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Die Holzachterbahn Troy im Toverland in den Niederlanden fährt aktuell nicht. Teile der Strecke fehlen, Kräne stehen auf dem Gelände. Warum ist das so?
Limburg - Schon wenn man mit dem Auto auf den Parkplatz von Toverland fährt, fällt sie einem direkt ins Auge. Nähert man sich dem Eingang des Freizeitparks in den Niederlanden, wird das Holzgerüst immer größer und gigantischer, jagt dem einen Angstschweiß auf die Stirn und versorgt den anderen mit einem adrenalinlastigen Schub an Vorfreude. Doch aktuell fällt noch etwas andere auf, wenn man den Blick auf die größte Holzachterbahn im Benelux-Raum richtet: Hohe Baukräne stehen inmitten der Attraktion, teilweise fehlt die Strecke. Was passiert hier? Wird die beliebte Bahn etwa abgerissen?
Schienen demontiert: Rekord-Achterbahn in Freizeitpark in den Niederlanden geschlossen
Irgendwie tatsächlich schon – aber für Adrenalinjunkies und Fans von der Bahn namens Troy gibt es direkt Entwarnung. Denn die Demontage von einem Teil der Schienen ist der Beginn einer langen und aufwendigen Überarbeitung der Rekord-Holzachterbahn. Die aktuellen Arbeiten sind kein Zeichen dafür, dass das Ende von Troy bevorsteht, sondern sollen dafür sorgen, dass die Toverland-Besucher noch lange Zeit Spaß mit dem Coaster haben können.
„Troy ist jetzt 17,5 Jahre alt und im Laufe der Jahre kommt es zu Verschleißerscheinungen an der Strecke“, erklärt Parksprecherin Tessa de Zeeuw-Maessen auf Anfrage von wa.de. Grund dafür sei zum einen der Achterbahnzug, der unzählige Male über die Strecke rast. Zum anderen spielt aber auch eine große Rolle, dass Holz ein Naturprodukt ist und den verschiedenen Wetterverhältnissen ausgesetzt ist. Das alles sei mittlerweile spürbar: „Durch die Abnutzung fährt die Achterbahn nicht mehr so geschmeidig und flüssig über die Schienen, wie wir es uns wünschen“, so Tessa de Zeeuw-Maessen.
Nahezu die gesamte Strecke soll im Laufe von vier Jahren erneuert werden. 2025 sollen 210 Meter der insgesamt 1077 Meter langen Achterbahnstrecke ausgetauscht werden. In dieser ersten Phase der umfangreichen Überarbeitung geht das Toverland die erste Abfahrt sowie den Abschnitt, der unmittelbar danach kommt, an. Für Freizeitpark-Experten: Es handelt sich um den First Drop und dem Horse Shoe. An diesen Stellen können aufmerksame Besucher auch aktuell bereits sehen, dass Schienen fehlen.
Holzachterbahn wird überarbeitet: 86.000 Schrauben, Muttern und Nägel werden benötigt
„Da das Holz unter den Schienen aus acht Schichten besteht, verwenden wir dafür insgesamt 2,4 Kilometer Holzbohlen“, erläutert die Parksprecherin noch genauer, welch ein Aufwand hinter dem Retracking an Troy steckt. „Dabei arbeiten wir mit einer speziellen, starken Holzart namens Yellow Pine aus Amerika. Das Holz wird mit etwa 86.000 Schrauben, Muttern und Nägeln befestigt.“
Für den Wiederaufbau der Holzachterbahn ist ein Team von 20 Frauen und Männer verantwortlich. „Das sind alles Toverland-Mitarbeiter, die speziell für diese Aufgabe geschult wurden“, erzählt Tessa de Zeeuw-Maessen. Wer nun angesichts des auf mehrere Jahre angelegten Projekts aber Sorge hat, die rasante Attraktion erst im kommenden Jahrzehnt wieder fahren zu können, darf aufatmen. Da der Umbau von Troy in mehreren Etappen erfolgt, soll die Bahn bereits ab dem 12. April 2025 wieder ihre Runden drehen. Solange, bis die nächste Retracking-Stufe eingeleitet wird.
Das Toverland ist in den vergangenen Jahren immer beliebter bei Besuchern aus NRW geworden. Vor allem das Halloween-Event im Oktober und November lockt unzählige Gruselfans in den Park. Für Aufsehen sorgte 2024 auch der niederländische Freizeitpark Efteling. Hier wurde eine neue aufwendige Attraktion eröffnet. Wer sie fahren wollte, musste zu Beginn aber viel Geduld mitbringen.