In Remscheid

Technisches Meisterwerk steht in Remscheid: Es ist ein beliebtes Ausflugsziel

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Die ältesten Trinkwasser-Talsperren in Deutschland befinden sich in Remscheid. Sie sind bereits über 100 Jahre alt und galten weltweit als Pionierwerk.

Remscheid – Für viele Menschen sind Talsperren überlebenswichtig. Sie stauen fließendes Wasser mithilfe von Dämmen oder Mauern zu einem Stausee auf, und dienen so als Teil der Katastrophenabwehr bei Niedrig- oder Hochwasser sowie zur Energieerzeugung. Doch auch zur Bereitstellung von Trink-, Gebrauchs- und Bewässerungswasser sind die Staudämme nützlich. Heutzutage sind Talsperren häufig auch beliebte Ausflugsziele. Dabei wurde in Nordrhein-Westfalen wahre Pionierarbeit geleistet. Die ersten Trinkwassertalsperren Deutschlands gibt es in Remscheid.

NRW: Die Eschbachtalsperre in Remscheid ist die älteste Talsperre Deutschlands

Eschbachtalsperre
Bauzeit1889 – 1891
Inbetriebnahme1892
Wasserfläche bei Vollstau14 Hektar
Inhalt bis Kronenhöhe1,119 Millionen Kubikmeter

Die älteste Trinkwassertalsperre in der Bundesrepublik ist die Eschbachtalsperre im Südosten der Stadt. Konstruiert wurde das Bauwerk vom Aachener Bauingenieur Otto Intze, wie die Betreiber des Wupperverbands schreibt. Der erste Spatenstich wurde bereits 1889 gesetzt, drei Jahre später war der Bau abgeschlossen und die Talsperre konnte 1892 in Betrieb genommen werden. Damit legte Intze den Grundstein für vielfältige Nachahmungen und Weiterentwicklungen auf der ganzen Welt.

Bei Vollstau erstreckt sich das erzeugte Wasser – bis zu 1,1 Millionen Kubikmeter – auf rund 14 Hektar. Rund 100 Jahre hielt die Eschbachtalsperre stand, bevor die Staumauer zwischen 1991 und 1994 umfangreich saniert wurde. Zur Wasserseite wurde die aus Schieferbruchstein bestehende Mauer durch eine 35 Zentimeter dicke Betonschicht verstärkt. Zudem wurde im Inneren ein Kontrollgang eingebaut, die Talsperre bekam neue Messeinrichtungen sowie eine neue Entnahmeanlage.

Rundwanderweg an der Talsperre inmitten grüner Landschaften

Bereits in ihrer Anfangszeit war die Eschbachtalsperre ein Ausflugsziel: Viele wollten sich die technsiche Meisterleistung aus nächster Nähe ansehen. Das ist bis heute so geblieben. Um das Bauwerk herum gibt es mehrere Wanderwege, der Rundwanderweg Eschbachtalsperre wurde 1977 angelegt und zu einem Lehrpfad ausgebaut.

Am Rundwanderweg liegt auch ein Steinernes Kreuz, das an einen blutigen Raubüberfall erinnert, der hier im Mittelalter passiert sein soll. Am heutigen Stausee führte eine Heerstraße, also eine mittelalterliche Landstraße, von Köln aus bis weit nach Westfalen.

Panzer-Talsperre ist die zweitälteste Talsperre Deutschlands – sie steht unter Denkmalschutz

Panzer-Talsperre
Bauzeit1891 – 1893
Sanierung1960 – 1970, Mauer: 2013 – 2016
Wasserfläche bei Vollstau0,046 Quadratkilometer
Stauinhalt0,187 Millionen Kubikmeter

Kurz nach dem Bau der Eschbachtalsperre wurde bereits die zweitälteste Trinkwassertalsperre Deutschlands errichtet: die Panzer-Talsperre im Stadtbezirk Lennep im Osten vom Remscheid. Baubeginn war 1891, zwei Jahre später wurde das Bauwerk fertiggestellt. Die Gewichtsstaumauer wurde von dem Ingenieur Albert Schmidt konzipiert. Heutzutage steht die Panzer-Talsperre unter Denkmalschutz.

Die Eschbach-Talsperre in Remscheid ist die älteste Trinkwassertalsperre in Deutschland.

Ursprünglich diente die Panzer-Talsperre zur Trinkwasserversorgung der damals noch eigenständigen Stadt Lennep. Zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde eine Vorsperre zur Erweiterung gebaut, weil das Volumen der Talsperre für die Trinkwassergewinnung nicht ausreicht. Durch den Bau der Großen Dhünn-Talsperre im Jahr 1987 verlor der Panzer-Staudamm ihre Bedeutung für die Trinkwasserversorgung. 1990 nahm die Energie und Wasser für Remscheid GmbH die Talsperre außer Betrieb.

Eine Lösung für die Panzer-Talsperre musste her. Zum 1. Januar 2007 folgte schließlich die Übernahme durch den Wupperverband. Für die Eschbach und die Neye-Talsperre hat der Verband im gleichen Zug zudem die Betriebsführung übernommen. Insgesamt gingen so Stauräume für insgesamt rund 7,4 Millionen Kubikmeter Wasser in die Verantwortung des Wupperverbandes über. Noch heute dient die Panzer-Talsperre so zum Hochwasserschutz sowie zum Ausgleich von Niedrigwasser. (mg)

Rubriklistenbild: © Hans Blossey/Imago

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