VonEva Burghardtschließen
Mitte Januar schließt die Kaufhof-Filiale in Wuppertal. Bis zuletzt hatte sich die Stadt um eine Rettung bemüht. Aber das Gebäude wird nun leer stehen.
Wuppertal – Es hat alles nichts gebracht. Weder die Bemühungen der Stadt Wuppertal (NRW) noch die Menschenkette vor dem Gebäude der Kaufhof-Filiale. Mitte Januar schließt das Geschäft in Wuppertal-Elberfeld. Der große Ausverkauf ist gestartet. Die Stadt Wuppertal erwartet nach der Schließung einen Leerstand und spricht von einem „traurigen Ereignis“ für Wuppertal.
Kaufhof in Wuppertal muss wegen finanzieller Probleme schließen
Das finanziell schwer gebeutelte Unternehmen Galeria Kaufhof schließt derzeit etliche Filialen in Deutschland, etwa in Duisburg, Gelsenkirchen und Mönchengladbach. In Wuppertal hatte man bis zuletzt versucht, eine Lösung für die Rettung der Filiale zu finden. Die Stadt wollte Teile der Immobilie übernehmen und so die Mietkonditionen für die übrige Fläche verbessern.
Immer wieder hatte es Gespräche mit der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Leitung (GKK) und den Eigentümern des Gebäudes gegeben. Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind (Bündnis 90/Die Grünen) hatte sich dabei immer um die Erhaltung des Galeria-Gebäudes in Wuppertal bemüht, sagte er im Juli 2023.
Warum schließen so viele Kaufhof-Filialen?
► Die Geschäfte von Galeria Karstadt Kaufhof prägen seit Jahrzehnten das Bild deutscher Innenstädte – in Zukunft soll es bundesweit weniger Häuser geben.
► Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern hatte Ende 2022 erneut Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen.
► Inzwischen hat der Konzern das Insolvenzverfahren abgeschlossen. Der Sanierungsprozess dauert aber an.
► Der Sanierungsplan sieht die Schließung von rund einem Drittel der zuletzt noch 129 Filialen vor.
► Nach den bisherigen Planungen dürften am Ende noch 88 Filialen übrig bleiben.
► Neben der Filiale in Wuppertal stehen auch Filialen in Bielefeld, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen und Paderborn auf der Schließungsliste.
Als die Schließung dann im August beschlossen war, zeigte sich der Oberbürgermeister „tief enttäuscht“. Das gelte vor allem „mit Blick auf die über hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die teilweise mehrere Jahrzehnte im Unternehmen beschäftigt waren, und jetzt ihren Job verlieren.“
Stadt Wuppertal: „Wichtiges Gebäude wird leerstehen“
Wie es für diese Menschen jetzt weitergeht, bleibt vorerst unklar. Auf eine Anfrage von wa.de reagierte Galeria Kaufhof nicht. Nach Informationen von Radio Wuppertal sollen einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Abfindungen bekommen haben. Auszubildende und andere Mitarbeiter seien demnach in eine andere Filiale nach Düsseldorf versetzt worden.
Wie es mit dem Gebäude am Neumarkt 26 jetzt weitergeht, ist unklar. Auf Anfrage von wa.de schreibt das Presseamt, die Schließung der Filiale sei ein „trauriges Ereignis für Wuppertal und die Wuppertaler“. Welche Folgen die Schließung nun für die Stadt und die Mitarbeiter hat? „Ein wichtiges Gebäude wird zunächst einmal leer stehen.“
Zentralbibliothek demnächst im Gebäude des Kaufhof-Filiale?
Wie es mit dem nach Gebäude der Schließung weitergeht, könnte erstmal nur der Eigentümer der Immobilie beantworten, heißt es von der Stadt. Auf eine Anfrage von wa.de hat der Eigentümer bislang nicht reagiert. Mitte des Jahres 2023 gab es verschiedene Medienberichte, nach denen in dem Gebäude etwa die Zentralbibliothek untergebracht werden könnte.
Was sagt die Stadt dazu? „Diese Pläne können nur Bestandteil einer Gesamtplanung sein, dazu kann derzeit nicht mehr gesagt werden.“ Ob und wie es für die Immobilie in Wuppertal-Elberfeld weitergeht, bleibt also weiterhin unklar. Aus dem Presseamt heißt es noch: „Leerstand ist immer schlecht für eine Innenstadt.“ (ebu)
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