Garantien gibt es nicht

Bahnen in NRW fallen durch Mega-Streik aus: „Es fährt gerade nichts auf der Schiene“

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Der Mega-Streik hat den Schienenverkehr in NRW lahmgelegt. Am Montagmorgen fuhren keine Bahnen. Für den Nachmittag gibt es Hoffnung.

Update vom 27. März, 7 Uhr: Der bundesweite Warnstreik hat am Montagmorgen in NRW nicht nur den Fern-, sondern auch den Regional- und S-Bahnverkehr lahmgelegt. „Es fährt gerade nichts auf der Schiene“, sagte ein Sprecher der Bahn für NRW. Das betreffe nicht nur die Regionalverbindungen von DB-Regio, sondern auch die Linien der Bahnkonkurrenten. Die aktuellen Entwicklungen zum Mega-Streik in NRW finden Sie im Ticker.

Grund sei, dass sich auch Personal in Betriebszentralen und Stellwerken an dem Warnstreik beteilige. Das lege den Verkehr für alle Nutzer der Schienenwege lahm. Ob es am Nachmittag wieder einzelne Verbindungen geben werde, müsse man abwarten, sagte der Sprecher.

Bahnen in NRW fallen durch Mega-Streik aus: „Es fährt gerade nichts auf der Schiene“

Schienenersatzverkehr mit Bussen sei allein wegen des Umfangs und fehlenden Personals nicht möglich, sagte der Bahnsprecher. Bahn-Konkurrenten wie National Express und die Rhein-Ruhr-Bahn haben die Einrichtung von Busnotverkehren angekündigt. Für den Fernverkehr hatte die Bahn bereits vergangene Woche die bundesweite Einstellung des Verkehrs ab Null Uhr am Montag angekündigt.

[Erstmeldung vom 24. März] Hamm - Das wird ja was am Montag: Ein Großteil der Bürger in NRW wird sich wohl ein großes Ausrufezeichen für den 27. März im Kalender eingetragen haben. Denn ein Mega-Streik soll den Verkehr in Deutschland zum großen Teil lahmlegen. Die Gewerkschaft Verdi und die Eisenbahngewerkschaft EVG rufen zu einem Streik auf, der Auswirkungen auf Busse, Bahnen, Flughäfen und sogar Autobahnen haben wird. Wer an dem Montag allerdings partout nicht auf eine Zugreise verzichten kann, könnte eventuell Glück haben. Denn nicht alle Betreiber des Schienenverkehrs beteiligen sich an dem Monster-Streik.

Zugverkehr in NRW: Bahn-Betreiber gehen unterschiedlich mit Mega-Streik um

Die Deutsche Bahn hat jedoch bereits klipp und klar mitgeteilt, dass mit erheblichen Einschränkungen auf den Strecken zu rechnen sein wird. Genaugenommen schickt der Konzern nahezu keine Züge aus dem eigenen Haus auf die Schienen. Der Fernverkehr fällt ausnahmslos aus, es wird also kein ICE und IC unterwegs sein. Und auch im Regionalverkehr ist von erheblichen Einschränkungen die Rede.

Mehr noch: Der Streik soll sich nicht nur auf den Montag auswirken. Erste Einschränkungen sollen bereits am Sonntag spürbar sein. Und auch für den Dienstag bereitet die Deutsche Bahn alle Reisenden schon darauf vor, dass noch nicht alles wieder den gewohnten Gang gehen wird. Immerhin: Wer für den Montag oder Dienstag schon Tickets gebucht hat, darf diese bis zum 4. April flexibel nutzen. Reservierte Sitzplätze können kostenlos storniert werden.

Nun sind auf den Zugstrecken in NRW aber nicht nur Züge, die von der Deutschen Bahn betrieben werden, unterwegs. Aber ob man nun auf den Homepages der Westfalenbahn, der Eurobahn oder des National Express schaut: Als Erstes erscheint ein großer Hinweis zum Streik am 27. März und dass an diesem Tag alles nicht in gewohnten Bahnen laufen wird.

Mega-Streik am Montag: So sieht es auf den Zugstrecken in NRW aus

Dabei beteiligt sich das Personal einiger der Betreiber gar nicht direkt an dem Warnstreik. So heißt es seitens National Express: „Das Personal von National Express ist hiervon nicht betroffen.“ Allerdings sei der Betrieb der Stellwerke der Deutschen Bahn nicht gesichert. Somit könne es letztlich doch zu Ausfällen oder Einschränkungen kommen.

National Express ist Betreiber folgender Linien:

  • RE 1 (RRX)
  • RE 4
  • RE 5 (RRX)
  • RE 6 (RRX)
  • RE 7
  • RE 11 (RRX)
  • RB 48

Auch von der Eurobahn wird darauf hingewiesen, dass es im Zeitraum 27. März bis einschließlich 28. März zu „massiven Einschränkungen im Nahverkehr“ kommen kann. Was die Situation der Stellwerke im DB Netz anbelangt, wird der Betreiber noch etwas konkreter als seine Mitbewerber. So ist die Rede davon, dass die Linie RB 71, die Ravensberger Bahn, wohl sogar einschließlich bis zum 31. März mit Problemen zu kämpfen haben wird. So lange sei nicht sichergestellt, dass die Stellwerke zwischen Bünde (Westfalen) und Rahden vollständig besetzt sind.

Die Eurobahn betreibt die Linien:

  • RE 3
  • RE 13
  • RB 50
  • RB 59
  • RB 61
  • RB 65
  • RB 66
  • RB 67
  • RB 69
  • RB 71
  • RB 72
  • RB 73
  • RE 78
  • RE 82
  • RB 89

Mega-Streik legt Züge in NRW lahm: Bahn-Betreiber richten Notverkehr ein

Das Personal der RheinRuhrBahn ist ebenfalls nicht direkt von der Verdi- und EVG-Forderung, die Arbeit am 27. März einzustellen, betroffen. Da aber auch hier mit Einschränkungen des Zugverkehrs aufgrund der Nutzung des DB-Netzes gerechnet wird, hat der Betreiber am Montag auf den Linien RE 10, RE 14 und RB 31 einen Busnotverkehr eingerichtet. Weiter heißt es: „Sollte durch den möglichen Streik in den Stellwerken des Infrastrukturbetreibers DB Netz AG kein Zugverkehr möglich sein, entfallen die Linien RB 36 ‚Ruhrortbahn‘ und RE 44 ‚Fossa-Emscher-Express‘ an diesem Tag leider ersatzlos.“

Eine ähnliche Situation gibt es bei der Westfalenbahn. Hier wird es ebenfalls einen Busnotverkehr geben. Betroffen sind die Linien RE 15, RE 60 und RE 70. Aufgrund der massiven Einschränkungen während des Streiktages rät der Betreiber seinen Fahrgästen allerdings eindeutig: „Wenn möglich, verschieben Sie bitte Ihre geplanten Reisen.“

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch / dpa

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