Schuhgeschäft

18 Jahre und schon Ladenbesitzer: Dennis Boga erobert Sneaker-Markt

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Dennis Boga ist einer der jüngsten Inhaber eines Geschäfts in der Paderborner Innenstadt – dort gibt es nur seltene Sneaker.
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Mit der ersten Strictz-Filiale will er den Sneaker-Markt erobern: Dennis Boga gehört mit seinen 18 Jahren zu den jüngsten Ladenbesitzern in Paderborn.

Paderborn – Wären die Wände nicht so weiß, die Strahler nicht so hell, man hätte eine Club-Atmosphäre. Dezent, nicht aufdringlich, ist das schlauchige Schuhgeschäft in Paderborn. Ein Kleiderständer mit einer Handvoll Hoodies, ein schwarzes Ledersofa, am Kopfende die Kasse. Eine Loungemusik, wie man sie aus hippen Hotelbars nachts um 4 kennt, dröhnt sanft durch die Boxen. Ein typischer Sneaker-Shop mit Schuhen an den Wänden eben in einer x-beliebigen Innenstadt. Doch dieser hier ist anders.

„Strictz“ ist neu in Paderborn – die Sneaker-Liebe des 18 Jahre alten Chefs aber nicht

„Strictz“ heißt der Sneakerladen in der Paderborner Westernstraße zwischen Snipes und Tchibo. Seit Ende vergangenen Jahres gibt es das Geschäft. Für Jung-Unternehmer Dennis Boga aus Oelde im Kreis Warendorf (NRW) ging damit ein Kindheitstraum in Erfüllung – obwohl er selbst noch fast eines ist.

Gerade mal 18 Jahre alt ist der neue Boss in Paderborns City. Im Gespräch merkt man ihm das nicht an. Er artikuliert sich reif, überlegt, streut hier und da mal einen kaufmännischen Fachbegriff ein. Was bei allem am meisten mitschwingt: Leidenschaft. „Ich habe schon mit 14 Jahren angefangen, Schuhe zu verkaufen“, erzählt Boga eingangs im Gespräch mit wa.de und nimmt den Zuhörer mit auf den Weg der Karriereleiter, der bei ihm bislang nur eine Richtung zu kennen schien: nach oben. Das Tempo: im Laufschritt. Und dafür braucht es gute Sneaker.

Strictz-Inhaber Dennis Boga erbte die Sneaker-Leidenschaft von seinem Onkel

Die Sneaker-Leidenschaft habe Dennis Boga von seinem Onkel geerbt, sagt er. „Angefangen hat es mit einfachen Schuhen, die ich online gebraucht für 20 bis 30 Euro gekauft habe. Ich habe sie sauber gemacht, bessere Fotos geschossen, sie erneut ins Netz gestellt und für 60 bis 70 Euro wieder verkauft“, sagt der „Strictz“-Inhaber aus Paderborn. Der Weg hin zum eigenen Geschäft, in dem es ausschließlich ausgewählte Sneaker zu kaufen gibt, war schließlich nur eine Frage der Zeit.

„Mit 16 Jahren“, so erzählt es Boga, „habe ich schließlich auch neue Schuhe gekauft und teurer weiterverkauft.“ Der Online-Handel mit limitieren Sneakern boomte zu dieser Zeit, tut es immer noch. Ein Gewerbe musste er dafür sogar anmelden. Die Gewinne wurden größer. „Bei Sneakern gibt es klare Marktpreise. Der Einzelpreis ist nicht immer riesig, aber das gesamte Transaktionsvolumen war schon hoch“, sagt Boga. Ihm war klar: Von diesem Kuchen wollte er ein Stück abhaben.

Das Geschäft mit den limitierten Sneakern findet im Netz statt. Dort tummeln sich die Nerds, die blind einen „Air Jordan 1 high“ von einem „Air Force 1“ unterscheiden können. Zu ihnen zählt definitiv auch Boga. „Mittlerweile erkenne ich einen gefälschten Schuh aus 100 Metern am Fuß oder weiß, welcher wertvoll ist und welcher nicht“, sagt er. Sein Blick schweift über Nähte, den Schnitt, den Sitz am Fuß und schon weiß er, was er vor sich hat – und wie er den Sneaker im besten Fall zu Geld umwandeln kann. Dass Boga nun aus dem virtuellen Schatten des Sneaker-Businesses herausgetreten ist, hat mit dem nächsten Step auf der Karriereleiter zu tun.

Sneaker-Geschäft „Strictz“ in Paderborn eröffnet: „Diese Präsenz hier ist wichtig“

„Online läuft das Geschäft immer noch doppelt so gut wie mit dem Laden“, sagt er. Der Geschäftssinn des Jung-Unternehmers war aber keinesfalls getrübt, als er sich dazu entschloss, den Laden in der Paderborner City zu eröffnen. Im Gegenteil. „Diese Präsenz hier ist wichtig. Dadurch bekommen die Leute viel mehr von mir mit“, sagt Boga.

Ein weiterer Vorteil: „Bei den limitierten Sneakern ist es so, dass sie zum Teil nicht greifbar sind“, erklärt es und vergleicht die Schuhe mit hochwertigen Handtaschen etwa von Louis Vitton: „Wenn die Menschen diese Luxusgegenstände überhaupt erst in der Hand hatten, merken sie vielleicht, wie krass sich das anfühlt.“

Dennis Boga steht in seinem Sneaker-Geschäft Strictz in Paderborn und sortiert die Schuhe.

Es sei eine Erfahrung, die diese Leute machen. Und seit Neuestem können sie die mitten in Paderborn machen. Der 18-jährige Dennis Boga und sein „Strictz“-Sneakergeschäft in der Westernstraße machen es möglich. Womöglich ist es erst der Anfang von etwas Großem – genug Zeit hat er schließlich noch.

Ein anderer Blick nach Paderborn: Ab 2023 fliegt Ryanair auch vom Flughafen Paderborn/Lippstadt. Es gibt drei neue Ziele in Spanien. 

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