Politiker flog aus Fraktion

Russlandreise legitim? Hamms AfD-Mann Pierre Jung arbeitet für heftig kritisierten Blex

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Pierre Jung trat unter anderem bei der Landtagswahl am 15. Mai 2022 für die AfD in Hamm an.
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Der Ausschluss des Abgeordneten Christian Blex aus der AfD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag wegen einer umstrittenen Russland-Reise könnte auch Auswirkungen für den Hammer AfD-Politiker Pierre Jung haben.

Hamm/Düsseldorf – Der Vorsitzende der Ratsfraktion arbeitet für Blex, weiß nun nach eigener Aussage allerdings noch nicht, wie es weitergeht.

Job auf 300-Euro-Basis im Team des Abgeordneten

Bereits seit mehreren Jahren gehört Jung zum Mitarbeiterteam von Blex. Bis zur Landtagswahl im Mai – bei der Jung in Hamm selbst antrat und 7,14 Prozent der Stimmen holte – arbeitete Jung auf 450-Euro-Basis für den Abgeordneten. Er erstellte für den gebürtigen Lippstädter unter anderem Medieninhalte. Auch nach der Wahl habe Jung für Blex gearbeitet – auf 300-Euro-Basis.

Der Ausschluss von Blex aus der Fraktion im Landtag sei für ihn auch überraschend gekommen, erklärte Jung auf Nachfrage im Anschluss an die Ratssitzung am Dienstag. Er müsse sich nun erst einmal Gedanken machen, wie er damit umgehe.

Jung hält Russland-Reise von Blex nicht für problematisch

Blex war kurz zuvor wegen einer auch aus den eigenen Reihen deutlich kritisierten Russland-Reise aus der AfD-Fraktion im Landtag geflogen. Auf den ursprünglich geplanten Besuch des von Russland besetzten Donbass im Osten der Ukraine hatte Blex, der gemeinsam mit weiteren AfD-Mitgliedern unterwegs war, nach der Kritik verzichtet. Anschließend saß er Medienberichten zufolge zwischenzeitlich wegen der Teilmobilmachung und dem folgenden Ansturm auf Auslandsflüge in Russland fest.

Die Reise bezeichnete Jung als legitim und sah sie nicht als problematisch an. Er sei der Meinung, dass es jedem erlaubt sein müsse, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Das müsse aber mit der Fraktion abgestimmt und nicht als Alleingang geschehen, schränkte Jung ein.

Blex selbst bezeichnet Vorwürfe als „einigermaßen konstruiert“

Nach seinem Rauswurf aus der nordrhein-westfälischen AfD-Fraktion hat der Abgeordnete Christian Blex die Vorwürfe gegen ihn als „einigermaßen konstruiert“ bezeichnet. Für die Entscheidung habe er kein Verständnis. Als fraktionsloser Abgeordneter werde er nun Themen aufgreifen, „die bislang aus möglicherweise falsch verstandener Rücksichtnahme eher vernachlässigt wurden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Blex sieht sich als politisches Opfer: Er habe „bestimmte Kreise“ gestört und es sei „nur nach einem Anlass“ gesucht worden, um ihn aus der Fraktion zu werfen. Die Partei wolle er nicht verlassen, so Blex: „Ich werde meine gesamte Kraft und Expertise natürlich weiterhin in den Dienst der AfD stellen, schließlich wurde ich auf einen hervorragenden Listenplatz gewählt.“

Mit Material von dpa

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