Steinbruch

Steinabbau in Warstein: Montgolfiade braucht neue Parkfläche

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Das Parkplatz-Problem konnte bislang durch Nutzung der Wiesen gelöst werden. Nun verkleinert sich die zur Verfügung stehende Fläche enorm.
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  • Reinhold Großelohmann
    Reinhold Großelohmann
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Im kommenden Stadtentwicklungsausschuss geht es um einen neuen Steinbruch westlich des Steinbruchs Lohbusch in Warstein. Dort parkten zuletzt während der Montgolfiade die Besucher.

Warstein – Dass sich der Steinabbau stetig voran arbeitet, ist für die Warsteiner nicht ungewöhnlich. So haben sich die Steinbrüche in den vergangenen Jahrzehnten nach und nach vergrößert. Dabei wurden in der Regel Ackerflächen in Anspruch genommen – und zuweilen auch Verbindungswege, über deren Ersatz oft gerungen wurde.

Steinabbau: Warsteiner Montgolfiade braucht neue Parkfläche

Nun steht jedoch eine Steinbruch-Erweiterung an, die die beliebteste und mit Abstand größte Warsteiner Veranstaltung zu Veränderungen zwingt. Beim Kreis Soest liegt ein Abgrabungsantrag der Heidelberg Materials AG als Folgeunternehmen der Heidelberg Cement AG für einen neuen Steinbruch westlich des Steinbruchs Lohbusch vor. Nur der Nuttlarer Pfad wird beide Steinbrüche trennen.

Dabei wird ein Großteil der bisher gepachteten Parkflächen für die Warsteiner Montgolfiade entlang der Straße „Am Hillenberg“ in Anspruch genommen. Zukünftig wird es damit nicht mehr möglich sein, tausende Autos auf den Wiesen oberhalb des Parkgeländes abzustellen. Der geplante zwei Meter hohe Schutzwall um das Gelände sowie ein zehn Meter breiter Gehölzstreifen sollen bis nah an die unteren Parkreihen heranreichen. Die Brauerei sieht die Entwicklung gelassen, da ohnehin nach der letzten WIM beschlossen wurde, das Park-Konzept gründlich zu überdenken und zu verändern.

Neue Parkfläche nötig: 4,6 Hektar für den reinen Steinabbau

Dass eine solche Entwicklung irgendwann eintreten könnte, war vorherzusehen. Allerdings bestand die Hoffnung, dass ein großer Abstand zum WIM-Gelände eingehalten werden kann, weil der verwertbare Kalkstein im unteren Bereich nicht mehr anzutreffen ist.

Der aktuelle Abbauantrag von Heidelberg beläuft sich auf eine Fläche von 8,6 Hektar, davon 4,6 Hektar für den reinen Steinabbau. Im unteren Bereich soll zunächst ein großes Bodenlager eingerichtet werden. „Es bleibt einer späteren Abbauphase vorbehalten“, heißt es in der Vorlage zum Stadtentwicklungsausschuss am Dienstag, 11. Juni. Um 18 Uhr steht das Thema im Bürgersaal auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung. Die Stadt muss ihre Stellungnahme zu dem Abgrabungsantrag abgeben.

Die Straße „Am Hillenberg“ und der Nuttlarer Pfad begrenzen das neue Abbaugebiet. Damit wird ein Großteil der früheren Bedarfs-Parkfläche für die Montgolfiade in Anspruch genommen.

Die „Wasserrechtliche Erlaubnis“ für das Projekt ist dem Unternehmen bereits am 10. April 2024 durch den Kreis Soest erteilt worden. Die Stadtwerke Warstein und das Lörmecke Wasserwerk waren beteiligt worden, hatten mit Verweis auf die Sicherheitsbelange der Trinkwasserförderung ihre Zustimmung gegeben.

„Nuttlarer Pfad“ verläuft zwischen Abgrabungsgebieten

Zum Steinabbau heißt es in der Vorlage: „Der Abbau wird innerhalb der Verritzungskante bis auf ein Niveau von 356 Meter im Nordosten und 373 Meter im Südwesten beantragt. Die beantragten Abbautiefen orientieren sich an dem zu erwartenden höchsten Grundwasserstand und einer Mindestmächtigkeit der verbleibenden Grundwasser-Überdeckung über dem zu erwartenden höchsten Grundwasserstand von 10 Metern. Die Abbautiefe in der Verritzungskante beträgt maximal 32 Meter an der Ostgrenze, im Westen wird eine Abbautiefe von rund 9 Metern erreicht.“ Insgesamt können in der Erweiterung rund 800 000 Tonnen verwertbarer Kalkstein gefördert werden.

Zwischen den beiden Abgrabungsgebieten Lohbusch und dem neuen Lohbusch-West verläuft die Straße „Nuttlarer Pfad“. Sie ist derzeit nicht in die Abbauplanung integriert.

Im Antrag wird auch Bezug auf eine spätere Folgenutzung genommen. Nach der Entwicklung von Grünland seien „kulturelle Veranstaltungen“ denkbar, so heißt es. Für die Stadt ist dies aber „lediglich ein erster Vorschlag innerhalb des erarbeiteten Folgenutzungskonzeptes.

Neue Steinfläche: Heidelberg will „Rohstoffsicherung“

Das Unternehmen Heidelberg Materials AG (vormals: Heidelberg Cement AG) betreibt am Standort Warstein die Steinbrüche Morgensonne, Kupferkuhle und Lohbusch. Das in den Steinbrüchen gewonnene Material wird im angegliederten Schotterwerk Kupferkuhle aufbereitet. Aus den gewonnenen Kalksteinen werden Rohmaterial für die Zementindustrie sowie Edelsplitte und Mineralgemische für weitere Anwendungen hergestellt. Die Erweiterung mit der Schaffung des neuen Steinbruchs „Lohbusch West“ dient der „künftigen Sicherung des Rohstoffbedarfs“, so heißt es im Antrag.

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