Wichtiger Standort der Luftwaffe

Flughafen Köln/Bonn: Wie die Bundeswehr den militärischen Teil nutzt

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Die Luftwaffe hat einen wichtigen Standort am Flughafen Köln/Bonn.
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Der Flughafen Köln/Bonn ist ein wichtiger Standort für die Luftwaffe der Bundeswehr. Einheiten, Geschichte und Einsätze im Überblick.

Köln/Bonn – In Köln befindet sich einer der wichtigsten Standorte der Luftwaffe in Deutschland. Ob wegen Corona oder Afghanistan – vom Flughafen Köln/Bonn wurden bereits etliche Bundeswehr-Einsätze gestartet. Auch beim Ukraine-Konflikt könnte das nicht komplett ausgeschlossen sein. Zudem ist am Airport auch die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums stationiert. Alle Infos zur Luftwaffe in Köln/Bonn.

Luftwaffenkaserne Köln
AdresseFlughafenstraße 1, 51147 Köln-Wahn
Eröffnet1870
Personalstärke4300 Soldaten und 1200 Zivilangestellte
Alte KasernennamenCamp Wahn (1945-1957)

Köln: Luftwaffenkaserne der Bundeswehr – das ist am Flughafen stationiert

  • Kommando Luftwaffe (KdoLw): Teile in Köln-Wahn
  • Luftwaffentruppenkommando (LwTrKdo)
  • Luftfahrtamt der Bundeswehr (LufABw)
  • Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung (FlBschftBMVg)
  • Bundeswehrfeuerwehr (militärischer Teil Flughafen Köln-Bonn)
  • Luftwaffenunterstützungsgruppe Wahn
  • Regionale Sanitätsversorgung
  • Führungsunterstützungszentrum der Luftwaffe (FüUstgZentrLw): Teile Köln-Wahn
  • Militärdekanate: Evangelisches Militärdekanat Köln und Katholisches Militärdekanat Köln
  • Kanada: Canadian Operational Support Hub (Europe)

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr

Luftwaffe am Flughafen Köln/Bonn: Tausende Bundeswehr-Soldaten stationiert

Die Luftwaffe der Bundeswehr ist am militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn stationiert. An diesem befinden sich etliche wichtige Truppenteile bzw. Dienststellen – und dementsprechend viel Personal. 4300 Soldaten und 1200 Zivilangestellte sind dort stationiert.

So werden viele Einsätze entweder aus dem Rheinland koordiniert, geplant oder auch gestartet. Neben der deutschen Bundeswehr hat auch die kanadische Armee einen sogenannten „Support Hub“ am Kölner Airport. Dabei handelt es sich um eine organisatorischen, keinen militärischen Standort.

Bundeswehr am Flughafen Köln/Bonn: Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums

  • Großraumflugzeuge: ein Airbus A350 „Kurt Schumacher“, zwei Airbus A340 und ein Airbus A310 MRTT (Multi Role Tanker Transport)
  • Standardrumpfflugzeuge: zwei Airbus A319, ein Airbus A321, zusätzlich ein weiterer Airbus A319 „Offener Himmel“
  • Geschäftsreiseflugzeuge: vier Bombardier Global 5000 und drei Bombardier Global 6000
  • Hubschrauber: drei Eurocopter Cougar AS-532

Direkt an die Luftwaffe in Köln-Wahn angeschlossen befindet sich auch der größte der drei Standorte der Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums. Diese dienen vor allem für den Transport von Mitgliedern der Bundesregierung oder des Bundestags. Zum Teil werden sie auch für den Transport von Kranken und Verletzten genutzt oder dienen Flügen im Rahmen von Beobachtungsmissionen („Offener Himmel“). Es gibt noch zwei weitere Standorte an den Flughäfen Berlin-Tegel und am BER Berlin-Brandenburg.

Der Airbus A319 „Offener Himmel“ dient zur militärischen Überwachung.

Ansonsten gibt es als Besonderheit noch einen Airbus A310 MRTT (Multi Role Tanker Transport), der als umrüstbares Mehrzweckflugzeug dient. Generell kann das Flugzeug aber innerhalb weniger Tage je nach Bedarf umgerüstet werden. Sei es zur medizinischen Evakuierung von Verletzten, für Transporte oder auch zum Betanken andere Flugzeuge

Einsätze der Luftwaffe von Köln/Bonn: Airbus A310 MedEvac im Einsatz

Die Luftwaffe selbst hat auch in der jüngeren Vergangenheit einige Bundeswehr-Einsätze vom Flughafen Köln/Bonn geflogen. Zuletzt tatsächlich während der Corona-Pandemie. Bei den Hilfsflügen wurden mit einem Airbus A310 MedEvac zum Beispiel Patienten aus Sachsen verlegt, um Krankenhäuser zu entlasten. Die sogenannte „fliegende Intensivstation“ startete vom Flughafen Köln/Bonn auch schon zu Auslandseinsätzen, darunter zum Beispiel Afghanistan. In dem Fall, um schwer- oder schwerstverletzte Soldaten oder Soldatinnen zu evakuieren.

Luftwaffe am Flughafen Köln/Bonn: Bald bei Ukraine-Einsätzen?

Deutschland und die NATO schließen militärische Einsätze in der Ukraine derzeit zwar aus, das heißt aber nicht, dass die Bundeswehr nicht trotzdem aktiv werden könnte. Denn tatsächlich war die Luftwaffe bereits in den vergangenen Jahren in dem osteuropäischen Land im Einsatz, jedoch um humanitäre Hilfe zu leisten. So wurden nach Angaben der Bundeswehr bis 2019 rund 130 ukrainische Militärangehörige aus der Ukraine geflogen und in deutschen Kliniken behandelt.

Gegenüber dem Tagesspiegel erklärte ein Sprecher, dass man bereit sei, weitere Verletzte aus dem Land aufzunehmen. Demnach könnte die Luftwaffe auch vom Flughafen Köln/Bonn im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg zum Einsatz kommen. (os mit dpa)

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