Drohende Lebensgefahr

Im Kanal schwimmen: Das ist in NRW erlaubt – und das nicht

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Schwimmen im Kanal ist beliebt – und meist verboten. Wieso es so gefährlich ist und in welchen Kanälen in NRW das Baden geduldet wird.

Hamm – In Nordrhein-Westfalen ist das Schwimmen in Kanälen meistens nicht erlaubt, wird vielerorts jedoch geduldet. Die Gefahren für Schwimmer liegen aber auf der Hand – naja, eigentlich auf dem Wasser: Denn die insgesamt fünf Kanäle in NRW sind auf die Schifffahrt ausgelegt, und sich in der Nähe von großen Schiffen im Wasser aufzuhalten, das ist lebensgefährlich.

Baden im Kanal: Das ist in NRW erlaubt – und das nicht

Der Grund: Besonders Frachtschiffe haben einen erheblichen Tiefgang und hohe Geschwindigkeiten. Schwimmer könnten beispielsweise durch die vom Schiff erzeugten Wellen an die Kanalkante gedrückt werden oder durch den Sog unter das Schiff geraten, wo die Schiffsschraube dann eine tödliche Gefahr darstellt. Es gibt aber noch weitere Gründe, die das Baden in Kanälen zu einem gefährlichen Unterfangen machen:

  • Eingeschränkte Sichtbarkeit: Die Sichtbarkeit für Kapitäne und Steuerleute auf großen Schiffen kann aufgrund ihrer Größe und Bauweise eingeschränkt sein. Schwimmer könnten möglicherweise nicht rechtzeitig erkannt werden, was zu Unfällen führen kann.
  • Strömungen und Unterströmungen: Schifffahrtkanäle können starke Strömungen und Unterströmungen haben, die für Schwimmer gefährlich sein können. Diese Strömungen werden durch den Schiffsverkehr, die Schleusenbetätigung oder andere Faktoren verursacht und können Schwimmer mitreißen oder anderweitig in Gefahr bringen.
  • Hindernisse und Unterwasserstrukturen: Schifffahrtkanäle können Hindernisse wie Schleusen, Poller, Uferbefestigungen oder andere Unterwasserstrukturen aufweisen. Diese können für Schwimmer unsichtbar sein und zu Verletzungen führen, wenn sie damit kollidieren oder daran hängenbleiben.
  • Wasserqualität und Verschmutzung: Die Wasserqualität in Schifffahrtkanälen kann durch Schiffsabgase, Abwasser oder andere Verschmutzungen beeinträchtigt sein. Das Baden in solchem Wasser kann gesundheitliche Risiken mit sich bringen.
  • Mangelnde Rettungsmöglichkeiten: Im Falle eines Notfalls kann es schwierig sein, aus einem Schifffahrtskanal gerettet zu werden. Die hohen Ufer und die Gefahren durch Schiffsverkehr erschweren die Rettung von Schwimmern.

Baden im Kanal: Die Schifffahrtkanäle in NRW

Das Schifffahrtskanalnetz wurde zwischen 1899 und 1931 erbaut und umfasst rund 380 Kilometer Länge in NRW. Es setzt sich aus folgenden Abschnitten zusammen:

  • Datteln-Hamm-Kanal
  • Dortmund-Ems-Kanal
  • Mittellandkanal
  • Rhein-Herne-Kanal
  • Wesel-Datteln-Kanal

In den meisten dieser Kanäle ist das Schwimmen grundsätzlich verboten. Im Datteln-Hamm-Kanal badet man beispielsweise jedoch auf eigene Gefahr. An bestimmten Stellen des Kanals ist das Baden zwar ausdrücklich verboten, wird an anderer Stelle aber geduldet.

Rubriklistenbild: © Horst Ossinger/dpa

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