VonJonah Reuleschließen
In Oberhausen hätte früher einmal eine 120 Meter hohe Cola-Dose stehen sollen: Dafür wollte man den Gasometer kurzerhand anmalen. Warum aus dem Plan dann doch nichts wurde.
Oberhausen – In Oberhausen hätte es fast einmal eine 120 Meter hohe Cola-Dose gegeben – quasi passend zur Coca-Cola-Oase im Centro Oberhausen, das direkt um die Ecke des geplanten Standortes liegt. Dafür sollte der Gasometer angemalt werden. Was hinter der kuriosen Idee steckt.
Riesige Cola-Dose in Oberhausen sollte Gasometer retten – und Werbung machen
Die Idee hat ihren Ursprung in den späten 1980er-Jahren. Im Jahr 1988 beschloss der damalige Betreiber des Gasometers Oberhausen, die Ruhrkohle AG, den Gasometer stillzulegen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren dort noch Koks und Rohgas erzeugt worden. Nach der Stilllegung stellte sich die Frage, was mit dem Gasometer passieren solle. Zwei Möglichkeiten standen laut der rheinischen Industriekultur dabei im Raum: Abriss oder Erhaltung.
Letzteres rief Coca-Cola auf den Plan. Der amerikanische Getränkehersteller hatte zu dieser Zeit seinen Deutschlandsitz in Essen und bot kurzerhand an, den Gasometer zu einer rot-weißen Cola-Dose zu lackieren – immerhin: Die Form stimmte ja schon ungefähr. Ein Plan, der sogar auf Zustimmung in der Bevölkerung stieß. Später zog Coca-Cola jedoch sein Angebot zurück, da die Kosten für die Umlackierung des Gasometers zu hoch gewesen wären.
Gasometer Oberhausen
Der Gasometer Oberhausen ist ein Denkmal aus der Zeit der Industrie. Mit seiner Höhe von 117,5 Metern ist der Gasometer die höchste Ausstellungs- und Veranstaltungshalle Europas. Seit 1994 finden dort immer wieder Ausstellungen statt.
Gasometer Oberhausen: Stadt entschied sich für den Erhalt – Centro spielte dabei eine Rolle
In den 1990er Jahren entschied letztendlich die Stadt Oberhausen zusammen mit Bürgern, der Landesregierung und der internationalen Bauaustellung Emscher Park über die Zukunft des Gasometers. „Auf Vorschlag der IBA Emscher Park wurde der Gasometer schließlich zu jener außergewöhnlichen Ausstellungshalle umgebaut, die heute das Wahrzeichen der Stadt Oberhausen ist“, erklärt der Betreiber des Gasometers auf der eigenen Webseite. Seit 1994 finden im Gasometer Oberhausen Ausstellungen statt.
Für die Entscheidung, den Gasometer zu erhalten, spielte laut dem Verein Rheinische Industriekultur auch das damals geplante Centro Oberhausen eine wichtige Rolle. Denn durch das neue Shoppingcenter in unmittelbarer Nähe des Gasometers versprachen sich Stadt und Betreiber viele neue Besucher.
Gasometer Oberhausen hat bereits einige Sanierungen hinter sich – Ausstellungen locken viele Besucher an
Bis heute hat der Gasometer in Oberhausen zahlreiche Sanierungen hinter sich. Ein Überblick zur Historie des Gasometers:
- 1929: Eröffnung des Gasometers
- 1929-1945: Lagerung von energetisch armen Gichtgas und Produktion von Koksgas
- 1945: Stilllegung nach mehreren Bombenangriffen
- 1946: Brand bei Reparaturarbeiten und Abtragung bis auf das Fundament
- Bis 1949: Wiederaufbau
- 1949-1988: Produktion von Koksgas
- 1988: Stilllegung
- 1993-1994: Umbau in Ausstellungshalle
- Seit 1994: Ausstellungen
Auch aktuell findet im Gasometer in Oberhausen wieder eine Ausstellung statt. Noch bis zum 26. November können Besucher im Gasometer „Das zerbrechliche Paradies“ bestaunen. (jr)
Rubriklistenbild: © Hans Blossey/Imago & U. J. Alexander/Imago

