- VonGisbert Sanderschließen
So ganz geklappt hat es nicht mit dem Vorhaben der Stadt, bis zum Jahresende 2022 alle sogenannten „Weißen Flecken“ mit schnellem Internet zu versorgen. Aber fast.
Hamm – Zu 98 Prozent sind die Haushalte dort, wo die Internetverbindung bisher unter 30 Mbit pro Sekunde lag, nach Auskunft von Stadtsprecher Tom Herberg ans Glasfasernetz angeschlossen, das Verbindungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Mbit pro Sekunde ermöglicht. Realisiert werden konnte der Ausbau bei den gut 4000 Adressen mit einer Bundes- und Landesförderung in Höhe von jeweils 18,2 Millionen. Bei den verblieben zwei Prozent handelt es sich bei Herberg um „Restarbeiten bei Nachzügleradressen“.
Der Ausbau der „grauen Flecken“ aus, bei denen die Verbindungsgeschwindigkeit zwischen 30 und 100 MBit liegt, gliedert sich in sogenannte „hellgraue“ und „graue“ Flecken. Im „hellgrauen“ Bereich gibt es eine Förderung für Adressen, die weniger als 100 MBit haben. Dazu sollte eine Kosten-Nutzen-Rechnung im Rahmen einer „strategischen Planung“ klären, wo die Erschließung wirtschaftlich sinnvoll ist. Telekommunikationsanbieter hatten dafür Anfang 2022 im Stadtgebiet eine Markterkundung durchgeführt und sollten der Stadt mitteilen, welche „eigenwirtschaftlichen Ausbauplanungen“ sie für die nächsten drei Jahre haben.
Rückzieher beim Ausbau „grauer Flecken“
Die „strategische Planung“ ist laut Herberg abgeschlossen. In den „grauen Flecken“ seien „eigenwirtschaftliche Lösungen“ eher anzustreben als geförderte Vorhaben –sprich: Die Telekommunikationsunternehmen müssten den Ausbau selbst finanzieren. „Das Verhältnis von gefördertem zu eigenwirtschaftlichem Ausbau hat sich seit Anfang 2022 in Richtung eigenwirtschaftlicher Aktivitäten verschoben“, teilt Herberg dazu mit. Und da machen sowohl Helinet als auch die Telekom einen Rückzieher: Keines dieser beiden Unternehmen habe konkrete eigenwirtschaftliche Ausbauplanungen, es gebe allerdings Interesse von zwei anderen Unternehmen, deren Namen Herberg nicht nennt.
Bei den „hellgrauen Flecken“ begann das Vergabeverfahren im Februar mit dem Ziel, es im Sommer abzuschließen. „Der Ausbau kann somit voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen“, so Herberg. Wann mit der Fertigstellung zu rechnen ist, könne „nicht seriös eingeschätzt werden.“