VonJohanna Werningschließen
Der Bundeswehrstandort in Köln-Wahn wurde abgeriegelt. Es bestand der Verdacht einer Sabotage-Aktion. Jetzt gibt es Entwarnung.
Köln - Alarm bei der Bundeswehr in Köln (NRW). Der Standort in Köln-Wahn ist am Mittwochmorgen komplett abgeriegelt, wie der Spiegel berichtet. Ermittler gehen aktuell dem Verdacht einer Sabotage-Aktion nach.
Update vom 16. August, 17.46 Uhr: Der Verdacht auf Sabotage an der Trinkwasserversorgung der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn ist ausgeräumt. Untersuchungen des Trinkwassers ergaben keine Auffälligkeiten, wie das Territoriale Führungskommando der Bundeswehr in Berlin mitteilte. „Es konnten keinerlei Überschreitungen von Grenzwerten der deutschen Trinkwasserverordnung festgestellt werden. Das Wasser kann wieder genutzt werden.“ Auch bei einem ähnlichen Verdacht im nordrhein-westfälischen Mechernich gibt es inzwischen weitgehend Entwarnung.
Nach Angaben der Bundeswehr hatte am frühen Mittwochmorgen zunächst ein technischer Alarm an einer Trinkwasseranlage in der Kaserne in Köln-Wahn angeschlagen. Das herbeigerufene Personal habe am Pumpenhäuschen eine Person wahrgenommen, die sich außerhalb des Zaunes schnell entfernt habe. Am Zaun sei eine Beschädigung festgestellt worden. In direkter Nähe der Stelle befinde sich die kaserneneigene Trinkwasseranlage. Eine Manipulation dieser Anlage sei nicht auszuschließen gewesen. Vorsorglich habe man daher die Wasseraufbereitungsanlage der Kaserne deaktiviert und Proben entnommen. Die Schnelltests hätten von der Norm abweichende Werte im Wasser bestätigt, ohne jedoch Rückschlüsse auf Qualität und Quantität der Verunreinigungen zuzulassen.
Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, warnte vor Hysterie. Er verwies auf den Ukraine-Krieg und sagte, dass es sich bei solch einem Konflikt nicht nur um eine militärische Auseinandersetzung, sondern auch um einen Informationskrieg handele. „Das ist die Stunde für Spionage und Sabotage. Klar ist, dass wir also erhöht wachsam sein müssen, aber wir sollten auch besonnen sein und keine Hysterie verbreiten“, sagte er im Deutschlandfunk. Der ehemalige BND-Chef wies darauf hin, dass sich kritische Infrastruktur nicht zu 100 Prozent überwachen und schützen lasse. Zugleich betonte er, dass Russland Sabotage als ein Modul der Kriegsführung ansehe – „und wenn sich die militärische Situation verschärfen würde, haben die keine Hemmung, auch Sabotageaktionen in Deutschland durchzuführen“. Insofern sei Wachsamkeit geboten.
„Verdacht von Sabotage besteht“: Zwei Standorte in NRW komplett abgeriegelt
Update vom 14. August, 14.56 Uhr: Ermittler gehen auf dem Fliegerhorst Köln-Wahn nach Auffälligkeiten an einem Wasserwerk dem Verdacht auf eine Straftat gegen die Bundeswehr nach. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte am Mittwoch, dass die Kaserne für Untersuchungen gesperrt worden sei, „weil es Verdacht auf einen Eindringversuch oder ein vollzogenes, illegales Eindringen gibt“. Er sagte: „Auch der Verdacht von Sabotage besteht.“ Neben Polizei und Militärpolizei war auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) und der Staatsschutz an den Untersuchungen beteiligt. Die Bundeswehr nehme diesen Vorfall sehr ernst. Das Ministerium verwies für weitere Details an die Ermittlungsbehörden.
Auch in Geilenkirchen gibt es einen Sabotage-Verdacht. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Demnach geht es wieder um kontaminiertes Trinkwasser – genau wie in Köln. Der Vorwurf werde aktuell geprüft. Eine offizielle Bestätigung gibt es allerdings noch nicht. Die Abwasserwerte in Köln-Wahn seien „abnorm“ gewesen, sagte ein Bundeswehrsprecher.
Sabotage bei Bundeswehr-Kaserne in Köln und Geilenkirchen? „Wünschen schnelle und vollständige Genesung“
Nach Hinweisen auf eine Störung war nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein Loch in einem Zaun entdeckt worden. Auch eine auffällige Person wurde bemerkt. Im Raum stand damit der zunächst unbestätigte Verdacht, dass die Wasserversorgung sabotiert worden sein könnte. Für die Untersuchung wurden auch Wasserproben entnommen. Unbestätigt blieb, dass Soldaten über Übelkeit geklagt haben sollen.
Das Territoriale Führungskommando der Bundeswehr (TFK) teilt mit: „Bundeswehrangehörigen, die möglicherweise im Zusammenhang mit dem Vorfall zu Schaden gekommen sind, wünschen wir schnelle und vollständige Genesung.“ Aufgrund der laufenden Ermittlungen könnten derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden.
Die Kaserne durfte über Stunden nicht mehr betreten oder verlassen werden, sollte aber nach Bundeswehrangaben am Mittwoch wieder geöffnet werden. Die möglichen Hintergründe des Vorfalls waren öffentlich zunächst unbekannt. Auf Fragen zu einem politischen Zusammenhang äußerte sich das Verteidigungsministerium nicht im Detail. Seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine wird die Sicherheitslage insgesamt neu bewertet. Sicherheitsexperten haben wiederholt gewarnt, dass auch militärische Infrastruktur Ziel von Ausspähungen oder Sabotageversuchen sein könne.
Sabotage bei der Bundeswehr? Standort in NRW komplett abgeriegelt
Update vom 14. August, 12.23 Uhr: Ermittler gehen auf dem Fliegerhorst Köln-Wahn nach Auffälligkeiten an einem Wasserwerk dem Verdacht auf eine Straftat gegen die Bundeswehr nach. Dafür sei die Kaserne abgeriegelt worden, wurde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch erklärt. Zuerst hatte der Spiegel berichtet.
Nach Hinweisen auf eine Störung sei auch ein Loch in einem Zaun entdeckt worden, hieß es. Im Raum stand damit der zunächst unbestätigte Verdacht, dass die Wasserversorgung sabotiert worden sein könnte. Für die Untersuchung wurden auch Wasserproben entnommen.
Sabotage-Verdacht bei Bundeswehr: Trinkwasser kontaminiert?
Erstmeldung vom 14. August: Laut Spiegel untersuchen Polizei, Feldjäger und der Militärische Abschirmdienst der Bundeswehr eine mögliche Sabotage-Aktion gegen die Bundeswehr. Der Verdacht: Es sei in der Kölner Kaserne eingebrochen worden. Es seien Auffälligkeiten an einem Wasserwerk aufgefallen worden. Womöglich ist das Leitungswasser des Bundeswehrstandorts kontaminiert. Darum sei die Kaserne abgeriegelt worden, wurde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch erklärt.
Nach Hinweisen auf eine Störung sei auch ein Loch in einem Zaun entdeckt worden, hieß es. Im Raum stand damit der zunächst unbestätigte Verdacht, dass die Wasserversorgung sabotiert worden sein könnte. Für die Untersuchung wurden auch Wasserproben entnommen.
Details sind nicht bekannt. Offizielle Bestätigungen gibt es nicht. In internen Mitteilungen sollen Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Kräfte dringlich dazu aufgerufen worden sein, keinesfalls Trinkwasser zu entnehmen.
Sabotage bei der Bundeswehr? Standort in NRW komplett abgeriegelt
Die Kaserne durfte nach diesen Angaben nicht mehr betreten oder verlassen werden. Die Polizei habe sie weiträumig abgesperrt. In der Kaserne sind mehrere Dienststellen untergebracht. Auch die Flugbereitschaft der Bundeswehr – zuständig für Reisen von Kabinettsmitgliedern und hohen Regierungsbeamten – hat dort ihren Sitz. Weitere Informationen folgen.
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