VonDaniel Schröderschließen
Im Herzen Soest ist ein Großbauprojekt gestartet. Der Marktplatz soll für 3 Millionen Euro in einem frischen Gewand erscheinen.
Soest – Das „Wohnzimmer“ von Soest wird von Grund auf renoviert: Am Montag starteten die Arbeiten für die Neugestaltung des Soester Marktplatzes. Das Mega-Projekt im Herzen der Altstadt soll nach jetzigem Stand rund 3 Millionen Euro kosten. Aber, da sind sich alle Entscheidungsträger sicher: Das Geld ist gut angelegt. Für die Attraktivität der Innenstadt und vor allem für die Sicherheit der Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Denn: Der Markt wurde seit seiner letzten Sanierung in den 1990er Jahren durch den Schwerlastverkehr immer mehr zum Problemfall. Die Stadt selbst bezeichnet ihn als Stolperpiste, die nicht barrierefrei ist und „nicht mehr den gestalterischen Ansprüchen an eine attraktive Altstadt genügt“. Das soll sich ändern – die Pflastersteine aus chinesischer Grauwacke sollen verschwinden. Jetzt wird auf chinesischen Granit gesetzt – genau wie in der Rathausstraße.
Als Erstes soll der Marktplatz zwischen der Deutschen Bank und dem Extrablatt erneuert werden. Im zweiten Abschnitt soll es vorm Café am Markt weitergehen. Dann wird auch feststehen, was der Bürgerentscheid am 17. April in Sachen Marktbäumen ergeben hat.
Soester Marktplatz wird neu gestaltet: Während Kirmes und Weihnachtsmarkt ruht die Arbeit
Für die Kirmes und den Weihnachtsmarkt werden die Arbeiten unterbrochen – von Anfang Oktober bis Anfang Januar wird die Baustelle ruhen. „Voraussichtlich im Frühjahr 2025“ wird der Marktplatz dann im neuen Glanz erstrahlen. Schon jetzt weist die Stadt darauf hin, dass dann allerdings noch etwas Geduld gefragt ist: „Bevor die Flächen für die Begehung und die Befahrung freigegeben werden, dürfen sie für die Zeit der Aushärtung der Pflasterbettung und Pflasterfugen nicht genutzt werden. Die Aushärtung dauert zwischen zwei und drei Wochen.“ Doch bis es so weit ist, muss der Bagger erst einmal loslegen.
Neugestaltung Soester Markt: Gastronomen sind Leidtragende und Begünstigte zugleich
Am späten Montagnachmittag trafen sich Vertreter von Verwaltung, Politik, Planungs- und Bauunternehmen, der Bezirksregierung als Förderbehörde und Markt-Gastronomen zum symbolischen Spatenstich. Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer erklärte, dass die Gastronomen während der Bauarbeiten erst einmal „die Leidtragenden“, später aber „die Begünstigten“ sein würden. Er versprach, dass seine Stadtverwaltung stets für diese Leidtragenden ansprechbar sei, wenn ihnen der Schuh drückt. Der Bürgermeister blickte voraus: „Wir müssen schauen, wie sich die Arbeiten mit dem Gastronomiebetrieb vereinbaren lassen. Es wird sicher manchmal zu unbefriedigenden Situationen kommen. Wir versuchen das jedoch bestmöglich zu regeln.“ Der Wunsch nach einer – trotz der Baustelle – funktionierenden Außengastronomie solle „bestmöglich erfüllt“ werden.
Ruthemeyer hob hervor, wie besonders das Bauprojekt aus seiner Sicht ist: „Wir haben viele Sanierungen im Jahr. Aber wenn das Wohnzimmer der Stadt saniert wird, ist das alles andere als normal.“ Ein großer Teil der rund 3 Millionen Euro kommt aus Fördertöpfen von Bund und Land. So zahlt die Städtebauförderung 1,7 Millionen. Auf den Deckel der Stadtwerke gehen 73 500 Euro. „Diese Förderung ist das Fundament, um solch ein Projekt überhaupt anzugehen. Ohne diese Zuschüsse stünden wir hier heute nicht“, so Ruthemeyer.

