Im Rhein-Sieg-Kreis

Rettung aus Ekel-Wohnung: So geht es den Katzen jetzt

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33 Katzen wurden aus einer überfüllten Wohnung gerettet. Eine Frau lebte mit ihnen in „beengten und unhygienischen Verhältnissen“. Wie geht es den Katzen jetzt?

Update vom 8. November, 15:21 Uhr: Mehr als eine Woche ist nun vergangen, seitdem die Katzen aus der überfüllten Wohnung im Rhein-Sieg-Kreis gerettet wurden. Wie ein Sprecher des Rhein-Sieg-Kreises auf Anfrage von 24RHEIN berichtet, waren die Tiere bereits bei der Beschlagnahme soweit gesund und ausreichend genährt. Auch das Tierheim Troisdorf, das 25 Katzen aufnahm, erklärt gegenüber 24RHEIN, dass es den Tieren den Umständen entsprechend gut geht. „Die Katzen fressen mit großem Appetit und tauen langsam auf“, so Kerstin Weiser, Vorsitzende des Tierschutz für den Rhein-Sieg-Kreis e. V. Das Fell der Katzen sei allerdings zum Teil stark verfilzt und muss aufwendig und kleinschrittig gepflegt werden.

Erst ab Ende November bzw. Anfang Dezember können die Tiere dann zur Adoption freigegeben werden. „Die Tiere müssen alle geimpft und kastriert werden, daher stehen sie noch nicht zur Vermittlung“, sagt Weiser weiter. Im Hinblick auf zukünftige Vermittlungen betont sie, dass die Katzen aufgrund ihres Fells ein Leben lang besondere Pflege brauchen werden.

„Endete im Chaos“ – mehr als 30 Katzen aus Ekel-Wohnung gerettet

Erstmeldung vom 27. Oktober: Rhein-Sieg-Kreis – Immer wieder kommt es vor, dass Tiere ausgehungert oder verwahrlost aus Wohnungen gerettet werden. Im Rhein-Sieg-Kreis wurden über 30 Katzen aus solchen Verhältnissen vom Kreisveterinäramt beschlagnahmt. Die Halterin lebte mit den Tieren „in beengten und unhygienischen Verhältnissen“, teilt der Rhein-Sieg-Kreis mit. „Was mit einem Katzenpärchen anfing, endete für die Katzen und die Halterin letztendlich im Chaos“, wird Silvia Berger in einer Mitteilung des Kreisveterinäramts zitiert. Die Halterin der Perserkatzen „versäumte die Kastration, was zu einer unkontrollierten Vermehrung führte“, heißt es weiter. Nun wird für die Tiere ein neues Zuhause gesucht.

33 Tiere aus unkontrollierter Zucht gerettet – Katzen finden Obhut in Tierheimen

Die Halterin lebte mit den 33 Katzen in beengten und unhygienischen Verhältnissen.

Der Tierschutzverein Siebengebirge hatte das Veterinäramt auf die Situation aufmerksam gemacht. Bei der Rettung der Katzen wirkten sie auf den ersten Blick gesund und gut genährt, jedoch war ihr Fell, insbesondere im hinteren Bereich, verfilzt. Seit der Beschlagnahmung sind die Katzen im Tierheim Troisdorf und beim Tierschutzverein Siebengebirge (NRW) untergebracht. Dort werden sie zunächst tierärztlich betreut und versorgt, bevor sie zur Vermittlung freigegeben werden. „Ob einige der Tiere trächtig sind, wissen wir noch nicht. Es sind jedenfalls viele der Tiere unkastriert“, schreibt das Tierheim Troisdorf in einem Instagram-Beitrag.

Viele Instagram-Nutzer trifft der emotionale Beitrag mitten ins Herz. „Züchten muss verboten werden“, schreibe eine Frau. „Hoffentlich bekommen sie ein amtliches Zuchtverbot. Und ihr müsst jetzt helfen und tut es natürlich“, kommentiert eine andere Nutzerin. Die Besitzerin durfte derweil vier Katzen behalten, allerdings unter der Bedingung, dass alle Tiere zeitnah kastriert werden. Laut Veterinäramt wurde ihr darüber hinaus die zukünftige Zucht von Katzen untersagt.

33 Katzen aus überfüllter Wohnung gerettet: Tiere suchen neues Zuhause

Nachdem die Katzen nun gerettet wurden, suchen sie ein neues Zuhause. Interessenten können sich direkt mit den beiden Tierschutzvereinen in Verbindung setzen. Im Tierheim Troisdorf sind 25 Katzen untergebracht, im Tierschutzverein Siebengebirge vier. Was zukünftige Besitzer jedoch beachten müssen: „Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass Perserkatzen wegen ihres Fells einen erhöhten Pflegeaufwand benötigen“, so Silvia Berger. Das lange Fell muss regelmäßig gebürstet werden, weil es ansonsten sehr schnell verfilzt. 

Aus überfüllter Wohnung gerettete Katzen: Vermittlung noch nicht gestartet

Wie das Tierheim Troisdorf auf seinen Sozialen Kanälen schreibt, seien die „Neuzugänge“ allerdings noch nicht in der Vermittlung; Interessenten müssen sich also noch etwas gedulden. „Eingehende Anfragen oder Reservierungen können wir noch nicht berücksichtigen! Die Tiere werden alle dem Tierarzt vorgestellt und durchgecheckt“, heißt es weiter. Erst dann könne man sie für neue Besitzerinnen oder Besitzer freigeben. Übrigens: Ebenfalls vor wenigen Tagen wurde in Düsseldorf ein schwer verletzter Kater gefunden. Jetzt kämpft er um sein Leben. (spo)

Rubriklistenbild: © Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreis

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