Einige Neu- und Wiedereröffnungen in 2023

Sind die Warsteiner Gastronomen mit ihrem Start zufrieden?

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Neustart in 2023: Ivett Csurko eröffnete das „La Luna“ am Dr. Segin-Platz.
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Im Jahr 2023 hat es einige Veränderungen in der Warsteiner Gastronomie gegeben, hat es einige Neueröffnungen gegeben. Wie läuft es seitdem? Und welche Rolle spielt die anstehende Mehrwertsteuer-Erhöhung?

Warstein – Auf die Frage, was in Warstein fehle, gehörten sie in der Vergangenheit zu den Meistgenannten: gastronomische Angebote. Ein gemütliches Café, eine Eisdiele oder eine gesellige Kneipe. Mit der Corona-Pandemie sahen viele das endgültige Aus fürs Ausgehen. Doch im nun endenden Jahr 2023 hat sich das im Stadtgebiet ganz gegenteilig entwickelt. Schlüssel wurden zwar herumgedreht, aber nicht zum Schließen, sondern zum Öffnen: In Warstein haben beispielsweise die Kneipe „Zum alten Landtag“ genauso wie die „Warsteiner Stuben“ wiedereröffnet, aus der „Wästerliebe“ ist das „Nordwaerts“ geworden, am neugestalteten Dr. Segin-Platz öffnete das Eiscafé „La Luna“. Nach einer kurzen Renovierungszeit öffnete das Bauernstübchen in Mülheim mit neuen Pächtern, genauso wie das „Deutsches Haus“ in der Belecker Altstadt. Wie läuft es seitdem? Und welche Rolle spielt die anstehende Mehrwertsteuer-Erhöhung?

Neustart in 2023: Sylvia Stammen-Unbehaun und Carsten Okunneck führen jetzt das Mülheimer Bauernstübchen.

Bauernstübchen

„Wir leben von der Kegelbahn und vielen Stammgästen. Wir sind zufrieden“, sagt Sylvia Stammen-Unbehaun, Inhaberin des Bauernstübchens in Mülheim: „Und die Einheimischen sind auch froh, dass wir da sind.“ Seit dem 21. März laufen dort die Zapfhähne wieder. Kritik übt sie aber daran, dass zum Jahreswechsel die Mehrwertsteuer in der Gastronomie von sieben auf 19 Prozent erhöht wird: „Alles wird teurer, das kann auch nach hinten losgehen, weil die Leute dann den Euro noch einmal herumdrehen müssen.“ Sie sagt, die Politik hätte mit dieser Entscheidung „lieber noch zwei oder drei Jahre warten sollen, bis die Gastronomie wieder Luft geschnappt hat“. Denn: „Alles ist ja teurer geworden.“

Haus Welschenbeck

Im Oktober füllte Frank Werthmann das Haus Welschenbeck wieder mit gastronomischem Leben – und ist „sehr zufrieden“ mit dem Start: „Das Gebäude und das Ambiente spielen natürlich auch eine Rolle, aber es wurde wirklich gut angenommen. Auch der Weihnachtsmarkt.“

Schon jetzt freue er sich auf die Biergartensaison am Haus Welschenbeck, geplant seien mehrere Events, unter anderem werde dort die Fußball-Europameisterschaft übertragen. „Man muss den Gästen etwas bieten“, sagt Werthmann. Auch mit Blick auf die steigende Mehrwertsteuer, „die man aber nicht zu 100 Prozent an den Gast weitergeben kann, da muss man ein Mittelmaß finden“.

„La Luna“-Eiscafé

Im Sommer öffnete Ivett Csurko das Eiscafé „La Luna“ am Warsteiner Dr. Segin-Platz. Und die erhofften Gäste kamen in Scharen. „Wir sind wirklich zufrieden. Und im Winter ist es normal, dass weniger kommen“, sagt Csurko und fügt lachend an: „Hoffen wir, dass der Frühling bald kommt.“ Weil besonders das Frühstück gut angenommen werde, überlegt sie, zukünftig am Wochenende ein Frühstücksbuffet anzubieten: „So etwas ging aber nicht ohne Reservierungen vorher.“ Die Erhöhung der Mehrwertsteuer freut Csurko weniger: „Ganz sicher werden wir die Preise nicht direkt an die Kunden weitergeben, einen Kaffee für sechs Euro möchte niemand bezahlen. Wenn, dann werden wir die Preise human anpassen und dann auch eher erst im März.“

„Warsteiner Stuben“

Erst vor wenigen Wochen öffnete „Coco“ de Caro die „Warsteiner Stuben“ an der Hauptstraße, nachdem die Gaststätte einige Jahre wegen Krankheit und Corona-Pandemie geschlossen geblieben war: „Die alte Kundschaft ist uns treu geblieben und zurückgekehrt, wir können uns nicht beschweren.“ Der Anstieg der Mehrwertsteuer sei bedauerlich, die Preise anpassen will er aber nicht: „Wir können den Anstieg an die Gäste nicht weitergeben. Wenn wir erhöhen, kommt am Ende keiner mehr. Und wir wollen hier weiter Platz für alle Schichten bieten. Für die Ärmeren, die Mittelschicht und die Reicheren.“

„Zum alten Landtag“

Positiv ist Giuseppe Capalbo gestimmt, wenn es um den Zuspruch geht: „Es läuft gut, ich bin überrascht, wie viele Leute das Angebot annehmen.“ Seit dem ersten Oktoberwochenende hat die Warsteiner Kultkneipe „Zum alten Landtag“ wieder geöffnet: „Es kommen sogar Leute aus Belecke, Suttrop, Hirschberg und Rüthen zum Essen.“ Dass die Mehrwertsteuer steigt, sei bedauerlich, „aber das steht ja schon länger fest“: „Wir wollen die Preise beibehalten und dafür an anderer Stelle sparen. Hoffen wir, dass der Winter nicht so lange dauert und wir nicht so viel heizen müssen.“

Neustart in 2023: Thomas Paschos machte aus der „Wästerliebe“ das „Nordwaerts“.

„Nordwaerts“

„Ich bin zufrieden“, sagt Thomas Paschos, der im Frühjahr aus der „Wästerliebe“ das „Nordwaerts“ machte. Das Konzept sei „einmalig im Sauerland“ und werde von den Gästen gut angenommen. Das Hoch der warmen Jahreszeit flache im Winter natürlich ab, das merkt auch er: „Man muss Aktionen und Veranstaltung anbieten, damit die Leute kommen.“

Dass die Mehrwertsteuer in der Gastronomie von sieben auf wieder 19 Prozent ansteigt, „verstehe ich“, sagt Paschos. Nur den Termin zum Jahreswechsel findet er „unglücklich“, denn: „Januar und Februar sind sowieso schon schwierige Monate für Gastronomen. Im April oder Mai wäre das besser gewesen. So sind es zwei Sachen, die quasi gleichzeitig kommen.“

1:1 werde er die steigenden Kosten nicht an die Gäste weitergeben können, will nur leichte Preisanpassungen vornehmen: „Das Buffet wird statt zehn Euro dann elf Euro kosten zum Beispiel.“

„Deutsches Haus“

„So mittel“, beurteilt Ali Avdullahaj das Geschäft in seiner Gaststätte in der Belecker Altstadt, die er zu Karneval übernommen hatte. „Es hätte besser sein können“, sagt er und erklärt, dass er unter anderem noch viele freie Kapazitäten auf der Kegelbahn habe. Dort würden aktuell nur zwei Kegelclubs spielen. Zur Attraktivitätssteigerung könne in seiner Gaststätte seit einiger Zeit auch Dart gespielt werden. Zur Mehrwertsteuererhöhung sagte er: „Beim Essen muss ich mal gucken, vielleicht wird es etwas teurer. Aber das Essen muss immer günstig sein, damit Gäste kommen und dann vielleicht etwas mehr trinken.“

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