Trotz Inflation

Start-up aus Hamm eröffnet Onlineshop - Showroom in Hamm

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Sie glauben an den Erfolg von „Limited Kickz“, trotz Inflation: Kristina Klinger und Kevin Kocaalan haben weiterhin eine große Vision mit ihrem Start-up. Die Ideen für neue Designs gehen ihnen nie aus.
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„Limited Kickz“ aus Hamm personalisieren Sneaker. Bald eröffnen das Start-up einen neuen Onlineshop und planen einen Laden in der Fußgängerzone.

Bockum-Hövel – Ein langes Schuhregal, ein großes Graffiti, dutzende Farben und eine fast 100 Jahre alte Nähmaschine. So sieht der Kellerraum von Kevin Kocaalan und Kristina Klinger in Bockum-Hövel aus, in dem sie klassische weiße Sneaker in Unikate verwandeln. Bunt, auffällig, einzigartig – damit folgen sie einem Trend aus den sozialen Medien. 2020 hat das Paar gemeinsam das Start-up „Limited Kickz“ gegründet. Im Oktober 2021 hat der WA zum ersten Mal über die beiden berichtet. Nun haben sie neue Pläne.

„Ich habe schon immer gerne gemalt und irgendwann habe ich angefangen, Schuhe zu bemalen“, sagt die 27-jährige Kristina Klinger. Erst verschönerte sie ihre eigenen Schuhe und die ihres Freundes, bis der Freundeskreis darauf aufmerksam wurde. So entstand die Idee, ein kleines Unternehmen draus zu machen. Alles, was sie heute wissen, haben sie sich selbst angeeignet.

Kristina Klinger liebt es, Schuhe zu bemalen und ihnen damit einen ganz neuen Charakter zu geben. An ihrem aufwendigsten Kunstwerk hat sie mehrere Tage gearbeitet.

Social Media half beim Verkaufsstart

Unter anderem durch Instagram und aufgrund eines Fernsehbeitrags sind viele deutsche Berühmtheiten aus der deutschen Rapperszene auf die Schuhe aufmerksam geworden. Zu dem Zeitpunkt haben sie vor allem beliebte und teure Modelle wie den „Nike Air Force“ mit einem Einkaufspreis von 120 Euro bearbeitet. Da hat eine optische Aufwertung nochmal mit rund 140 Euro zu Buche geschlagen – Ende offen. Besondere Anfertigungen kosten auch schon mal bis zu 800 Euro. Die Kunden können übrigens wahlweise über das Start-up den Schuh bestellen oder auch einen gut erhaltenen Schuh einschicken und verzieren lassen.

Die hohen Preise bremsten den Aufschwung des Start-ups etwas, als im vergangenen Jahr durch die Inflation alles teurer wurde. So entschlossen sich Kocaalan und Klinger dazu, ihren Kunden auch die Möglichkeit zu geben, günstige Schuhe zu bemalen. „Ich hatte, als ich 17 war, auch nicht das Geld, um mir teure Schuhe zu kaufen“, sagt Kocaalan. Mit vielen neuen Ideen haben sie ihre Preisliste anpassen können. Nun können sich Kunden ihre Sneaker schon ab etwa 70 Euro aufhübschen lassen – zum Beispiel mit aufgedruckten Stickern oder mit Airbrush-Farbe besprüht. Der Aufwand hierfür kann zwischen zwei und drei Stunden variieren.

„Limited Kickz“ -Gründer Kevin Kocaalan näht mit einer fast 100 Jahre alten Nähmaschine Stoffe auf die Schuhe.

Unterstützung für viele Ideen

Auf diese Entwicklung sind zwei Gesellschafter aus Hamm aufmerksam geworden. Stolz erzählt Kocaalan: „Wir haben jetzt Investoren und können unsere Vision weiter verfolgen.“ Vor 15 Monaten hatten die beiden mit dem Gedanken gespielt, einen Ausstellungsraum, einen sogenannten Show-Room, in Berlin zu eröffnen. Doch daraus wurde nichts. „Die Mietpreise in Berlin sind einfach unbezahlbar“, erklärt Kocaalan. Das ersparte Geld hat das Paar stattdessen in einen neuen Onlineshop investiert. Dieser wird nun professionell aufgezogen. „Der neue Shop soll im Februar online gehen“, sagt der Unternehmer.

Die Idee mit dem Show-Room sei aber noch lange nicht verworfen. Die Schuhe laufen über die sozialen Netzwerke zwar super, doch „die Wirkung ist eine ganz andere, wenn man sie sehen und anfassen kann“, sagt Klinger. Dabei zeigt sie ein paar Schuhe, die ihre Farbe je nach Wärme und Kälte verändern können oder sogar ein neues Muster zeigen können.

Der Traum ist, im Sommer in der Fußgängerzone in Hamm einen kleinen Laden zu eröffnen. Darin sollen nicht nur Schuhe gezeigt werden. Kunden sollen sie auch in Kursen selbst gestalten können. Warum das Ganze funktionieren kann? „Es wird immer Menschen geben, die verrückt nach Schuhen sind. Deswegen ist das ein langfristiger Trend“, sagt Kocaalan.

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