- VonMaksym Brikschließen
Bei den Vorwahlen zur US-Wahl 2024 am Super Tuesday haben nicht nur Stimmen aus dem amerikanischen Kontinent gezählt. Auch Stimmen aus Münster fielen ins Gewicht.
Münster - Bei den US-Vorwahlen am 5. März für die anstehende Präsidentschaftswahl im November zählten nicht nur Stimmen, die in Amerika abgegeben wurden. Am sogenannten Super Tuesday konnten auch amerikanische Staatsbürger in NRW ihr Kreuzchen setzen. Die Organisation Democrats Abroad (DA) bietet amerikanischen Demokraten, die im Ausland leben, die Gelegenheit, an den großen Wahlereignissen Amerikas teilzunehmen.
US-Wahl 2024 auch in NRW - Wahlparty in Münster
Bei den Vorwahlen legen die demokratische und republikanische Partei in Amerika jeweils ihre endgültigen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl fest. Diese Wahlen finden immer an einem Dienstag statt, man spricht daher vom Super Tuesday. Wer amerikanischer Staatsbürger und Demokrat ist, darf über die Organisation Democrats Abroad an den großen Abstimmungen des Heimatlandes teilnehmen. 15.000 amerikanische Demokraten in Deutschland sind Mitglieder von Democrats Abroad. In einer Galerie in Münster veranstaltete der DA-Zweig Münster-Osnabrück-Bielefeld eine Wahlparty zu den Vorwahlen am Super Tuesday.
„Dieses Jahr haben wir es ermöglicht, dass viele Mitglieder online wählen konnten, also die Zahlen der persönlichen Abstimmungen waren etwas geringer als in vergangenen Jahren“, erklärt Kathie Bathgate, Vorsitzende für die Democrats Abroad Germany in Münster und Umgebung, auf Nachfrage von wa.de. So fanden sich insgesamt 13 Wähler in dem Lokal in Münster ein, um ihren Stimmzettel abzugeben.
Viele hätten aber online an der Wahl teilgenommen. Insgesamt gäbe es an die 300 DA-Mitglieder in Westfalen. In den letzten Jahren sei der Andrang größer gewesen. Das liege mitunter daran, dass 2020 mehr Kandidaten zur Wahl standen, sagt Bathgate. Bei den Vorwahlen vor vier Jahren beteiligten sich etwa 100 Mitglieder.
Nur ein Kandidat in diesem Jahr
Dass es in diesem Jahr nur Biden zu wählen gab, hätten manche Teilnehmer als langweilig empfunden. Trotzdem seien die meisten froh, eine Gelegenheit zu haben, für ihren Präsidenten Flagge zu zeigen. Bei guter Verpflegung habe man lange über die politische Situation im Heimatland und die Tauglichkeit von Joe Biden für eine weitere Präsidentschaft diskutiert.
Die Stimmung sei insgesamt fröhlich und ausgelassen gewesen. Am Ende haben 11 der 13 Wähler für Biden gestimmt, zwei Demokraten setzten ihr Kreuz bei uncommitted, um auszudrücken, dass sie gegen Bidens Politik sind.
Flagge zeigen für Joe Biden und gegen Trump
„Wir versuchen optimistisch zu bleiben, obwohl wir wissen, wie gefährlich Donald Trump ist“, erklärt Bathgate. Sie betont seine Leistungen und nennt dabei etwa eine progressive Klimapolitik, den fortgehenden Kampf für Frauen- und Arbeiterrechte und das Einrichten neuer Arbeitsplätze. Auch wegen seiner langjährigen Erfahrung als Politiker sei Biden besonders für das Präsidentenamt qualifiziert. Deswegen hofft sie, dass Biden bei der Wahl im November das Amt gegen Trump verteidigen kann, denn „es ist unsere Heimat und die Verbindung pflegen wir, auch wenn wir im Ausland sind.“
Democrats Abroad und Republicans Overseas
Democrats Abroad (DA) Germany ist eine Organisation, die amerikanischen Staatsbürgern in Deutschland, die Möglichkeit bieten will, sich an den Wahlen im Heimatland zu beteiligen. DA gibt es schon seit 1964. Auch ein republikanischen Pendant existiert in Deutschland seit 2013 mit Republicans Overseas.
Angelsächsische Kultur findet man in NRW nicht nur im politischen Bereich. Jedes Jahr im März fließt das grüne Bier, denn auch an vielen Orten in Deutschland wird der irische Nationalfeiertag St. Patrick's Day gefeiert.
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