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Menschenleere Flure im St.-Josef-Krankenhaus: Die Onkologie ist die letzte Station, die dort am Wochenende noch in Betrieb war, aber auch für sie steht ab Montag der Umzug in die St.-Barbara-Klinik nach Heessen an.
Hamm – „Es ist schon etwas gespenstisch, wenn man hier abends rausgeht: Die Flure sind menschenleer, die Stationen dunkel“, sagt Dr. Dr. Heinz Dürk, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie am St.-Josef-Krankenhaus. 23 Patienten wurden dort übers Wochenende noch betreut und therapiert, sonst waren es schon einmal über 40.
Dass der Umzug kurz bevor steht, war angesichts zahlreicher gepackter Kartons und bereitstehender Rollcontainer zwar unübersehbar, aber in den Zimmern und den Therapieräumen selbst ist davon nichts zu spüren. Sogar Tannenbaum und Lichterketten verbreiten auf dem Stationsflur noch ein wenig weihnachtliche Stimmung. „Die Patienten sollen vom Umzug so wenig wie möglich mitbekommen“, sagt Alexandra Janiel, Pressesprecherin der Klinik.
Das sieht für die Mitarbeiter naturgemäß „etwas“ anders aus. „Es gibt schon ein zusätzliches Gewusel durch den Umzug“, sagt der Leitende Oberarzt Andreas Hilbig-Cordes. Dieses „Gewusel“ zu minimieren, war vor allem die Aufgabe von Pflegedienstleiterin Silke Strauch. Sie hat den gesamten „St. Jupp“-Umzug organisiert, seit Sommer wurde der in einer regelmäßig tagenden Arbeitsgruppe interdisziplinär geplant. „Wir sind so gut vorbereitet, dass auch der letzte Teilumzug klappen wird“, ist sie sich sicher.
Chefarzt Dürk freut sich auf die neue Wirkungsstätte
22 Mitarbeiter des Umzugsunternehmens werden ab Montag anrücken, um die letzten Tische, Stühle, Betten und medizinischen Gerätschaften nach Heessen zu bringen. Sie wurden zuvor von den Krankenhausmitarbeitern mit Hinweisen beschriftet, für welche Räume in der Barbaraklinik sie vorgesehen sind. Da, wo es notwendig ist, werden Materialien den Hygienevorschriften entsprechend gesichert – beispielsweise Medikamente. Zuerst werden allerdings die Patienten nach Heessen gebracht, dafür wird auch die Feuerwehr eingebunden.
Rund Pflegekräfte – Fachpersonal und Hilfskräfte – und zusätzlich die Ärzte sind bis zuletzt im Einsatz. „Es ist alles sehr dynamisch im Moment. Aber es freuen sich alle, dass es jetzt rübergeht“, weiß Stationsleiterin Anja Böhm. Und alle haben beschlossen, den erfolgreichen Umzug gebührend zu feiern.
Auch Chefarzt Dürk freut sich auf die neue Wirkungsstätte. „Weil die Arbeitsbedingungen noch einmal wesentlich besser sind als hier“, weist er auf die hohe Qualität der Ausstattung. Im St.-Josef-Krankenhaus sei die onkologische Station nachträglich eingerichtet worden, in der Barbaraklinik sei sie nach den Erfordernissen von Ärzten und Patienten völlig neu konzipiert worden: „Wir haben aktiv daran mitgewirkt“, sagt Dürk.
„Eine Herausforderung, aber ich habe es gerne gemacht“
Auch hinsichtlich der Hygiene-Bedingungen setzte die neue Station Maßstäbe. Als Beispiel nennt Dürk den Bereich, in dem die besonders abwehrgeschwächten Krebs-Patienten untergebracht werden: Gab es im Josefskrankenhaus drei Plätze, an denen die Luft keimfrei gefiltert wird, werden es in der St.-Barbara-Klink elf Plätze sein.
Dass das Umzugsjahr zu Ende geht, dürfte vor allem bei Pflegedienstleiterin Silke Strauch für Erleichterung sorgen. „Es war eine Herausforderung, aber ich habe es gerne gemacht“, sagt sie zu ihrer Doppelbelastung. Denn die normale Arbeit durfte natürlich nicht darunter leiden, dass sie mit der Arbeitsgruppe strategisch geplant hat, welche Station wann umzieht und welche Besonderheiten dabei zu berücksichtigen sind. „Mit einem ganzen Krankenhaus im laufenden Betrieb umzuziehen, ist schon eine Meisterleistung“, lobt Pressesprecherin Janiel.
