VonMarkus Hannekenschließen
Nach nur einem halben Jahr in der Fußgängerzone von Hamm hat das ambitionierte kleine und vor allem gesunde Restaurant „Eat Green“ in Hamm aufgegeben. Der Betreiber meldete Insolvenz an.
Hamm - Seit Donnerstag, 10. November, ist „Eat Green“ geschlossen. Der junge Hammer Sem Schröder hatte es erst im Mai 2022 hoffnungsvoll an den Start gebracht; am Montag, 7. November, machte das Amtsgericht Dortmund seinen Insolvenzantrag öffentlich. In dem kleinen Ladenlokal an der Ecke Weststraße/Rödinghauser Straße hatten zuvor jahrelang Schanzenbach und später kurzzeitig „Monkey Donuts“ ihre Speisen angeboten.
Noch am Mittwoch war bei Eat Green normaler Alltag, nichts deutete äußerlich auf das Ende hin. Am Donnerstag blieben die Küche kalt, das Licht aus und die Tür geschlossen. Im Schaufenster hängt ein Zettel: Auf diesem ist zwar keine Erklärung zu lesen, wohl aber ein QR-Code zu sehen. Wer ihn scannt, landet bei Youtube und einem älteren Video, in dem der Fußballer Lukas Großkreutz nach einem Spiel im Interview süffisant schwadroniert: „Woran hat es gelegen? Man fragt sich immer, woran et jelegen hat!“ Einen bestimmten Humor hat Sem Schröder offenbar behalten...
„Eat Green“ in Hamm insolvent: bittere Wahrheit veröffentlicht
Die bittere Wahrheit ist indes seit Montag öffentlich nachzulesen. Mit dem Aktenzeichen 254 IN 74/22 wurde das „Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen des Herrn Schröder“ angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter sei der Dortmunder Rechtsanwalt Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger bestellt worden.
Ziel eines Insolvenzverfahrens ist es, die Gläubiger in ihrer Gesamtheit bestmöglich und gleichmäßig zu befriedigen. Zu diesem Zweck erfolgt entweder eine Zerschlagung des insolventen Unternehmens, indem das vorhandene Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt wird, oder es wird eine Sanierung durchgeführt, aus deren Erträge die Gläubiger befriedigt werden können.
„Ihr Lieben, leider haben wir ab morgen geschlossen. Danke an alle Gäste, Freunde, Unterstützer und Mitarbeiter. Macht‘s gut.“
„Eat Green“ in Hamm insolvent: nach der Eröffnung zufrieden
Mit „Eat Green“ wollte der 33-jährige Schröder den Hammern eine schnelle, aber gesunde Mittagspause ermöglichen, wie er kurz nach der Eröffnung gegenüber wa.de erklärt hatte. Das neue Angebot sei damals auf Anhieb gut angenommen worden. Ein Konzept wie das von Schröder, der ausschließlich Bowls, Salate und Smoothies - vieles zum individuellen Zusammenstellen - anbot, gab und gibt es andernorts in Hamm so nicht. Letztlich schien das Interesse aber doch nicht groß genug gewesen zu sein; vor allem zum Abend war das Lokal oft leer.
Erst Anfang Oktober hatte mit Andre Krawczyk („Andre‘s Dinner“, „Andre‘s Restaurant“) ein bekannter und umtriebiger Hammer Gastronom Insolvenz angemeldet. Die Fußgängerzone blutet seit vielen Jahren aus: Kürzlich erst gaben die beliebten Geschäfte Ernsting‘s Family und der Schuhpark ihren Abschied bekannt.
