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Eine neue Statistik zeigt: Mehr Hammer pendeln aus als Menschen für den Job in die Lippestadt kommen
Hamm – Stau und stockenden Verkehr auf der B63 kennen viele Hammer nur zu gut – egal ob auf der Münsterstraße nach Norden oder auf der Werler Straße Richtung Süden. Der Grund dafür, dass sie vor allem morgens und abends auf dieser Strecke mehr Zeit einplanen müssen, sind die vielen Pendler.
Zahl der Auspendler deutlich größer als die der Einpendler
Am Dienstag ist der neue Pendleratlas für Nordrhein-Westfalen erschienen, der neueste Zahlen aus Mitte 2021 auflistet. Und die bestätigen erneut: Hamm ist eine Pendlerstadt. Täglich sind 29 516 Berufspendler in der Stadt unterwegs, die von außerhalb kommen, um in Hamm zur Arbeit gehen. Allerdings ist die Zahl der Auspendler noch größer: 34 135 Hammer arbeiten gar nicht an ihrem Wohnort, sondern pendeln zu ihrem Job in eine andere Stadt. Damit verlassen 4619 Menschen mehr die Lippestadt, um außerhalb zu arbeiten, als dass Menschen nach Hamm einpendeln, um hier ihrem Job nachzugehen.
Mehr als 50000 Hammer innerhalb der Stadt unterwegs
Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Menschen, die innerhalb von Hamm unterwegs zur Arbeit sind, noch größer ist als die jeweilige Zahl der Ein- beziehungsweise Auspendler. 53 550 Hammer pendeln auf dem Weg zum Job innerhalb der Lippestadt. Kein Wunder bei einer Stadt, die – was die Fläche anbetrifft – die sechstgrößte in Nordrhein-Westfalen ist.
Und noch etwas zeigt der Pendleratlas: Hamm ist wieder mal in einer Statistik ganz unten in Nordrhein-Westfalen. Hamm hat mit 35,5 Prozent eine der niedrigsten Einpendlerquoten in NRW. Nur in Schmallenberg (32,4 Prozent), Gronau (33,8 Prozent), Marsberg (34,1 Prozent) und Solingen (35,2 Prozent) ist der Anteil der Einpendelnden an den Pendlern am Arbeitsort noch niedriger als in Hamm. Anders ausgedrückt: Mit Platz 392 von 396 in NRW ist Hamm nicht sonderlich attraktiv als Arbeitsort für Menschen außerhalb der Stadt.
Bei der Auspendlerquote liegt Hamm mit 38,9 Prozent auf Platz 379. Die höchsten Auspendelquoten gab es in Rheurdt (85,5 Prozent) und Inden (85,2 Prozent), die niedrigsten in Münster (26,8 Prozent) und Köln (29,9 Prozent).
Und woher stammen die Menschen, die nach Hamm zur Arbeit pendeln? Die Antwort: Aus dem direkten Umland. Die meisten Einpendler stammen aus Ahlen, nämlich 2 560 Personen. Platz zwei bei den Einpendlern nach Hamm belegt Dortmund (2178 Einpendler) vor Münster (1517).
Die meisten Hammer, die außerhalb der Lippestadt eine Arbeit gefunden haben, pendeln nach Dortmund (3 935). Nach Münster pendeln 2890 Hammer, nach Bönen 1 896.
Die allermeisten Pendler sind – kaum verwunderlich – vollzeitbeschäftigt. Bei den Einpendlern sind es 69 Prozent, bei den Auspendlern sogar 73 Prozent. Nur bei den innerörtlichen Pendlern, bei denen die Fahrtstrecken nicht ganz so weit sind wie bei den Ein- und Auspendlern, liegt der Anteil der Vollzeitbeschäftigten mit 62 Prozent zumindest etwas näher an dem der Teilzeitbeschäftigten (38 Prozent).
Zum Vergleich: Nach Dortmund pendeln ungleich mehr Arbeitnehmer ein als dass Dortmunder auspendeln – nämlich 36 043. In Münster sind es sogar mehr als doppelt so viele Ein- wie Auspendler: Die Stadt hat ein Pendlerplus von 63 661. Selbst Hagen als Stadt mit ähnlich vielen Einwohnern wie Hamm scheint attraktiver für Arbeitnehmer aus dem Umland zu sein als Hamm. Hagen hat beim Pendlersaldo ein Plus von 2 346. Mülheim (etwas weniger Einwohner als Hamm) kommt auf ein Pendlersaldo von minus 3 943. Zur Erinnerung: Die Lippestadt hat ein Minus von 4 619 Pendlern.