Essen

Neue Ausstellung in altem Bunker gestartet – „richtiges Unter-Tage-Feeling“

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Die Zeche Zollverein in Essen öffnet für eine Reise in die Vergangenheit. In der Bunkerebene gibt es jetzt eine neue Ausstellung.

Essen – Einmal einen Blick unter Tage werfen, das können Interessierte seit dem 25. März auf der Zeche Zollverein in Essen (NRW). Das UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein steht sinnbildlich für die Zeit der Hochindustrie und den Bergbau im Ruhrgebiet. Oft hatten Gäste dort gefragt, wie es unter Tage eigentlich aussieht, heißt es von der Zeche Zollverein. Die neue Präsentation „Untertagewelt“ macht Einblicke jetzt möglich.

Zeche Zollverein bietet Besuchern Einblick in die Welt des Bergbaus

Von den alten Schächten gehe eine große Faszination aus, berichtet die Zeche Zollverein. „Also haben wir beschlossen, den Menschen eine kleine Reise in die Untertagewelt zu ermöglichen“, sagt Thorsten Seifert, der für die Vermittlung an der Zeche Zollverein zuständig ist. Erst im Jahr 2023 wurde auf der Zeche Zollverein der letzte Schacht verfüllt.

Auf der Zeche Zollverein gibt es eine neue Ausstellung.

„Grubenlicht und Wetterzug“ heißt die Führung durch den alten Bergebunker unter der Zeche. Dazu wird den Besucherinnen und Besuchern erst einmal die Welt des Bergbaus in einer kleinen Einführung näher gebracht. Die sei selbst für die Menschen aus der Region erklärungsbedürftig geworden, heißt es von der Zeche.

Die Zeche Zollverein

Der Steinkohlebergbau der Zeche Zollverein hat seine Umgebung mehr als 130 Jahre lang geformt. Davon zeugen noch heute die eindrucksvollen Übertageanlagen der Zeche und Kokerei Zollverein. Das Jahr 1986 läutete das Ende der Kohlenförderung ein. Damit fielen die Strecken mit der Zeit in sich zusammen und die Schächte wurden verfüllt. Seit 2001 gehört die Zeche Zollverein zum UNESCO-Welterbe.

(Quelle: Zeche Zollverein)

Dabei sollen verschiedene Fragen geklärt werden: Wie viele Menschen arbeiteten im Bergwerk? Was steckt hinter Begriffen wie „Strecke“, „Schlacht“ und „Flöz“? Und wie viel Steinkohle wurde auf der Zeche Zollverein im Laufe der Jahre abgebaut? (240 Millionen Tonnen) Ein Zeitstahl informiert die Besucher außerdem über die verschiedenen Entwicklungen rund um den Bergbau – technologische, soziale und historische.

Ausstellung verspricht „richtiges Unter-Tage-Feeling“

In einem anderen Raum zeigt eine Weltkarte an, aus welchen Regionen die Menschen auf die Zeche Zollverein kamen, um dort zu arbeiten – etwa aus Frankreich, Portugal und Südkorea, aber auch aus Bayern und Niedersachsen. Zehn Stelen erzählen außerdem von den Schicksalen einzelner Menschen, die auf Zollverein unter Tage gearbeitet haben. „Vom Hauer bis zum Fahrsteiger ist alles dabei“, sagt Thorsten Seifert. So auch die Geschichte eines Sizilianers, der in den 1960er-Jahren auf der Zeche arbeitete, dann aber doch lieber eine Pizzeria eröffnet hat.

In einem Bunker unter der Zeche Zollverein gibt es jetzt eine neue Ausstellung. (Archivbild)

In einem anderen Raum kommen die Besucher dem Alltag als Grubenarbeiter besonders nah. Dort sind nämlich Gezähe zu sehen, also das Werkzeug, das damals eingesetzt wurde, um die Steinkohle abzubauen. Da sind Hämmer, Sägen, Helme und Gruppenlampen. Der Raum sei „eine kleine Schatzkammer“, sagt Seifert. „Jeder Gegenstand erzählt eine Geschichte.“

Öffentliche Führng „Grubenlicht und Wetterzug“ (Untertagewelt Zollverein)

Was? Führung auf der Bunkerebene der Zeche Zollverein

Wo? Treffpunkt ist das Besucherzentrum Ruhr, Zugang über Fritz-Schupp-Allee oder Bullmannaue

Wann? Vom 25. März bis 1. November 2024, täglich bzw. stündlich von 10.15 bis 16.15 Uhr

Kosten? Erwachsene zahlen 11 Euro (8 Euro ermäßigt), Kinder und Jugendlich bis 17 Jahre zahlen 8 Euro

Richtiges „Unter-Tage-Feeling“ gebe es außerdem in zwei Räumen, wo auf großer Leinwand und Monitoren Aufnahmen zu sehen sind, die eine Zugfahrt unter Tage und den Abbau von Kohle mit Hobeln zeigen. Das Ende der Ausstellung markieren dann große Fotos, auf denen die Stilllegung der Zeche Zollverein zu sehen sind. Durch die Führung „Grubenlicht und Wetterzug“ soll die jetzt wieder zum Leben erweckt werden. (ebu)

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/imago (2)

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