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Matthias Staege
Katharina Heyn
Daniel Schröder
Es schneite am Donnerstag stark im Kreis Soest. Der Deutsche Wetterdienst warnte. Die Lage im Überblick:
Update vom Freitag, 10. Januar, 8.15 Uhr: Das Schlimmste ist geschafft. Es gibt eine erste Glätte-Bilanz für den Kreis Soest.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 20.39 Uhr: Und ein Blick in die Nachbarschaft: Auf der A46 und der B480 gibt es weiterhin massive Probleme. Die Polizei ist mit vielen Kräften im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Hier gibt es alle Infos.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 22.30 Uhr: Auch am Freitag wird es Probleme im Busverkehr geben. Die RLG erklärt für die Linie S60: „Ob der Betrieb morgen planmäßig wieder aufgenommen wird, wird morgen vor der ersten Fahrt entschieden.“ Für die Linien R51 und 552 ist jetzt schon klar: „Aufgrund von Streckensperrungen kann der Betrieb auf den Linien R51 und 552 am 10. Januar vorerst nicht wieder aufgenommen werden.
Schnee und Glätteunfälle im Kreis Soest – Feuerwehr und Polizei im Einsatz




Update vom Donnerstag, 9. Januar, 19.38 Uhr: Die Polizei bilanzierte am Abend gegenüber dem Anzeiger rund 90 witterungsbedingte Einsätze – hauptsächlich Unfälle, vereinzelt Gefahrenstellen, zum Beispiel durch unter der Schneelast zusammengebrochene Bäume. Die meisten Einsätze hatte es in und rund Möhnesee gegeben. Gegen 19.15 Uhr erklärte Feuerwehr-Chef Christian Böddeker: „Wir haben eben den letzten Einsatz abgeschlossen.“ Er spricht von einer „im Gesamtbild sehr komplexen Lage“. Er ist heilfroh, dass bei dem Unfall mit zwei Lkw und einem Linienbus alle Beteiligten unverletzt geblieben sind.
Mehrere Hauptverkehrsstraßen sind noch dicht: So besteht auf der B229 bei Breitenbruch, der Forststraße bei Neuhaus und der Verbindung zwischen Stockum und Echtrop Gefahr von Schneebruch. „Dort ist es noch kritisch. Zudem ist es überall sehr glatt“, so Böddeker.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 17.40 Uhr: Auf der B516 zwischen Niederbergheim und Völlinghausen kollidierten am späten Nachmittag zwei Lkw und ein Bus: Nach ersten Erkenntnissen war ein Lkw-Fahrer aus Soest mit seinem 40-Tonner von Niederbergheim kommend von der Fahrbahn abgekommen und im Graben gelandet. Laut Polizeiangaben wollte der Fahrer eines 7,5-Tonners aus Solingen an dem im Graben liegenden Lkw vorbeifahren. Doch in diesem Moment kam ihm ein Linienbus – laut Polizeiangaben mit 21 Fahrgästen besetzt – entgegen. Alle Fahrzeuge sollen sich touchiert haben. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die Beteiligten wurden in der Schützenhalle Körbecke betreut.
Schnee im Kreis Soest




Update vom Donnerstag, 9. Januar, 17.15 Uhr: Vom Schneechaos auf den Straßen sind derzeit laut Feuerwehrangaben vor allem die Gemeinden Werl, Warstein, Möhnesee, Ense, Wickede und Rüthen betroffen. Die Feuerwehren seien zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Derzeit seien rund 120 Feuerwehrleute im Einsatz.
Eine Verschärfung der Verkehrssituation werde wegen des Berufsverkehrs nicht ausgeschlossen. Eingeschränkt oder gar nicht passierbar seien derzeit folgende Strecken:
- B63 Höhe Stadtwald Werl
- B516 Ense - Werl
- B516 Möhnesee - Ense
- B516 Niederbergheim - Soest
- B229 Möhnesee - Arnsberg
- B229 Möhnesee Ense
- A445 Abfahrt Wickede -> Wickede
„Es ist zunehmend mit Glätte zu rechnen, sodass auch für Fußgänger eine erhöhte Gefahr besteht. Halten Sie sich aus Wäldern fern und nutzen Sie den Notruf nur für Notfälle“, appelliert Feuerwehrsprecher Kevin Hoebusch an die Bevölkerung.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 16.59 Uhr: Bis auf Fahrten der Soester Stadtlinien C1 bis C8 hat die RLG den gesamten Busbetrieb am Nachmittag eingestellt. Jetzt nehmen die Busse in Lippstadt ebenfalls wieder ihren Betrieb auf. Mit Ausfällen und Einschränkungen sei jedoch weiter zu rechnen, so die RLG.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 15.54 Uhr: Beim Kreis Soest rechnet man damit, dass der Winterdienst „bis weit in die Nacht hinein“ im Einsatz sein wird. Das erklärt Birgit Kalle, Sprecherin des Kreises Soest. „Besonders an den Steigungen haben wir große Probleme“, sagt Kalle. „Unsere Räum- und Streufahrzeuge kommen an vielen Stellen selber nicht durch, weil querstehende Lastwagen die Straßen blockieren.“ In diesen Fällen müssten erst Umwege gefahren werden, um an die neuralgischen Abschnitte zu gelangen. Der Kreis sei aktuell mit 14 Fahrzeugen und allen verfügbaren Kräften im Einsatz.
Ein weiteres Problem sei die Entwicklung der Wetterlage. Kalle: „Momentan sinken die Temperaturen wieder. Wir haben deswegen an vielen Stellen eine sehr kompakte, feste Schneedecke.“ Das erschwere die Räumarbeit und mindere auch die Wirkung des Streusalzes. In der Stadt Soest ist auch viel Handarbeit gefragt.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 15.34 Uhr: Die RLG hat den Busbetrieb aufgrund des starken Schneefalls eingestellt. „Wir stellen den Verkehr im RLG-Verkehrsgebiet ab sofort ein!“, erklärte die RLG. Ausnahme sei der Stadtverkehr in Soest. Die Stadtbus-Linien C1 bis C8 sollen weiter unterwegs sein.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 15.22 Uhr: „Jeder, der die Möglichkeit hat, sollte zu Hause bleiben“, betont Feuerwehrsprecher Kevin Hoebusch. So könne die Gefahr verringert werden, dass die ohnehin schon angespannte Lage durch weitere liegengebliebene Fahrzeuge weiter schärft wird.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 15.10 Uhr: Im Soester Rettungszentrum ist mittlerweile ein Stab aus verschiedenen Führungskräften der Feuerwehren zusammengekommen. Derzeit werde ein Lage-Überblick geschaffen: „Vor allem südlich der Haar gibt es wahnsinnige Verkehrsprobleme. Diverse Straßen sind nicht mehr befahrbar. Wir sammeln derzeit alle Informationen“, erklärt Kevin Hoebusch, Sprecher der Feuerwehren aus dem Kreis Soest. Der Stab sei zusammengekommen, „um schnell auf alle möglichen Lagen und Situationen reagieren zu können“.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 14.40 Uhr: Geduld und Vorsicht ist auch auf den Autobahnen gefragt. So stehen im Kreuz Werl zahlreiche Lkw quer. Die Verkehrsdaten tauchen die gesamte Karte des Kreises Soest mittlerweile in gelbe und rote Bereiche ein. Die Polizei des Hochsauerlandkreises unterstreicht das, was auch im Kreis Soest gilt: „Fahren Sie bitte nur, wenn es nötig ist und überprüfen Sie ihr Fahrzeug auf Wintertauglichkeit.“
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 14.25 Uhr: Die erste Sperrung auf unbestimmte Zeit: Wegen Gefahr durch umstürzende Bäume wird die Forststraße in Möhnesee voll gesperrt. Feuerwehr-Chef Christian Böddeker erklärte, dass die Straße für den Verkehr dichtgemacht wird, „eine Zuwegung für Rettungsdienst und Feuerwehr nach Neuhaus“ aber sichergestellt sei. „Die Anwohner in Neuhaus werden über die Kommune informiert.“
Möhnesee ist einer der Einsatz-Hotspots im Kreis Soest: „Die Lage ist noch komplett unübersichtlich. Es gibt mehrere Einsatzstellen, wir haben einen erheblichen Kräfteaufwand, den wir noch weiter hochfahren“, so Böddeker.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 13.55 Uhr: Der Schneefall wird immer stärker, die Flocken immer größer. Die Lage auf den Straßen ist weiter angespannt. So stehen beispielsweise auf der L856 zwischen Soest und Niederbergheim zahlreiche Lkw quer – eine von vielen Straßen, auf denen es derzeit so aussieht. Auch rund ums Kreuz Werl herrschen Probleme auf der Autobahn. Der Winterdienst ist zwar im Dauereinsatz, kommt aber nicht hinterher. Der Rat des Deutschen Wetterdienstes sollte dringend beachtet werden: Wer nicht unbedingt fahren muss, sollte es lassen.
Stellenweise – beispielsweise auf der Forststraße in Möhnesee – sind im Kreis Soest Bäume umgekippt und blockieren Straßen. Eine aktuelle Unfallzahl kann die Polizei wegen sich überschlagener Ereignisse derzeit nicht nennen: „Es kommt ein Unfall mit Sachschaden nach dem anderen rein“, erklärt Polizeisprecher Marco Baffa-Scinelli.
Die Unfallstellen würden sich auf den gesamten Kreis verteilen. „Gott sei Dank sind die Verkehrsteilnehmer alle offenbar sehr besonnen unterwegs. Sonst hätte es schon noch schlimmere Unfälle gegeben.“ Verletzt wurde bei Unfällen bislang offenbar niemand.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 12.30 Uhr: Nach aktuellem Stand hat es am Donnerstag bis 12.30 Uhr auf den Straßen 23 witterungsbedingte Unfälle gegeben, berichtet Polizeisprecherin Diana Kettelhake. Die gute Nachricht: Bei allen 23 Unfällen ist niemand verletzt worden. „Insgesamt fahren die Leute schon langsam, aber manchmal reicht es, auf eine eisige Fläche zu geraten oder falsch zu bremsen und man rutscht gegen einen Leitpfosten oder in den Graben“, so die Polizeisprecherin.
Die Polizei geht davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Stunden nicht großartig verändern wird: „Es schneit ununterbrochen weiter“, so die derzeitige Prognose.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 10.50 Uhr: Die Verkehrslage ist zumindest in Teilen des Kreises Soest angespannt. Vor allem in den höheren Lagen kommt es naturgemäß zu Problemen auf den Straßen. So strandeten unter anderem in Warstein, Rüthen und Ense Lkw auf dem glatten Untergrund.
Glätte im Kreis Soest: Lkw schleudert in den Graben
Zwischen den Rüthener Stadtteilen Hemmern und Kellinghausen gab es einen größeren Unfall: Ein Lkw aus den Niederlanden kam von der Straße ab. Der Sattelzug schleuderte 180 Grad um die eigene Achse und landete im Graben. Bei dem Unfall riss der Tank des Lkw auf. Hunderte Liter Diesel liefen in die Erde.
Auf der Forststraße in Möhnesee kippte ein Baum auf die Straße, den die Feuerwehr beseitigen musste. Dort war die Sperrung aber schnell wieder aufgehoben. Auch die RLG berichtet von Einschränkungen im Busverkehr. Betroffen sind unter anderem die Linien R51, die Allagen nicht mehr bedienen konnte, die 552, die an Waldhausen vorbeifahren musste und die R71, die nur noch direkt zwischen Rüthen und Belecke verkehrt und die Ortsteile nicht mehr bedient. „Auch in anderen Bereichen kann es zu Beeinträchtigungen kommen. Wir bitten um Verständnis“, so die RLG.
Update vom Donnerstag, 9. Januar, 8.55 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Warnung ausgeweitet, so herrsche bis mindestens 15 Uhr am Donnerstag „markantes Wetter“ und Schneefall, der Mengen zwischen vier und acht Zentimeter, in Staulagen zehn Zentimeter bringt. Verbreitet werde es glatt.
Das bekam im Berufsverkehr schon mancher Autofahrer zu spüren: Vielerorts gab es im Kreis Soest leichtere Unfälle, erklärt Polizeisprecher Marco Baffa-Scinelli im Gespräch mit unserer Redaktion. Oft landeten Autos aufgrund von Glätte im Graben, Verletzte gab es bislang nicht zu beklagen. Verschneite Straßen hätten einen großen Vorteil im Vergleich zu vereisten Straßen: „Ist eine Straße voller Schnee, ist den Leuten klar, dass es glatt sein dürfte. Dementsprechend fahren die meisten dann vorsichtiger“, so Baffa-Scinelli.
Der DWD unterstreicht, dass das Verhalten im Straßenverkehr angepasst werden sollte und mit Verzögerungen und Behinderungen geplant werden müsse. Zudem sollten „unnötige Fahrten“ vermieden werden.
Schnee im Kreis Soest: Die Erstmeldung von Mittwoch
Kreis Soest – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt davor, dass seit dem späten Mittwochnachmittag, 8. Januar, auf den Straßen im Kreis Soest glatt ist. Für den Kreis Soest gilt eine „amtliche Warnung vor Schneefall“. Diese gilt laut DWD zwischen Donnerstag, 4 und 15 Uhr. Bereits in der Nacht fiel im Kreisgebiet Schnee mit Mengen zwischen 1 cm und 5 cm.
In diesem Zeitraum sei im südlichen Teil des Kreis Soest oberhalb von 200 Metern mit Schneefall zu rechnen. „Mit Mengen zwischen 4 Zentimetern und 8 Zentimetern. In Staulagen werden Mengen bis 10 Zentimetern erreicht“, so die Prognose des Wetterdienstes. Der DWD warnt: „Verbreitet wird es glatt.“
DWD: „Unnötige Fahrten“ vermeiden
Zu rechnen sei mit geschlossenen Schneedecken, Glätte und eingeschränkter Sichtweite. Das Verhalten sollte gerade im Straßenverkehr angepasst werden. Zudem sollten Verzögerungen und Behinderungen eingeplant werden. „Unnötige Fahrten“, so der DWD, sollten vermieden werden.
Für den Rest des Kreises Soest und die weitere Umgebung sei mit leichtem Schneefall und Schneemengen zwischen einem und fünf Zentimetern zu rechnen – in Staulagen mit zehn Zentimetern. Die Schneefallgrenze steige auf 1000 Meter. Bis Donnerstagmorgen, 10 Uhr, trete außerdem leichter Frost auf.
Am Mittwochmorgen wurde ein Radfahrer in Soest bei einem Glätteunfall schwer verletzt. Insgesamt krachte es glättebedingt fünfmal. Ein kurzes Wintergastspiel hatte es bereits am Sonntag gegeben: Seit der Nacht hatte es bis zum Morgen rund fünf Stunden lang geschneit. Durch steigende Temperaturen war der Schnee nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Die Polizei hatte weniger zu tun als erwartet.








