VonMaximilian Gangschließen
Über Tage war Hamm in einen tristen Nebel-Schleier gehüllt. Plötzlich hüllte Schnee Teile der Stadt in ein strahlendes Weiß. Das steckt dahinter.
Hamm – Viel Abwechslung hat das Wetter zuletzt nicht geboten. Tag für Tag war Hamm in dichten Nebel gehüllt. Gemeinsam mit den eisigen Temperaturen dürfte der triste Anblick wohl selbst einigen Winter-Fans die Freude an einem Spaziergang im Freien genommen haben. Auch die Prognosen, dass sich am Sonntag endlich ein paar Sonnenstrahlen ihren Weg durch den trüben Schleier bahnen würden, bewahrheiteten sich nicht – Nebel, so weit das Auge reicht.
„Nebel-Schranke“ verblüfft Menschen in Hamm
Was so manchen verblüfft hat: Teilweise reichten wenige Kilometer Autofahrt in Richtung Süden aus, und es kam einem so vor, als hätte man eine Wetter-Schranke passiert. Plötzlich klarte der Himmel auf, auch die Sonne war wieder zu sehen. Der Auslöser: das Hochdruckgebiet „Beate“, das sich lange über der Stadt halten konnte und durch eine „markante Inversionslage“ gekennzeichnet war, erklärt Ulrike Zenkner, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst (DWD).
Inversion und Nebel
Wenn obere Luftschichten wärmer sind als untere, spricht man von einer Inversion. Bei windschwachem Hochdruckwetter kühlt bodennahe Luft nachts stark ab, aus Wasserdampf werden Tröpfchen, Nebel entsteht. Wird diese Kaltluft nicht ausreichend erwärmt, löst sich der Nebel mitunter tagelang nicht auf.
Durch die feuchtkalte Grundschicht in Bodennähe können bereits wenige Höhenmeter entscheidend für die Frage sein, ob man ganztags im Nebel sitzt oder sich dieser allmählich auflöst, erklärt die Expertin. Hamm kann nicht unbedingt mit seiner hohen Lage punkten, und musste deshalb länger mit der tristen Wetterlage zurechtkommen als andere Städte und Gemeinden in der nahen und fernen Nachbarschaft.
Inversionswetter bringt „Industrieschnee“ nach Hamm
Die Inversion war auch mit dafür verantwortlich, dass beispielsweise das Stadtzentrum am Montagmorgen in einem weißen Gewand erstrahlte, in Herringen oder Bockum-Hövel davon jedoch nichts zu sehen war. „Hierfür ist sogenannter Industrieschnee verantwortlich“, schildert Zenkner. Dieses laut dem DWD „seltene“ Phänomen tritt auf, wenn feuchte, kalte Luftmassen auf Emissionen treffen, beispielsweise aus dem Verkehr. Diese Abgase wirken als Kondensationskerne, an denen die Wassertröpfchen gefrieren und zu Schneekristallen werden.
Die schönen Seiten des Winters in Hamm




Langsam aber sicher zieht es das Hoch „Beate“ nun weiter in Richtung Südosteuropa, damit hat auch die triste Wetterlage in Hamm ein Ende. Während besonders am frühen Dienstagmorgen noch mit Nebel gerechnet werden muss, wird das Wetter ab Mittwoch unbeständiger, so die Meteorologin. Zum Wochenende steigen auch die Temperaturen wieder, mit Höchstwerten knapp unter zehn Grad.
Rubriklistenbild: © Andreas G.-Mantler


