VonMarvin K. Hoffmannschließen
Weil er als einziger Welpe seines Wurfs einen Gendefekt hat, sollte Boomer sterben. Aber er wurde gerettet. Nun wartet er im Tierheim auf ein neues Zuhause.
Lüdinghausen – Die Schwächsten überleben in der Natur nicht. Hund Boomer gehörte auch dazu. Der Australian-Shepherd-Bordercollie-Mix mit dem dreifarbigen Fell war der einzige Welpe des Wurfs mit einem Gendefekt. Die tragische Folge: Der taube Hund sollte eingeschläfert werden. Er konnte gerettet werden – benötigt jetzt aber noch mehr Hilfe.
| Name | Boomer |
| Geburtstag | 5. Mai 2018 |
| Rasse | Australian-Shepherd-Bordercollie-Mix, tricolor |
| Geschlecht | Rüde/kastriert |
| Gesundheitszustand | laut Tierarzt gut, geimpft (die nächste Impfung steht im November 2023 an), gehörlos, sehbeeinträchtigt |
| Grund der Abgabe | zu wenig Zeit im Alltag, Beeinträchtigung erfordert mehr Aufmerksamkeit |
Boomer sollte als Welper eingeschläfert werden, weil er einen Gendefekt hat
„Als einziger Welpe des Wurfs mit Gendefekt, also nicht gut verkäuflich für den Züchter, sollte Boomer eingeschläfert werden. Er wurde jedoch von einer Dame gerettet, die ihn aber nicht dauerhaft behalten konnte. Er wurde dann an ein junges Paar als Zweithund vermittelt. Da der vorhandene Hund schon sehr alt und oft von Boomers quirligem Welpen-Wesen (mittlerweile ruhiger) ‚genervt‘ gewesen ist, adoptierten wir ihn“, heißt es auf der Seite der Tierfreunde Lüdinghausen, die jetzt ein neues Zuhause für Boomer sucht. Wer den liebevollen Mischling adoptieren möchte, sollte aber etwas wissen.
Aufgrund des Gendefektes ist Boomer taub – bei Tieren mit einem weißen Fall ist das tatsächlicher häufiger der Fall. Hinzu kommt noch eine Sehbeeinträchtigung. Zumindest Letztere scheint er aufgrund eines auf den ersten Blick ulkig wirkenden Hilfsmittels aber im Griff zu haben. Bei starker Sonne oder Dämmerung trägt Boomer eine Hundebrille. „Anfangs war Boomer auf viel Brillentraining angewiesen, um sich daran zu gewöhnen. Aber jetzt kann er auch wieder bei Sonne draußen besser sehen“, erklärt das Tierheim.
Hund Boomer aus dem Tierheim Lüdinghausen kommt gut mit Menschen klar
Das Tierheim Lüdinghausen schreibt, Boomers Verhalten gegenüber Menschen sei problemlos und „er ist auch offen gegenüber neuen Menschen“. Manchmal könne es jedoch vorkommen, dass er knurrt – wohl aus Unsicherheit wegen seiner körperlichen Einschränkungen. Angst habe er außerdem vor erhobenen Händen, dann duckt er sich weg. Zudem neige er dazu, durch Fiepen auf sich aufmerksam zu machen. „Beim Schlafen sucht er Körperkontakt, vermutlich um mitzubekommen, wenn sein Mensch aufsteht“, heißt es.
So tickt Hund Boomer
„Er schläft tagsüber sehr viel, ist demnach entspannt in gewohnter Umgebung bei normalem Tagesgeschehen. Sobald Bewegung im Haus ist, die er nicht zuordnen kann, haftet er einem an den Fersen, vermutlich aufgrund der Taubheit. Er hat dann vielleicht Angst, den Anschluss zu verpassen. Bei Kontaktaufnahme ist er sehr ungestüm und wild. Unruhig wird er auch, sobald jemand das Haus verlässt. Wahrscheinlich weil er denkt, es geht auch für ihn raus. Boomer kann bei Futtergabe gut abwarten, versucht den Prozess aber gerne durch Fiepen zu beschleunigen. Warten ist generell nicht seine Stärke bisher, zum Beispiel während Pausen beim Spaziergang oder bei einem Aufenthalt im Café“, erklärt das Tierheim Lüdinghausen.
Menschen müssen sich auf die Hunde-Eigenarten von Boomer einlassen
Man muss sich eben auf Boomer und seine Eigenarten einlassen. Auch die Kommunikation zwischen seinen Menschen und ihm läuft anders ab als mit anderen Hunden – aufgrund der Taubheit nämlich auf Basis von Handzeichen. „Sitz, Platz, Komm, Warte, Abruf versteht er, lässt sich aber sehr schnell vom Blickkontakt ablenken, wodurch die Kommunikation erschwert ist“, schreibt das Tierheim. Sicherlich lässt er sich auch noch erziehen, Tipps von Hundetrainer Martin Rütter könnten dabei helfen.
Kinder im Haushalt scheinen auch kein Problem für Boomer zu sein, sie sollten wohl aber schon etwas älter und größer sein. „Er ist 1,5 Jahre lang mit einem älteren Hund aufgewachsen. Vermutlich ist die Orientierung an einen Zweithund, aufgrund seiner eingeschränkten Sinne, hilfreich“, schreibt das Tierheim zudem noch.
Bei Interesse an Boomer bitte Kontaktaufnahme über die Tierfreunde Lüdinghausen unter 02598-9292532 oder per E-Mail an kontakt@tierfreunde-luedinghausen.de.

