frachtschiffe trotz Niedrigwasser auf dem Rhein unterwegs. Sie dürfen aber nur noch zum Teil beladen werden (Bild vom 18. August 2022). © Hans Blossey/Imago
Ein ausgetrocknetes Ufer am Rhein in Düsseldorf. Frachtschiffe fahren noch.
Dürre-artige Zustände in NRW: Noch fahren Frachtschiffe in Düsseldorf. Wie lange ist das noch möglich? (Bild vom 10.08.2022) © Ying Tang/IMAGO
Das Niedrigwasser am Rhein in Bad Honnef: Frachtschiffe können wegen des Tiefgangs nur noch zur Hälfte beladen werden.
Die anhaltende Trockenheit hat in Bad Honnef breite Strände aus Geröll- und Sand freigegeben. Der Rheinpegel liegt bei 93 Zentimetern (Stand: 12.08.). (Bild vom 10.08.2022) © Sepp Spiegl/Imago
Eine umgekippte Fahrwassertonne bei Niedrigwasser im Rhein vor dem Rheinturm und der Rheinkniebrücke.
Ende Juli lag der Wasserstand in Düsseldorf noch bei 0,71 Metern. Zu dem Zeitpunkt haben Binnenschiffe schon bei dem Pegelstand von Kleinwasser gesprochen. (Bild vom 27.07.2022) © Rupert Oberhäuser/IMAGO
Ausgetrocknetes Ufer am Rhein in Düsseldorf. Der Rheinpegel sinkt tief.
Der Rheinpegel in Düsseldorf liegt bei einem Rekordtief von 0,31 Metern (Stand: 15.08.2022). Die Hitze macht dem Fluss zu schaffen. (Bild vom 10.08.2022) © Ying Tang/IMAGO
Am Dienstag Vormittag zeigt die Pegelmessstelle in Worms gerade noch 35cm an, Tendenz langsam fallend.
Schaut man auf andere Bundesländer, zeigen sich etwas tiefere Werte: Während in Köln der Pegel noch bei 83 Zentimetern liegt, ist er in Worms (Rheinland-Pfalz) bereits auf 19 Zentimeter gesunken (Stand: 12.08.). (Bild vom 09.08.2022) © Thomas Frey/Imago
Vom Drachenfels in Königswinter hat man gute Sicht auf das Niedrigwasser des Rheins.
Auch in Königswinter ist das Niedrigwasser bemerkbar: Am Ufer sind großflächige Sand- und Kiesflächen freigelegt. (Bild vom 10.08.2022) © Marc John/Imago
Das ausgetrocknete Rheinufer in Köln. Noch können Schiffe fahren.
Trotz des niedrigen Pegelstands können Frachtschiffe noch über den Rhein fahren. Allerdings müssen sie ihre Geschwindigkeit drosseln und die Ladung reduzieren. (Bild vom 10.08.2022) © Marc John/Imago
Der Rheinpegel in Bonn ist weiterhin sehr niedrig. Das Ufer wird immer breiter.
Auch in Bonn ist der Wasserstand gefährlich niedrig, das. Zurzeit liegt er bei 94 Zentimeter (Stand: 12.08.). Auch hier können Schiffe nicht mit voller Auslastung fahren. (Bild vom 10.08.2022) © Augst/Eibner-Pressefoto/Imago

Je nach Stelle gleicht der Rhein derzeit eher einem Rinnsal als einem breiten Fluss. Bilder zeigen das aktuelle Ausmaß der Trockenheit auf den Wasserstand des Rheins. Auch in Königswinter macht sich das Niedrigwasser bemerkbar – hier sind am Ufer großflächige Sand- und Kiesflächen zu sehen, die sonst unter Wasser stehen würden.

Auch in Königswinter ist das Niedrigwasser zu sehen: Am Ufer sind großflächige Sand- und Kiesflächen freigelegt. (Bild vom 10.08.2022)

(nb mit dpa)

Rubriklistenbild: © Christoph Reichwein/dpa

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