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Markus Hanneken- Max Lametz
Simon Stock
Großeinsatz in der Innenstadt von Hamm: Ein Imbiss stand in Flammen und brannte aus. Unter Hochdruck versucht die Polizei, die Hintergründe zu ermitteln. Eine Mordkommission wurde eingesetzt.
Hamm - Dramatische Szenen in der Innenstadt von Hamm: „Damas Rose“, ein Imbiss mit syrischen Spezialitäten, ist in der Nacht zu Freitag, 19. April, nahezu vollständig ausgebrannt. Die Feuerwehr musste die Bewohner des Hauses retten. Zwei von ihnen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Die Ermittler gehen von vorsätzlicher Brandlegung aus, eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen.
Großeinsatz in Hamm: Imbiss in Innenstadt in Flammen
Was bislang bekannt ist: Um 3.45 Uhr gingen mehrere Notrufe bei der Feuerwehr ein, denen zufolge es in einem Ladenlokal in der Fußgängerzone auf der Weststraße brennen sollte. Nach Lippewelle-Informationen gab es zuvor einen Knall. Schon bevor die Einsatzkräfte den Ort erreichten, stellten sie eine starke Rauchentwicklung im Umfeld fest. Sowohl an der Gebäuderückseite als auch am Eingang des Imbisses, der erst im Oktober 2023 eröffnet wurde und in dem früher Schanzenbach war, waren Flammen sichtbar.
Imbiss-Brand in der Hammer Innenstadt




Zunächst ging es um die Menschenrettung. Im ersten und zweiten Obergeschoss standen Anwohner an den Fenstern, die mittels der Drehleiter, aber auch über Steckleitern von der Feuerwehr gerettet wurden. Zwei Bewohner wurden zudem über das Treppenhaus in Sicherheit gebracht. Parallel dazu gingen mehrere Trupps zur Brandbekämpfung ins Innere des Gebäudes vor. Das Feuer hatte sich auch auf ein angrenzendes Vordach ausgebreitet. Mit Strahlrohren kämpften die Kräfte gegen die Flammen.
Feuer in der Fußgängerzone - komplizierter Großeinsatz
Aufgrund der engen Bebauung wurde eine zusätzliche Löschwasserversorgung von der rückwärtig liegenden Martin-Luther-Straße aus aufgebaut. Von dort ging über die schmale Rödinghauserstraße ebenfalls ein Trupp zur Brandbekämpfung vor. Da sich in der Zwischenzeit die Anzahl der betroffenen Personen erhöhte und letztlich acht Personen gerettet werden mussten, erhöhte der Einsatzleiter das Stichwort auf „Massenanfall an Verletzten“ (MANV).
Das bedeutet, dass weitere Rettungsmittel sowie ein leitender Notarzt zur Einsatzstelle alarmiert wurden. Glücklicherweise konnten die meisten Bewohner nach einer Untersuchung wieder aus dem Rettungswagen entlassen werden. Zwei Bewohner erlitten eine Rauchgasvergiftung. Sie wurden in ein Krankenhaus transportiert, konnten dieses aber inzwischen wieder verlassen.
Feuer in der Fußgängerzone - vorsätzliche Brandlegung?
Die Brandursache ist bislang offiziell unklar. Brandermittler der Kriminalpolizei waren schon früh am Morgen am Ort des Geschehens. Später kamen Mitarbeiter der KTU (Kriminaltechnische Untersuchung) hinzu.
Am Mittag ging die Zuständigkeit für den Fall zur Staatsanwaltschaft nach Dortmund über. Man gehe von vorsätzlicher Brandlegung aus, teilte deren Sprecher Henner Kruse auf Anfrage mit. Auch ein versuchtes Tötungsdelikt sei denkbar, weil Wohnungen an den Imbiss grenzten. Eine Dortmunder Mordkommission habe die Ermittlungen übernommen und sei mit eigenen Kräften am Brandort im Einsatz.
Feuer in der Fußgängerzone - zuvor Sachbeschädigung
Der Staatsanwalt bestätigte Informationen, nach denen es vor einigen Tagen bereits nennenswerte Sachbeschädigungen am Ladenlokal gab. Der Haupteingang war zuletzt sogar mit Brettern verrammelt. Die Polizei habe Ermittlungen wegen versuchten Einbruchs aufgenommen. Inzwischen liegen laut Kruse Videoaufnahmen einer benachbarten Außenkamera vor, die die „mutwillige Sachbeschädigung“ belegten - aber auch, dass niemand etwas aus dem Lokal holte.
Wo genau das Feuer am Freitagfrüh ausbrach, wollte Kruse aus ermittlungstechnischen Gründen nicht sagen. Weitere Informationen seien voraussichtlich erst in der kommenden Woche zu erwarten.
Die Feuerwehr war mit 60 Kräften der Wachen 1 und 2 sowie der Einsatzbereiche Mark, Mitte und Norden im Einsatz. Die Freiwilligen übernahmen auch die Bereitschaft in den beiden Hauptwachen. Aus Ahlen und Beckum wurden zur Unterstützung der leitende Notarzt und Rettungssanitäter angefordert. Gegen 5.15 Uhr galt der Einsatz als beendet, so Feuerwehrsprecher Dennis Gehrken.
Direkt an den Imbiss grenzt ein Juwelier und Goldhändler, daneben befindet sich wiederum der Drogeriemarkt Rossmann.
In Duisburg hat es einen Brand in einer Kfz-Werkstatt gegeben. Eine große Rauchwolke zog über das Stadtgebiet – mittlerweile gibt es Entwarnung.




