VonJens Hippeschließen
Die Suche nach einem Standort für das neue gemeinsame Feuerwehrgerätehaus für Mülheim und Sichtigvor ist beendet. Es wird auf dem Grundstück des ehemaligen Seniorenzentrums Möhnetal in der Jahnstraße, das dafür abgerissen wird.
Sichtigvor – Die große Lösung für den Ortskern Sichtigvors mit einer Neugestaltung des Bereichs um Haus Teiplaß, Lehrschwimmbecken und Feuerwehrgerätehaus hat die Stadt Warstein im April erst einmal auf Eis gelegt, jetzt gibt es aber in direkter Nachbarschaft zunächst eine kleine Lösung: Auf dem Grundstück des ehemaligen Seniorenzentrums Möhnetal in der Jahnstraße soll das neue gemeinsame Feuerwehrgerätehaus für Mülheim und Sichtigvor gebaut werden. Diese Entscheidung, die ein Arbeitskreis aus Verwaltung, Politik und Feuerwehr getroffen hatte, verkündete Sabine Leitner, Fachbereichsleiterin Bauen und Wohnen bei der Stadt Warstein, am Mittwochabend im Ausschuss für Bauen und Digitales.
Jedes Grundstück mit einer Fläche von mindestens 2 500 bis 3 000 Quadratmetern entlang der B 516 und jede Gewerbefläche habe man auf der Suche nach einem neuen Standort „durchleuchtet“, berichtete Leitner. In die engere Auswahl seien schließlich neun Grundstücke gekommen, die nach verschiedenen Kriterien wie Topografie, Zuschnitt, Erreichbarkeit und Verfügbarkeit geprüft wurden. Und dabei wurde die Liste immer kleiner. Streichgründe für sieben Grundstücke unter anderem: die Lage im Naturschutzgebiet oder im Hochwassergebiet, die fehlende Anbindung an die B 516 oder der ungünstige Grundstückszuschnitt. „Man musste abwägen, man musste Kompromisse machen“, beschrieb Sabine Leitner die Entscheidungsfindung.
Die Bewertung „bedingt geeignet“ erhielt das Grundstück des ehemaligen Kunalwerks an der Möhnestraße, bei dem aber Kosten von 300 000 Euro für die Beseitigung von Altlasten befürchtet wurden.
„Geeignet“ war nach der Bewertung des Arbeitskreises schließlich nur das Grundstück des ehemaligen Seniorenzentrums Möhnetal gegenüber des aktuellen Sichtigvorer Feuerwehrgerätehauses und in direkter Nachbarschaft zum Haus Teiplaß. „Das ist der Standort, wo wir das neue Feuerwehrgerätehaus bauen wollen“, erklärte Sabine Leitner.
Ein großer Vorteil für die Stadt Warstein: „Wir müssen nicht mehr in den Ankauf gehen“, so Leitner. Das Grundstück und die ehemalige Gröblinghoff-Immobilie gehören der Stadt bereits, beides war bereits Ende vergangenen Jahres für die Unterbringung von Flüchtlingen gekauft worden. Für die Flüchtlinge gebe es aber Alternativen Wohnmöglichkeiten, unter anderem in zwei großen Häusern auf dem LWL-Gelände. „Da sind wir gut aufgestellt“, antwortete die Fachbereichsleiterin auf Nachfrage.
Ein weiterer Vorteil: Die Planungen für ein Gesamtkonzept im Bereich von Haus Teiplaß und Lehrschwimmbecken – wenn die wieder einmal aktuell werden – werden nicht beeinträchtigt.
Nach der Festlegung des Standorts soll das neue Feuerwehrhaus nun in den „Brandschutzbedarfsplan 2024 bis 2029“ eingearbeitet werden, der zurzeit erstellt wird. „Das ist unsere Leitlinie“, erklärt Feuerwehrleiter Donat Ahle.
Zudem sollen die Mittel für Abriss und Neubau in den Haushalt für das Jahr 2024 eingeplant werden. Dieser Haushalt wird dann voraussichtlich im Dezember beschlossen.
„Wir sind mit der Entscheidung zufrieden, sehr zufrieden“, berichtet Donat Ahle von einer hohen Zustimmung bei der Feuerwehr, deren nicht im Arbeitskreis vertretenen Mitglieder auch erst am Mittwochnachmittag von der Entscheidung für das ehemalige Gröblinghoff-Grundstück erfahren hatten. Und Ahle lobte die gute Zusammenarbeit im Arbeitskreis, in der alle Für und Widers der verschiedenen Standorte sachlich abgeklärt worden seien.
In einem nächsten Schritt wollen Feuerwehrleute und Arbeitskreis Ideen für die Gestaltung des künftigen gemeinsamen Standortes für Sichtigvor und Mülheim sammeln und dazu das kurz vor der Fertigstellung stehende neue Feuerwehrgerätehaus in Meiste besichtigen. „Man muss ja auch mal mit den Augen klauen und gucken, wie es die anderen machen“, so Ahle.

