- VonFrank Osiewaczschließen
Um Perspektiven für das Bahnhofsquartier ging es bei der Fortsetzung des Innenstadtdialogs. Besonders gut fallen die Noten nicht aus, die Bürger diesem Quartier in Umfragen zuletzt gegeben haben.
Hamm – Kein Ort in Hamm zeigt derart deutlich den Strukturbruch auf wie die Bahnhofstraße. Einzelhandel, der „pulverisiert“ worden sei (Zitat: Marc Herter), und Zeichen, die jetzt auf Wohnen, Dienstleistung und Kultur ständen. Viele Menschen beschäftigt, wie es mit dem Viertel weitergeht.
Zu einem moderierten „Werkstattgespräch“ sind in dieser Woche dann auch rund 80 interessierte Bürger, Eigentümer sowie Vertreter aus Politik, Verwaltung, Vereinen und Organisationen im Gustav-Lübcke-Museum zusammengekommen. Sie sammelten Anregungen und Wünsche und stellten teils auch den aktuellen Planungsstand infrage. Deutlich wurde unter anderem, dass dem Kaufhof nicht nur von Verwaltungsseite die Schlüsselrolle für die kommende Entwicklung zugeschrieben wird.
Bürger stellen dem Quartier ein schlechtes Zeugnis aus
Die Attraktivität des Bahnhofsquartiers sei mangelhaft bis ungenügend: Zu diesem Urteil kamen zusammen 56 Prozent der Teilnehmer einer Online-Umfrage durch die Stadt im September. 911 Personen hatten sich beteiligt – ein guter Wert, wie Barbara Conrad vom Stadtplanungsamt sagte.
3 Prozent vergaben die Note „gut“, 17 Prozent „befriedigend“. Noch schlechter fiel das Ergebnis für die Aufenthaltsqualität aus (Durchschnitt 5,3). Besser schnitten die Veranstaltungsangebote und Kunst und Kultur ab (jeweils 3,6). Bestnoten gab es – durchaus erwartbar – für die Erreichbarkeit.
Vor allem die Entwicklung der ehemaligen Kaufhof- und TerVeen-Flächen sehen viele kritisch. Zwar sind mit der Machbarkeitsstudie für den Kaufhof und dem darin empfohlenen Abriss und Neubau klare Eckpflöcke gesetzt, doch mancher misstraut dieser Empfehlung als einzig gangbarem Weg. Zumal, wie Stadtbaurat Andreas Mentz erklärte, in der Erbengemeinschaft noch keine Einigung über den Verkauf der Immobilie erzielt sei.
Begrüßenswert sei die Schaufensternutzung – aber warum nicht eine Anmietung durch die Stadt, bezahlbare Sanierung und eine Nutzung zum Beispiel durch kulturelle Einrichtungen, so die Anregung an einer Stelle.
Platz der Deutschen Einheit soll überarbeitet werden
Mehr Attraktivität für die Bahnhofstraße, entsiegelte Flächen, mehr Grün, Schatten, Inseln zum Verweilen, ein attraktiverer Bahnhofsvorplatz mit Gastronomie und Biergarten, Nahversorgung mit Supermarkt, Raum für Veranstaltungen, Angebote für Jugendliche, weniger dunkle Rückzugsecken, temporäre Nutzungen von Leerständen, bessere Fassadengestaltung: Das waren weitere Anregungen des Abends, die nun überdacht und in die Überlegungen für die Quartiersentwicklung einfließen sollen.
Stadtbaurat Andreas Mentz kündigte eine Überarbeitung des Platzes der Deutschen Einheit an. Auch der Brunnen am Willy-Brandt-Platz solle nach Reparatur der Zuleitungen reaktiviert werden.
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