Prognose

Wetter in NRW wird „ganz anders“ – Wechsel bringt Gewitter, Frost und Schnee

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Auf sommerliche Temperaturen folgt winterliche Kälte: Graupelschauer, Gewitter und Schnee sind möglich. Das Wetter in NRW zeigt sich sehr launisch.

Hamm - NRW hat nach dem Temperaturhoch eine Kaltfront erwischt. Stellenweise gibt es sogar Frost. Nach den sommerlichen Temperaturen am Wochenende kann es vereinzelt sogar Schnee geben und stürmisch werden. Manchen kommt dieser Temperaturwechsel vielleicht seltsam vor, für den April ist das Wetter aber nicht unüblich.

Wetter in NRW bleibt wechselhaft – Schnee, Sonne und Regen sind drin

Bis Samstag, den 20. April, kann es nachts in NRW in hohen Lagen über 600 Metern schneien, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) voraus. „Die Luft und das Wetter in der kommenden Woche sind ganz anders als in der ersten Monatshälfte. Nach dem Durchzug einer Kaltfront mit Schauern, Gewittern und Sturmböen am Montag gehen die Temperaturen zurück“, so Meteorologe Niklas Weise von Wetteronline. In den nächsten Tagen ist laut DWD folgendes Wetter zu erwarten:

  • Dienstag, 16. April: Der Himmel ist bewölkt, Regen- und Graupelschauer wechseln sich ab. Teilweise soll es gewittern. Im Bergland kann es schneien. Die Temperaturen liegen zwischen 0 und 13 Grad.
  • Mittwoch, 17. April: Es bleibt weiterhin bewölkt. Regen- und Graupelschauer und Gewitter sind zu erwarten. Auch Schnee ist wieder möglich. Die Höchstwerte liege bei 13 Grad, in der Nacht kann es sich bis auf -2 Grad abkühlen.
  • Donnerstag, 18. April: Schauer und Graupelgewitter prägen die Wetterlage auch am Donnerstag. Im Bergland mischen sich die Graupelschauer mit Schnee. Die Temperaturen am Tag liegen bei 7 bis 13 Grad, nachts sind -2 bis 5 Grad möglich.
  • Freitag, 19. April: Das Wetter bleibt unverändert. Auch am Freitag gibt es Regen, Graupel und Gewitter. Im höheren Bergland kann aus dem Regen auch Schnee werden. Die Termperaturen sollen die 13 Grad nicht überschreiten.

Auch am Wochenende ist mit ähnlichem Wetter zu rechnen: „Am Wochenende geht das gleiche Spiel von vorne los. Wie Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag bleibt es wechselhaft“, prognostiziert Diplom-Meteorologe Dominik Jung bei wetter.net. Sonnenschein und Regenschauer wechseln sich ab.

Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW

Orkantief Kyrill NRW Wilmsdorf Wald
In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 fegte der Orkan Kyrill mit mehr als 180 km/h über Deutschland hinweg. Auf dem Kindelsberg bei Kreuztal wurden Windgeschwindigkeiten bis 205 km/h gemessen. Elf Menschen starben in Folge des Orkans, sechs davon in NRW. Die Opfer kamen bei Aufräumarbeiten in den betroffenen Wäldern ums Leben. Denn Kyrill richtete Schäden in Milliardenhöhe an. In NRW wurde vor allem in den Wäldern im Sauerland und Siegerland (Foto) die Kraft des Orkans deutlich.  © Bernd Thissen/dpa
Sturmschäden nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007, Meinerzhagen
Nach Angaben der NRW-Landesregierung belief sich der Schaden im Wald auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Dieses Foto wurde in Meinerzhagen im Sauerland aufgenommen. © IMAGO/imageBROKER/Heinz-Dieter Falkens
Baum ist auf ein parkendes Auto gestürzt, Schäden durch das Sturmtief Ela am 09.06.2014
An Pfingsten 2014 überzog das Sturmtief Ela vor allem Nordrhein-Westfalen. Es traten in einem Streifen vom Rheinland bis ins Ruhrgebiet Böen bis Orkanstärke auf, die zusammen mit einem großen Gewitterkomplex auftraten. © IMAGO / blickwinkel
Sturmschäden im Schellenberger Wald oberhalb des Baldeneysee verursacht nach einem schweren Sturm
Am 9. Juni (Pfingstmontag) kamen zwischen 20 und 23 Uhr in Düsseldorf, Essen, Köln und Krefeld insgesamt sechs Menschen ums Leben. In ganz NRW gab es über 60 Verletzte, 30 davon schwer. Bei der Deutschen Bahn waren die Schäden nach eigenen Angaben deutlich stärker als bei Kyrill. Ein Festival in Essen musste evakuiert werden.  © IMAGO / Jochen Tack
Orkan "Friederike" hat in den Wäldern Nordrhein-Westfalens gewütet.
Wieder zu Todesopfern kam es im Jahr 2018 beim Orkan Friederike. NRW war am 18. Januar das erste und auch am stärksten betroffene Bundesland. In Emmerich wurde ein Mann von einem Baum erschlagen. In Lippstadt starb ein Lkw-Fahrer bei einem Unfall, in Sundern ein Feuerwehrmann im Einsatz. In Duisburg wurde Sirenenalarm ausgelöst.  © Arnulf Stoffel/dpa
Entwurzelte Bäume liegen in Bochum im Weitmarer Holz. Der Sturm Friederike hatte die Bäume entwurzelt.
Die Bevölkerung sollte sichere Räume aufsuchen. Auch die Wälder wurden wieder stark zerstört, wie hier in Bochum im Weitmarer Holz. © IMAGO / Funke Foto Services
Die Erde im Flussbett des Rheins ist aufgrund der Dürre ausgetrocknet und aufgerissen.
Das Jahr 2018 war laut Deutschem Wetterdienst das bis dato wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Vom April bis in den Oktober war es in Deutschland außergewöhnlich trocken und heiß. Selbst am 13. Oktober wurden in Tönisvorst in NRW noch 28,6 Grad erreicht. © Christophe Gateau/dpa
Biggesee Biggetalsperre der Pegel Wasserstand hat nach den letzten trockenen Monaten stark abgenommen
Flächendeckend wurden neue Rekorde aufgestellt. In 9 der 15 größten deutschen Flüsse herrschte sehr lange extremes Niedrigwasser. © IMAGO / Rene Traut
Schnee-Chaos auf A2 in NRW
Im Februar 2021, mitten im Corona-Lockdown, wurde NRW regelrecht eingeschneit. Zudem sanken die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich. Auf der A2 bei Bielefeld war der Verkehr in der Nacht im Schnee-Chaos zum Stillstand gekommen. Autofahrer und Lkw-Fahrer mussten bei klirrender Kälte die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen. Rund um Bielefeld bildeten sich zwischenzeitlich mehr als 70 Kilometer Stau. © Festim Beqiri
Februar 2021: Rodeln am Kaiserberg in Duisburg
Selbst im Ruhrgebiet fiel so viel Schnee, dass gerodelt werden konnte – wie hier am Kaiserberg in Duisburg. © IMAGO / Funke Foto Services
Verwüstung und Tote: Die Flutkatastrophe im Juli 2021 in NRW
Die Jahrhundertflut im Sommer 2021 forderte in NRW 49 Todesopfer. Es gab zudem Dutzende Verletzte, unzählige Menschen wurden traumatisiert und verloren alles. Die Schäden werden auf 13 Milliarden Euro geschätzt. Es gab historische Höchststände bei den Flüssen und Bächen in NRW.  © David Young/dpa
Flut im Sommer 2021 in Hagen, 14. Juli
Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen und auch eine Justizvollzugsanstalt mussten geräumt werden. Gemessen an der Opferzahl war das Hochwasser 2021 die schwerste Naturkatastrophe in Deutschland seit der Sturmflut im Jahr 1962. © IMAGO / Kirchner-Media
14.07.2021, Hagen, Deutschland, - PKW schwimmt in den Sturzfluten
Zunächst hatte es Hagen und das Sauerland getroffen. ©  IMAGO / Marius Schwarz
Flutkatastrophe, NRW, Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel
Danach den Kreis Euskirchen. ©  IMAGO / Xinhua
Flut 2021: In Erftstadt-Blessem (NRW) sind Häuser massiv unterspült worden und einige eingestürzt oder in eine nahe Kiesgrube gestürzt.
Und Erftstadt, insbesondere die Ortschaft Blessem. ©  IMAGO / Future Image
Eine Kirche in Lippstadt-Hellinghausen ist durch den Tornado abdeckt worden. Der komplette Turmhelm wurde herunter gerissen.
Abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, vollkommen zerstörte Autos: Gleich drei Tornados fegten im Mai 2022 durch NRW. In Lippstadt waren binnen Minuten Teile der Innenstadt verwüstet. An einer Kirche stürzte der gesamte Dachstuhl des Turms in die Tiefe. Kurz darauf traf ein zweiter Tornado auf Paderborn. Er war noch verheerender als der erste. Es gab 43 Verletzte. Ein dritter Tornado fegte an diesem Tag durch Höxter.  © Daniel Schröder
Dürre Sommer 2022 Rhein Düsseldorf
Der Sommer 2022 war in Europa erschreckend trocken. Es war überdurchschnittlich warm, und es gab unterdurchschnittliche Regenmengen. Es war zudem der heißeste Sommer in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. In NRW wurden am 19. Juli Temperaturen über 38 Grad gemessen. In einigen Regionen fielen die Pegel von Gewässern auf sehr niedrige Werte ab. Am 16. August fiel der Pegelstand des Rheins in Emmerich erstmals auf null und lag zwischenzeitlich noch darunter.  © Federico Gambarini/dpa
Mai 2024: Tornado über Hagen richtet Schäden an
Im Mai 2024 richtet ein Tornado in Hagen enorme Schäden an. Der Wirbelsturm feht am Nachmittag über die Stadt hinweg, deckt Dächer ab und entwurzelt Bäume. © IMAGO/EinsatzReport24

Wind nicht mehr „so heftig wie am Montag“

Am Montag herrschten in NRW starke Sturmböen und sorgten unter anderem für Einschränkungen im Bahnverkehr. Am Dienstag, den 16. April, bleibt es weiterhin windig. „So heftig wie am Montag wird es aber sehr wahrscheinlich nicht“, ordnete der Meteorologe David Bötzel vom DWD ein. Zur Mitte der Woche soll der Wind dann aber nachlassen, sagte der Meteorologe der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Auf Sommertage folgt Schneeglätte in NRW – Wetter für April typisch

Wechselhaftes Wetter ist im April nicht unüblich. Auf Sonnenschein können Regen- oder Schneeschauer folgen und umgekehrt. Für das Aprilwetter sind die großen Temperaturunterschiede verantwortlich, erklärt der DWD. Die Sonne scheint zu dieser Zeit schon kräftig und erwärmt Boden. Die Luft in den Höhen sowie die Meere und Polargebiete sind hingegen noch winterlich kalt.

In den „Mittleren Breiten“ stoßen kalte und warme Luftmassen aufeinander und verwirbeln. Daraus entstehen Tiefdruckgebiete, welche für das typische Aprilwetter sorgen.

Auch in den letzten Wochen spielte das Wetter schon verrückt. Der April macht eben, was er will. Auf Temperaturhochs folgten kühle Temperaturen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Zoonar

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