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Marvin K. Hoffmann
Annika Ketzler
Jan-Niklas Dalley
Nach zwei Brandanschlägen auf eine Bahnstrecke in NRW war der Zugverkehr zwischen Düsseldorf und Duisburg lahmgelegt. Nach zwei Tagen rollen nun wieder Züge.
- Auf die wichtige Nord-Süd-Strecke der Bahn zwischen Düsseldorf und Duisburg sind zwei Brandanschläge verübt worden. Ein Bekennerschreiben wird noch geprüft.
- Im Nahverkehr waren zwei Tage lang die S-Bahn-Linie S1 sowie mehrere Regionallinien betroffen. Der gesamte Bereich um Duisburg-Großenbaum im Süden der Ruhrgebietsstadt war nicht befahrbar.
- In der Nacht zu Samstag, 2. August, wurde die Strecke wieder freigegeben.
Update vom 2. August, 7.04 Uhr: Gute Nachrichten für alle Pendler und Reisenden in NRW: Die Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg ist seit den frühen Morgenstunden wieder freigegeben. Das teilte ein Bahnsprecher mit. Bis in die Nacht hatten Experten rund 100 Meter Kabel repariert. An der Strecke deponierte Brandsätze hatten die wichtige Nord-Süd-Verbindung seit Donnerstag lahmgelegt. Die Polizei geht von Sabotage aus, der Staatsschutz ermittelt. Mutmaßlich sind Linksextremisten für den Anschlag verantwortlich, wie Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf sagte. Die Ermittlungen laufen allerdings noch. Die Strecke Duisburg-Düsseldorf ist mit mehr als 620 Zügen täglich - Güterzüge nicht mitgezählt - eine der meistbefahrenen Bahn-Verbindungen in Deutschland.
Reul: „Linksextremisten, die versuchen, uns in eine vorindustrielle Zeit zurück zu bomben“
Update vom 1. August, 17 Uhr: Auch Herbert Reul (CDU) äußert sich zu dem Brandanschlag auf die Bahnstrecke in Nordrhein-Westfalen. Dieser ist laut Aussage des NRW-Innenministers wahrscheinlich von Linksextremisten begangen worden. „So, wie unsere Behörden diesen Sabotageakt gerade lesen und verstehen, waren das Linksextremisten, die versuchen, uns in eine vorindustrielle Zeit zurück zu bomben“, sagte er.
Die Gruppe „Kommando Angry Birds“, die sich dazu bekannt habe, „kennen unsere Behörden als linksextremistische Mitmach-Kampagne. Die hat in den letzten Jahren im Raum Düsseldorf schon mehrfach sabotiert“, so Reul. Unter anderem habe es Anschläge auf Telekommunikationsmasten in Langenfeld und Erkrath gegeben. Auch ein Tunnelbrand an der A46 gehe auf das Konto der Gruppe zurück. Der Anschlag zeige laut Reul, „wie verletzlich unsere kritische Infrastruktur ist“. Umso wichtiger sei es nun, die Täter zu finden.
Auch NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer habe eine nachdrückliche Strafverfolgung angekündigt. „Das ist kein Dumme-Jungen-Streich, das ist kein Kavaliersdelikt. Das wird sehr genau angeguckt, die Spuren werden verfolgt“, sagte der Grünen-Politiker am Freitag nach einer Besichtigung der Anschlagsstelle. „Die Strafbehörden werden alles unternehmen, um die Verantwortlichen zu finden.“
Bahnverkehr in NRW noch länger lahmgelegt – weiterer Brandanschlag verschlimmert Situation
Update vom 1. August, 16.20 Uhr: Auf dem Portal Zuginfo.NRW teilt die Bahn mit, dass die Streckensperrung noch länger andauern wird als ursprünglich gedacht. Eigentlich sollten die Schäden bis zum späten Freitagabend, gegen 22 Uhr, behoben werden. Die Strecke bleibe voraussichtlich aber bis 3 Uhr in der Nacht auf Samstag gesperrt, heißt es.
Nach der Sperrung seien Probefahrten nötig. Ein Bahnsprecher sagte der dpa, dass die Züge zwischen Duisburg und Düsseldorf voraussichtlich am frühen Samstagmorgen wieder planmäßig verkehren könnten.
Update vom 1. August, 13.52 Uhr: Rechtsanwalt Arndt Kempgens hat für wa.de die rechtlichen Folgen eingeordnet, die dem Täter oder den Tätern im Falle einer Festnahme nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf das Schienennetz drohen. Er geht von langen Haftstrafen und Ermittlungsverfahren sowie auch zivilrechtlichen Ansprüchen aus.
Die Düsseldorfer Kriminalpolizei ermittelt derzeit aufgrund des Verdachts einer vorsätzlichen Brandstiftung mit zwei Tatorten an einer Bahnlinie zwischen Düsseldorf und Duisburg.
Bahnverkehr in NRW lahmgelegt – Tätern droht heftige Strafe
Strafrechtliche Ermittlungsansätze seien laut Kempgens ein sogenannter „Gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr“ nach § 315 StGB und „möglicherweise sogar versuchter Mord“ nach § 211 BGB. „Wenn die Täter bei der Manipulation der Bahngleise sogar einen Unglücksfall herbeiführen wollten, beträgt die Mindeststrafe ein Jahr (§ 315 Abs. 3 Nr. 1a StGB) bis zu 15 Jahren Haft (§ 38 Abs. 2 StGB)“, führt der Rechtsanwalt aus. Wenn die Täter dabei sogar einen tödlichen Ausgang in Kauf genommen haben sollten, drohen Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes.
„Zivilrechtlich müssen Täter nicht nur die Reparaturarbeiten zahlen, sondern auch alle Kosten im Zusammenhang mit Zugausfällen, sogar der betroffenen Reisenden“, erklärt Kempgens weiter. Wenn hinter den Anschlägen eine kriminelle Struktur steckt, seien ihm zufolge auch „Ermittlungsverfahren wegen Bildung terroristischer Vereinigungen gemäß § 129a StGB“ möglich.
Update vom 1. August, 12.13 Uhr: Nach den zwei mutmaßlichen Brandanschlägen auf wichtige Kabel einer wichtigen Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg bleibt die Strecke noch länger gesperrt, als zunächst angenommen. Die Sperrung wird aktuellen Erkenntnissen zufolge bis voraussichtlich 22 Uhr andauern. Das teilte die Bahn auf ihrem Portal Zuginfo.NRW mit. Möglicherweise könnten die Arbeiten aber auch noch länger dauern, hieß es aus Bahnkreisen.
Die Polizei vermutet Sabotage. Ursprünglich hatte die Bahn avisiert, dass die Verkehrsbehinderungen bis zum Mittag beziehungsweise bis 15 Uhr abgeräumt werden könnten. „Bis in die Nacht hinein sind Kabel repariert worden“, sagte der Bahnsprecher. Bei der Prüfung sei dann aufgefallen, dass trotz der Arbeiten immer noch keine Signale durch die Kabel führten. Die Strecke Duisburg-Düsseldorf ist mit mehr als 620 Zügen täglich ohne Güterzüge eine der meistbefahrenen Bahn-Verbindungen in Deutschland.
Bahnverkehr in NRW lahmgelegt: Nächste Hiobsbotschaft für Pendler und Reisende
Update vom 1. August, 11.30 Uhr: Bei der zweiten entdeckten Schadstelle (siehe Update von 9.45 Uhr) scheint es sich ebenfalls um einen Brandanschlag auf die wichtige Nord-Süd-Strecke der Deutschen Bahn in Düsseldorf zu handeln. Der Brandsatz hat dem Vernehmen nach die gleiche Machart wie der am Donnerstag entdeckte, und soll ebenfalls Schaden angerichtet haben. „Der Staatsschutz und Brandermittler sind vor Ort. Zurzeit gehen wir definitiv aber nur von diesen zwei Schadstellen aus“, erklärte ein Sprecher der Polizei auf wa.de-Anfrage.
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Update vom 1. August, 9.45 Uhr: Das ist die nächste Hiobsbotschaft für Reisende und Pendler in ganz Nordrhein-Westfalen – die Sperrung der wichtigen Bahnstrecke wird noch den ganzen Freitag andauern. Grund ist eine Entdeckung, die die Verantwortlichen im Zuge der Reparaturarbeiten gemacht haben.
Bahnverkehr in NRW lahmgelegt: Tausende Reisende am Morgen betroffen
Nach dem Kabelbrand auf der wichtigen Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg werden die Reparaturarbeiten voraussichtlich noch den ganzen Freitag über andauern. Eine zweite Schadstelle sei entdeckt worden, sagte ein Sprecher der Bahn Nordrhein-Westfalen der Deutschen Presse-Agentur.
Update vom 1. August, 8.55 Uhr: Die Bahnstrecke ist nach dem mutmaßlichen Sabotageakt noch immer gesperrt. Zugreisende auf der vielbefahrenen Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg müssen sich weiterhin in Geduld üben. Tausende Pendler und in den Urlaub startende Reisende sahen sich am Morgen auf der wichtigen Nord-Süd-Strecke der Bahn infolge eines vermutlich absichtlich gelegte Kabelbrands in Düsseldorf massiven Verkehrsbehinderungen ausgesetzt.
„Unser Personal vor Ort arbeitet unter Hochdruck an der Störungsbeseitigung“, teilte die Bahn auf ihrer Homepage mit. Die Störung werde mindestens bis Freitagmittag andauern. Auf dem Portal Zuginfo.NRW ist das Ende bis 15 Uhr avisiert.
„Die Arbeiten liefen die ganze Nacht durch“, sagte ein Sprecher der Bahn in NRW der dpa. Ob sie bis zum Mittag beendet seien oder sich bis in den Nachmittag zögen, könne noch nicht präzise abgeschätzt werden.
Chaos an Bahnstrecke in NRW: Mutmaßliche Saboteure melden sich zu Wort
Derweil scheint das ganz große Chaos bislang auszubleiben, Reisende haben sich offenbar damit abgefunden. Die meisten hatten offenbar bereits am Donnerstag mitbekommen, dass es umfangreiche Zugausfälle sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr rund um den Bahn-Knotenpunkt gibt.
Update vom 31. Juli, 21.00 Uhr: Ein Düsseldorfer Polizeisprecher bestätigte der dpa, dass den Behörden ein Bekennerschreiben vorliegt. Dieses sei auf der linken Plattform Indymedia veröffentlicht worden, ein „Kommando Angry Birds“ nehme dort die Tat auf sich, heißt es. Die Echtheit des Schreibens müsse nun überprüft werden. Das Ergebnis der Prüfung sei allerdings nicht mehr am Donnerstag zu erwarten.
Update vom 31. Juli, 17.10 Uhr: Die Reparatur der vermutlich durch Sabotage gestörten Bahnstrecke in NRW werde voraussichtlich noch bis Freitagmittag, 1. August, andauern. Entsprechend bleibe die Strecke bis dahin gesperrt, wie ein Bahnsprecher der dpa mitteilte. Zwei weitere beschädigte Kabel seien noch entdeckt worden, weshalb die Reparatur der Bahnstrecke noch aufwendiger als zunächst befürchtet werde, heißt es.
Die Strecke sei mit 700 bis 800 Verbindungen täglich eine der wichtigsten bundesweit, teilte der Bahnsprecher mit. Mehrere 10.000 Reisende dürften von der Streckensperrung betroffen sein, so der Sprecher.
Bahnchaos in NRW: Kabelbrand legt Zugverkehr lahm – Sabotage vermutet
[Erstmeldung] Hamm – Zwischen Düsseldorf und Duisburg geht am Donnerstagnachmittag, 31. Juli, fast gar nichts mehr. Ein Brand in einem Kabelkanal bremste den Zugverkehr auf einer wichtigen Hauptstrecke der Deutschen Bahn aus. Aufgrund des Feuers kündigte ein Bahnsprecher an, dass mit massiven Beeinträchtigungen des Zugverkehrs gerechnet werden muss. Die Störung werde den ganzen Tag andauern, heißt es.
Die Polizei nahm die Ermittlungen zur Brandursache auf. Die war zunächst noch unklar. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) wenig später mitteilte, geht die Polizei jedoch inzwischen davon aus, dass es sich um einen Sabotageakt handle, wie vor ein paar Jahren. In einem Kabelkanal neben der Strecke wurde Feuer gelegt. Konkret wurden wohl sechs Kabel durch den Brand zerstört und müssen auf einer Länge von 60 Metern. Laut eines dpa-Reporters sei eine Zündvorrichtung an dem Kabeltunnel platziert worden. Der Staatsschutz ermittelt in alle Richtungen. Bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr hätten Bahnmitarbeiter mit Löscharbeiten begonnen.
Deutsche Bahn nach Brand mit massiven Störungen in NRW – Polizei vermutet Sabotage
Die beschädigten Kabel neben der Strecke sorgen für große Störungen im Nah- und Fernverkehr. Eine Vielzahl an Verbindungen sei betroffen. Neben den Verbindungen des Fernverkehrs nach Berlin und Frankfurt am Main haben auch Verbindungen in Richtung Norddeutschland, Süddeutschland und in die Niederlande mit den Problemen zu kämpfen, teilte die Bahn mit. Abgesehen von Verspätungen, werden einzelne Bahnhöfe nicht angefahren. Auch Regional- und S-Bahnlinien in Nordrhein-Westfalen sind betroffen und fahren deshalb nicht oder werden umgeleitet. An vielen Orten ist ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
Laut dem Portal zuginfo.nrw sind die folgenden Linien betroffen:
- S1, beginnt und endet in Dortmund Hbf und Duisburg Hbf. Es gibt Teilausfälle zwischen Düsseldorf Hbf und Duisburg Hbf
- RE2, beginnt und endet in Osnabrück Hbf und Duisburg Hbf. Es gibt Teilausfälle zwischen Düsseldorf Hbf und Duisburg Hbf
- RE3, RE19, werden umgeleitet und verkehren ohne Halt in Düsseldorf Flughafen
- RB32, beginnt und endet in Dortmund Hbf und Oberhausen Hbf. Es gibt Teilausfälle zwischen Oberhausen Hbf und Duisburg Hbf
- RE1, RE5, werden umgeleitet und verkehren ohne Halt in Düsseldorf Flughafen
- RE6, werden umgeleitet und verkehren ohne Halt in Düsseldorf-Bilk, Düsseldorf Hbf und Düsseldorf Flughafen
- RE11, enden aus Fahrtrichtung Hamm vorzeitig in Duisburg Hbf, verkehren ohne Halt in Düsseldorf Flughafen und Düsseldorf Hbf
Des Weiteren sei ein Ersatzverkehr zwischen Düsseldorf-Unterrath und Duisburg Hbf eingerichtet.
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