- VonMechthild Wiesreckerschließen
Schon seit November erfüllt fröhliches Kinderlachen die neue Kita am Mondscheinweg. Am Freitagnachmittag, 26. April, fand offiziell die Eröffnung statt, zu der zahlreiche Gäste eingeladen waren. Anschließend waren alle Eltern und Kinder bei einem Familienfest auf dem Gelände der Kita willkommen.
Drensteinfurt – Verena Kraus, die Leiterin der Awo-Kita, betonte in ihrer Begrüßung, wie lange man auf diesen besonderen Tag gewartet habe. Sie bedankte sich herzlich bei ihrem Team für ihre kreativen Ideen und ihr Durchhaltevermögen in den Wochen zuvor. „Sie haben aus der modernen und lichtdurchfluteten Einrichtung einen echten Wohlfühlort gemacht“, lobte sie.
Ermöglicht hätten das, so Rainer Goepfert, Geschäftsführer des Awo-Unterbezirks Ruhr-Lippe-Ems, Kreis, Stadt und Politik. Er sei dankbar, für das der Awo entgegengebrachte Vertrauen. Diese beschäftigt etwa 2800 Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen. „Die frühkindliche Bildung ist für uns aber eine Herzensangelegenheit“, so Goepfert. Wohl darum sei der Kita-Bereich der größte Bereich, in dem 1200 Mitarbeiter in 60 Tageseinrichtungen 4800 Kinder verlässlich betreuten. Das Ziel sei es, allen Kindern gleiche Bildungs- und Teilhabechancen zu bieten, da die frühe Kindheit die wichtigste Phase für den späteren Bildungserfolg darstelle. „Das ist eine große Chance, aber auch eine große Verantwortung“, reflektierte Goepfert. Die Kita Mondscheinweg orientiere sich an der Pädagogik der Reformpädagogin Maria Montessori, bei der selbstständiges Handeln im Vordergrund stehe. „Das Gebäude allein liefert schon gute Ansatzpunkte dafür“, befand Goepfert, gleichwohl werde das Team auch in dieser Richtung geschult, um der Kita ein eindeutiges Profil zu geben.
Auch Landrat Dr. Olaf Gericke war voll des Lobes für die helle, freundliche und pädagogisch durchdachte Architektur der Kita, für die Architektin Friederike Backhaus-Abeldkader sogar eine Auszeichnung erhalten hat. „Mehr Kinder und Jugendliche im Kreis sind ein Luxusproblem“, stellte er fest, versicherte aber: „Wir kümmern uns gern darum, mehr Kitas und Schulen bereitzustellen, um dem Nachwuchs die besten Startchancen zu geben“. Dann fügte Gericke an: „Wir sind stolz, dass wir allen Kindern einen Platz in einer Kita, Tageseinrichtung oder einer Spielgruppe anbieten können.“ Zum Schluss gab er den Anwesenden noch ein Versprechen: „Wenn der Bedarf da ist und eine Gefährdung besteht, sind wir bereit, über Tempo 30 auf der Konrad-Adenauer-Straße zu reden.“
Bürgermeister Carsten Grawunder überbrachte seine Glückwünsche ebenfalls. Es sei eine gute Entscheidung gewesen, die Kita selbst zu bauen, obwohl vorher viel über Geld diskutiert wurde und für die Kita statt der kalkulierten 3,12 Millionen Euro am Ende inklusive der Außenanlagen 4,15 Millionen Euro aufgebracht werden mussten. Geld, das gut ausgegeben sei, um Kinder gut auf das Leben vorzubereiten.
An dem Punkt war er sich mit der CDU-Stadtverbandsvorsitzenden und Europawahl-Kandidatin Sabrina Salomon einig, die offen zugab: „Wir streiten in Drensteinfurt viel über Geld – jedoch nie, wenn es um das Wohl der Kinder geht.“
Architektin Friederike Backhaus-Abdelkader erläuterte kurz und verständlich, welche Gedanken zu dem Konzept geführt hatten. „So ein Gebäude plant sich von innen nach außen“, stellte sie fest. Viele verschiedene Fachleute mit einem gemeinsamen Konzept seien für das gute Ergebnis erforderlich, bedankte sie sich bei allen Beteiligten.
Platz für 75 Kinder
Im November 2022 fand der erste Spatenstich statt, nur ein Jahr später konnte die Kita Mondscheinweg in Drensteinfurt in Betrieb genommen werden.
Die helle und nach modernen und energetischen Maßstäben errichtete Kindertageseinrichtung ist für vier Gruppen mit etwa 75 Kindern ausgelegt und verfügt über eine „Wohnfläche“ von 900 Quadratmetern.
Im Innern herrscht ein Mix auf Naturholz und Pastellfarben. Auch die Treppe, die zu den Gruppenräumen im Obergeschoss führt, besteht aus Naturholz, ebenso die Akustikdecken. Dadurch entstehen ein angenehmes Raumklima und ein natürlicher Duft nach Naturholz.
Der Entwurf stammt von den Münsteraner Architekten Friederike Backhaus-Abdelkader und Magdi Abdelkader. Der Fokus liegt auf einer quadratischen Form des Baukörpers, der langen Flure verhindert. Stattdessen führt der Weg vom offenen Eingangsbereich zügig in die unteren Gruppenräume und den großen Bewegungsraum. Dieser lässt sich per Trennwand zum Foyer öffnen und dadurch noch einmal vergrößern. Für helle und lichtdurchflutete Räume sorgen die zweiseitigen großen und bodentiefen Fenster. Diese bieten zusätzlich einen wunderbaren Panoramablick.
Bei starker Sonneneinstrahlung sorgt eine intelligente Beschattung sowie Querlüftung für angenehme Temperaturen in der Tageseinrichtung für Kinder. In der Folge konnte auf eine aufwendige und teure, dazu stromfressende Lüftungsanlage verzichtet werden.
Die Kita Mondscheinweg verfügt auf dem Dach über eine Photovoltaikanalage und ist dazu begrünt.
Die Wärmeversorgung übernimmt das benachbarte Heizkraftwerk der Stadtwerke Ostmünsterland mittels Nahwärmenetz. Dank eines hohen Dämmstandards sind die Temperaturen im Winter angenehm warm und im Sommer erfrischend kühl.


