VonSarah Hankeschließen
Die Stadt will den Radverkehr in Hamm massiv verbessern. Dazu sollen die elf Rad-Hauptrouten von der Innenstadt in alle Ortsteile mit Blick auf Sicherheit und Komfort überplant und aufgewertet werden.
Rhynern/Westtünnen – In der kommenden Ratssitzung soll der Grundsatzbeschluss zum Ausbau der Hauptrouten nach Rhynern und Westtünnen gefasst werden. Bezirksbürgermeister Andreas Obering begrüßt die geplanten Maßnahmen entlang der beiden Radhauptrouten, die eine Erleichterung für viele sein werden: „Wir freuen uns, diese Vorlage durchwinken zu dürfen. Das hat auch etwas mit dem Vorhaben ,Familienfreundliche Stadt’ zu tun.“ Denn vor allem die Hauptroute Westtünnen führe an einigen Schulen vorbei. „Man muss die Kinder nicht mehr zur Schule hinfahren, sondern kann dann auch als Elternteil guten Gewissens die Kinder auf den Weg bringen und zuhause bleiben.“
„Die Pläne, an denen das Team über Monate gearbeitet hat, sind nicht ausschließlich am Schreibtisch entstanden, sondern in einem sehr engen Schulterschluss mit denjenigen, die jeden Tag sehr viele Kilometer auf dem Rad zurücklegen“, so Stadtbaurat Andreas Mentz. Die Routen seien intensiv abgefahren und diskutiert worden – auch mit Vertretern des ADFC.
Das sind die Maßnahmen an der Radoute Rhynern
Mit vielen kleinen Maßnahmen, die in absehbarer Zeit umgesetzt werden, sollen die Wege für Radfahrer Stück für Stück sicherer gestaltet werden. Das ist geplant: Der erste Abschnitt der rund sieben Kilometer langen Radhauptroute nach Rhynern umfasst die bereits als Fahrradstraße rot markierte Grünstraße. Sie soll weiter ausgebaut werden.
Zudem soll geprüft werden, ob die Grünstraße auch im weiteren Verlauf bis zur RLG-Trasse eine Fahrradstraße werden kann. Dort gebe es noch zwei wichtige Knotenpunkte, die es mit großem Aufwand zu überarbeiten gilt – dies betrifft unter anderem die Richard-Wagner-Straße.
Radroute Westtünnen
Ausgebaut und beleuchtet werden soll der Radweg parallel der RLG-Trasse. Dort gebe es mehrere Knotenpunkte, die allerdings planfestgestellt sind und überarbeitet werden müssen. „Da können wir nicht alleine entscheiden, sondern müssen mit der RLG entsprechende Lösungen finden, um den Radfahrkomfort dort zu erhöhen“, sagt Wibke Schlößer von der Stadt. Zu den Knotenpunkten zähle auch die Werler Straße. Von dort aus geht es weiter zur – historisch bedingt – zu groß dimensionierten Alten Werler Straße. Eine Fahrradstraße, Entsiegelung und mehr Klimafreundlichkeit durch Bäume und Grünbeete wären dort möglich, um den Bereich sowohl für Anlieger als auch für Radfahrer aufzuwerten.
Im weiteren Verlauf führt die Radroute Rhynern dann zum Knotenpunkt Werler Straße / Ostdorfstraße / Dr. Loeb-Caldenhof-Straße. Dort entwickle man derzeit zusammen mit der Autobahn GmbH – sie will an den alten Kley-Gartencenter-Standort ziehen – den neuen Bebauungsplan. Eine detaillierte Planung sei dort auch auf beiden Seiten aufgrund der viel zu schmalen Wege nötig.
Der nachfolgende Abschnitt der ehemaligen Bahn-Trasse soll verbreitert werden. Überarbeitet werden sollen auch die Wege im Bereich an der Konrad-Adenauer-Schule. Der nächste Abschnitt umfasst den Willi-Bonnemeier-Weg inklusive Treppe, die für Radfahrer bislang ein Hindernis darstellt. Dort soll eine Rampe künftig Abhilfe verschaffen. Ob die Treppe trotzdem bestehen bleibt, sei noch offen.
Projekt für mehrere Jahre
Die Straßen „Am Bach“, Talstraße, Kleinbahnstraße sowie die Reinhard-zu-Rhynern-Staße sollen gegebenenfalls in eine Fahrradstraße umgewandelt werden. Vom Bördeweg soll die Radroute an das Gewerbegebiet Rhynern anschließen. Auch dieser Bereich soll aufgewertet werden. Bis es an die Umsetzung geht, gibt es noch viel zu erledigen: „Wir müssen den Grunderwerb berücksichtigen, auf unterschiedliche Planungen warten und wir müssen Fördermittel beantragen“, so Schlößer. Es handele sich um „Mehrjahresprogramme“, ergänzt Mentz.
Die rund 4,5 Kilometer lange Radhauptroute Westtünnen beginnt am Otto-Krafft-Platz Dieser soll überplant werden, bis zum Caldenhofer Weg soll eine Fahrradstraße entstehen.
Neuer Kreisverkehr an der Ahornallee
Die Route führt weiter über die Brückenstraße und den Caldenhofer Weg zum Rothebach. Sollte die Überprüfung der dortigen Querungshilfe ergeben, dass sie nicht zumutbar ist, wäre die Installation einer intelligenten Ampel oder der Umbau der vorhandenen Lichtsignalanlage möglich. Für die gepflasterten oder mit einer wassergebundenen Decke ausgestatteten Wege soll ein Konzept erstellt werden, das sowohl Radfahrern als auch Fußgängern und Spielplatz-Besuchern gerecht werde.
Wir müssen den Grunderwerb berücksichtigen, auf unterschiedliche Planungen warten und wir müssen Fördermittel beantragen.
An der Ahornallee ist ein Kreisverkehr geplant. Vom Abschnitt an der Eschenallee führt die Route zur ursprünglichen B63er-Trasse. Der dortige, sehr schmale Grüngürtel sowie der Abschnitt bis zum Pilsholz sollen ausgebaut. Von der Werler Straße geht es weiter entlang der Museumseisenbahn, der RLG-Trasse, der Rottwiese bis zur Dr. Loeb-Caldenhof-Straße. Dort sei der Weg bereits zum Teil neu asphaltiert und auch eine Fahrradstraße vorhanden.
Pflastern statt asphaltieren
Der nächste Abschnitt soll ebenfalls asphaltiert werden. Der Weg entlang der Bahn soll verbreitert und beleuchtet werden. Der Bereich Fuchshöhle sei bereits zur Fahrradstraße umbenannt worden, aber noch nicht endausgebaut.
Die Route führt an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule vorbei. Auch dort sollen Straßen als Fahrradstraßen umgewidmet werden. Der letzte Abschnitt führt durch einen Grünstreifen. Die Wege sollen etwas breiter gepflastert werden. Wegen der Bäume und Wurzelschäden soll hier nicht asphaltiert werden.
