- VonLinda Ehrhardtschließen
Die Stadt muss mehr Geld für die Offenen Ganztagsgrundschulen ausgeben. Etwa 156.000 Euro mehr als bisher müssen im Haushalt veranschlagt werden – also ein Plus von etwa 20 Prozent.
Drensteinfurt – Für die Eltern der betreuten Kinder ändert sich zunächst noch nichts. Sonja Kienzle, Geschäftsführerin der Mütterzentrum gGmbH Beckum, die die Ganztagsgrundschulen in Drensteinfurt betreibt, erklärte im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur die Hintergründe.
Und die liegen vor allem im Tarifabschluss für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des öffentlichen Dienstes. Denn während die Mütterzentrum-Angestellten offiziell nicht zum öffentlichen Dienst gehören, orientiert sich die gGmbH an den Tarifabschlüssen, um Fachkräfte an sich zu binden und sich für neue Mitarbeiter interessant zu machen. „In den vergangenen Jahren hatten wir Erhöhungen von 1,8 Prozent“, berichtete Kienzle. Dadurch, dass die Landesregierung Nordrhein-Westfalen die für die OGS vorgesehenen Mittel jedes Jahr um drei Prozent erhöhe, sei es möglich gewesen, das aufzufangen. „Aber wir alle wissen, wie die Tarifabschlüsse der vergangenen Jahre aussahen“, so die Geschäftsführerin.
Inflationsausgleichsprämie und Tarifabschluss
Die Verhandlungen 2022 hätten pro Vollzeitstelle 130 bis 180 Euro monatliche Mehrkosten ergeben. Hinzu seien zwei Regenerationstage pro Jahr gekommen. „Der Tarifabschluss 2023 war noch weitreichender“, so Kienzle. Sie erinnerte an die Inflationsausgleichsprämie von 3 000 Euro und wies auf die neue Tariftabelle hin. „Die sieht für jeden Mitarbeiter einen Sockelbetrag von 200 Euro zusätzlich vor – und darauf kommt dann noch einmal ein Plus von 5,5 Prozent.“
Diese Mehrkosten seien durch die automatische Steigerung der Fördermittel um drei Prozent nicht aufzufangen, betonte sie. „Im Bereich der Kitas bewegt sich inzwischen etwas“, berichtete Kienzle. Sie hoffe, dass sich auch beim Thema OGS-Finanzierung etwas tue, sobald es einen Rechtsanspruch auf die Betreuung gebe. „Aktuell gibt es den aber noch nicht. Wir erwarten den Entwurf des Durchführungsgesetzes im Frühjahr 2024.“
Kosten von rund 947.000 Euro
Durch die Erhöhung der Tarife im öffentlichen Dienst sieht das Mütterzentrum nun Kosten von rund 947 .000 Euro für das Schuljahr 2023/24 vor. Zum Vergleich: Im Schuljahr 2022/23 waren es noch etwa 791.000 Euro.
Aufgrund der vorgesehenen Sonderzahlungen – Weihnachts- und Urlaubsgeld – kommt zudem noch ein weiterer Anstieg der Kosten auf die Stadt zu. Ab 2025 seien rund 90 .000 Euro für diese Sonderzahlungen zu erwarten.
Die Erhöhung wird in den Haushalt eingestellt.
Für das kommende Jahr, so hieß es seitens der Verwaltung, plane die Stadt für diese Sonderzahlungen von August bis Dezember anteilig etwa 37 .500 Euro ein.
Die Mehrkosten, das bestätigte Bürgermeister Carsten Grawunder, befänden sich auch im Haushaltsplanentwurf für das bevorstehende Jahr. „Die Erhöhung wird in den Haushalt eingestellt“, sagte er.
Für die Eltern der OGS-Kinder ändert sich trotz des 20-prozentigen Kostenanstiegs aktuell noch nichts. Ob das so bleibt, ist aber nicht sicher. „Wir müssen uns im kommenden Jahr zusammensetzen, uns die OGS-Gebühren anschauen und darüber beraten, ob wir die Gebühren an passen müssen.“