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In den vergangenen Monaten hat sich viel auf dem ehemaligen Waldfreibadgelände in Hirschberg getan. Gäste sind eingeladen, die „neue Natur“ zu erleben.
Hirschberg – Der Eisvogel sei hier bereits wieder gesehen worden, sagt Markus Teutenberg, der sich bei der Stadt Warstein um Gewässerunterhaltung und Landschaftspflege kümmert. Und das sei der beste Beweis, dass die geleistete Arbeit bereits Wirkung zeige: „Die Natur nimmt es an.“ Die Renaturierung des ehemaligen Waldfreibadgeländes in Hirschberg steht kurz vor dem Abschluss. Zumindest die Arbeiten der zuständigen Firmen. Denn die Natur und Tierwelt werde dort immer weiter „arbeiten“, das sei Sinn und Zweck, erklärt Teutenberg: „Wir haben hier Platz für Mensch und Natur gleichzeitig geschaffen.“
Angefangen habe das alles am Schreibtisch mit dem Förderantrag vom Juni 2022, vor Ort mit der Gehölzentfernung Ende 2022 und dem Abriss von Technikgebäude, Umkleiden, Sprungturm und Co. Nur das Schwimmbecken des Waldfreibades ist „dringeblieben“, verrät Teutenberg. Zu sehen ist es nicht mehr, sondern längst unter jeder Menge Grün begraben.
Mit einer nötigen Sperrschicht, so erläutert Teutenberg, sei das Becken damals abgeschlossen worden. Im Mittelpunkt der Renaturierung stand das Becken aber auch nicht. Ein Wall trennt den ehemaligen Beckenbereich inklusive Liegewiese von der Bermecke, die in den vergangenen Monaten einen neuen Verlauf und ein neues Bett erhielt. Im alten und geradlinigen Zustand sei sie in dem Abschnitt etwa 120 Meter lang gewesen, die Länge wurde durch die Renaturierung nun mehr als verdoppelt, so Teutenberg.
Umgeben von Grünpflanzen, Buschwerk, großen und kleinen Steinen, sogar einige anfangs entnommene Baumstumpfe haben wieder einen Platz gefunden. Dort sollen sich Tiere – Vögel, Insekten, Fische und Co. – genauso wohlfühlen wie Menschen. Die vor allem im vorderen Bereich des Geländes: „Das soll eine Erlebnisecke sein.“
Füße ins Wasser halten, auf Steinen ausruhen
Insbesondere Kindern sollen hier den Bezug zu Wasser, Matsch, Lehm und Natur finden, sagt Teutenberg: „Dieser Bezug ist in der heutigen Zeit durch Smartphones, Social Media und vieles mehr doch etwas verloren gegangen, habe ich den Eindruck.“
Besucher seien eingeladen, die Natur zu erleben, die Füße ins Wasser zu halten, zu spielen, auf den Steinen Platz zu nehmen. „Wir wollen Zugang schaffen“, sagt Teutenberg: „Für den Abschluss fehlen nur noch Kleinigkeiten.“ Die meisten Arbeiten seien durch die Büros Klein und Mestermann getätigt worden – „und weil wir der Bermecke hier mehr Platz geben und den Lauf verlängert haben, wirkt sich das auch positiv auf den Hochwasserschutz aus“. Insgesamt 300 000 Euro wird die Renaturierung am Ende gekostet haben – ausgenommen davon sind die vorangegangenen Abrissarbeiten. Fördermittel gab es in Höhe von 225 000 Euro.
Und während die Renaturierung kurz vor dem Abschluss steht, soll ringsherum noch mehr passieren – was allerdings nicht mehr in Händen der Stadt liege, so Teutenberg: „Wir haben das Feld vorbereitet.“ Beispielsweise biete die angelegte Schotterfläche dort, wo in etwa das Technikgebäude stand, noch Platz für eine Blockhütte und Sitzgelegenheiten, dort solle auch der neue Fahrradweg gen Meschede „herauskommen“.
Solche Maßnahmen, ebenso, was mit der Fläche „auf“ dem alten Schwimmbecken passiere, liege aber beim Hirschberger Vereinsring, sagt Teutenberg. Er wolle in jedem Fall in nächster Zeit noch Infotafeln oder ähnliches dort aufstellen, die die Renaturierung und die Bedeutung dessen dokumentieren: „Wir wollen auch ein wenig Bildungsarbeit leisten und das Umfeld so beteiligen.“ Auch am Dindelweg, quasi „gegenüber“, soll eine Aussichtsplattform mit Blick auf das Gelände errichtet werden. Der ehemalige Schwimmbadparkplatz bleibe ebenfalls bestehen, müsse lediglich hergerichtet werden.


